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Mit Bach-Juwelen in die Sommerpause

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Mit der Netherlands Bach Society bot das Internationale Festival Geistlicher Musik einen ergreifenden Ausklang. Zudem wurde bekannt, dass Ständerätin Isabelle Chassot die Leitung des Festivals übernehmen wird.

Die diesjährige Ausgabe des Internationalen Festivals Geistlicher Musik (Fims) hat nach einer Fülle hochinteressanter Veranstaltungen sonntags mit einem Kantatenkonzert von Johann Sebastian Bach nochmals ein musikalisches Zeichen erster Güte gesetzt. Vier Kantaten im gleichen Konzert: Besteht da die Gefahr einer Ermüdung? Nicht, wenn Bach in solch barocker Vollendung musiziert wird.

Barock-Kennerinnen und -Kenner wissen, was sie erwartet, wenn sie die Netherlands Bach Society zu hören bekommen. Denn die Niederländer setzen mit ihrer ausgereiften historischen Barockpraxis sowohl instrumental als auch vokal gemeinsam mit Altmeister Jos van Veldhoven Massstäbe. 35 Jahre lang leitete der im Habitus an Philippe Herreweghe erinnernde Dirigent bis 2018 die Bach-Gesellschaft, und jedes Wiedersehen und -hören bereitet Freude.

Eine verschworene Gemeinschaft von Musizierenden

Ein familiärer Geist schien in der voll besetzten Kirche des Kollegiums St. Michael zu wehen. Der Wechsel von Ensemble-Tutti zu solistischen Einlagen wirkte ungemein harmonisch und selbstverständlich. Agilität, Leichtfüssigkeit und eine unglaubliche tänzerische Beschwingtheit beflügelten die Interpretinnen und Interpreten. Der Spass und die Lebensfreude waren den Musizierenden ins Gesicht geschrieben und übertrugen sich auf die äusserst aufmerksame Zuhörerschaft. Das Solisten-Quartett nahm hinter dem Orchester Stellung, seitlich ergänzt durch je zwei Sopran-, Alt-, Tenor- und Bassstimmen. Sparsame rhythmische Gesten und Akzentuierungen reichten, um den Klangskalen der Choristen zu wohlklingender Übereinstimmung zu verhelfen.

Bei den Solisten musste die versierte Sopranistin Isabel Schicketanz krankheitshalber durch die noch junge, aber verheissungsvolle Marta Paklar aus Tallinn ersetzt werden. Franz Vitzthum verfügt über einen leicht verschatteten Altus und kann in den Duetten dem überragenden Tenor Thomas Hobbs, dessen Palmarès von Meriten glänzt, nicht Paroli bieten. Dem Bassisten Felix Schwandtke fehlt etwas die raumgreifende Wärme, aber die Angleichung an den einfühlsam gestalteten Duktus und die sorgfältige Artikulation wussten durchaus einzunehmen.

Vier repräsentative Kantaten aus der früheren Leipziger Zeit

Zu den bekanntesten Kantaten zählen «Ein feste Burg ist unser Gott» (Bach-Werke-Verzeichnis 80) und «Nun danket alle Gott» (BWV 192). Doch auch «In allen meinen Taten» (BWV 97) und «Sei Lob und Ehr dem höchsten Gut» (BWV 117) gehören zu den geistlichen Juwelen Bachs. Eine besonders reizvolle Überraschung war, dass der Orchestervertonung jeweils die einstimmige Choralversion vorangestellt wurde, in der Kantate 80 sogar von allen Musizierenden mitgesungen.

Was für eine plausible und schlichte Eingebung: Als Zugabe erklang noch Mendelssohns Bitte «Verleih uns Frieden» in einer ans Herz rührenden Empfindsamkeit. Ja, unsere geschundene Welt braucht mehr denn je diese Einsicht und eine neue Demut. Erst beredtes Schweigen, dann dankbarer, begeisterter Applaus.

Bilanz

4000 Besucher und eine neue Leitung

Das neuntägige Festival zählte an 14 Konzerten total über 4000 Besucherinnen und Besucher, vor zwei Jahren waren es deren 5000. Das Organisationskomitee zeigte sich zufrieden und zog eine positive Abschlussbilanz. Besonders, dass das Festival nach der Corona-bedingten Verschiebung 2020 und einer stark begrenzten Ausgabe 2021 jetzt wieder wie bis anhin veranstaltet werden kann, freue die Organisation. Das Festival will nun zu seinem gewohnten Zweijahresrhythmus zurückfinden. Die nächste Ausgabe ist für Juli 2024 geplant – es wird die 20. Ausgabe sein. Ab Herbst 2022 steht das Festival unter der Leitung der Freiburger Ständerätin Isabelle Chassot (Mitte). Sie folgt auf Pierre Tercier, der nach 18 Jahren und zehn Festivalausgaben seinen Rücktritt bekannt gegeben hatte. sda

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