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Mit Chasselas und Pinot noir in eine neue Ära

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Der Önologe Christian Vessaz vom Weingut Cru de l’Hôpital in Môtier bewirtschaftet seit Anfang 2017 die 2,2 Hektar Freiburger Staatsreben ­(siehe Kasten). Gestern präsentierte er zusammen mit Staatsrat Didier Castella und Peter ­Maeder, Verwalter der Staatsreben, den ersten Jahrgang des neuen Staatsweins. Bereits abgefüllt in Flaschen sind der Pinot noir und der Chasselas. Letzter habe ein sehr frisches und blumiges Aroma sowie «eine schöne Mineralität», sagt Vessaz. «Der Wein ist spritzig und leicht im Gaumen. Am Ende hat er einen leicht bitteren Geschmack.» Der Pinot noir sei fruchtig und habe ein Kirschenaroma. Auch dieser Wein sei leicht im Gaumen.

Einbussen wegen Frost

Der Jahrgang 2017 sei kein einfacher gewesen, sagte ­Maeder an der Vorstellung der beiden Weine. Im Frühling des vergangenen Jahres gab es Frost, der in den Weinbergen grössere Schäden verursacht hat. Dies hatte negative Auswirkungen auf die Erntemengen. «Bei der Sorte Chasselas haben wir 60 Prozent der Ernte eines normalen Jahres erreicht. Beim Pinot noir sind es nur 40  Prozent», sagte Vessaz. Während es also Einbussen bei der Erntemenge gebe, sei die Qualität der Weine erfreulich gut, beglückwünschten sich die Verantwortlichen. Nach dem Frost sei der Sommer fabelhaft gewesen, so Vessaz. Die Natur habe ihren Rückstand aufholen können.

Neben dem Chasselas und dem Pinot noir wachsen auf dem Rebberg des Kantons auch die Sorten Gamaret und Freiburger. Der Önologe konnte diese gestern nicht präsentieren. Der Gamaret lagere noch im Fass zwecks Ausbau. Der Freiburger werde voraussichtlich erst im nächsten Jahr auf den Markt kommen, sagte Maeder. Die Weinreben hätten noch nicht genügend Trauben hervorgebracht, weil sie erst 2016 gepflanzt wurden.

Wichtige Wiedererkennung

Mit der Vorstellung des neuen Staatsweins präsentierte der Kanton auch die neuen Etiketten auf den Flaschen. Diese sollen nun ein modernes Erscheinungsbild haben, sagte Maeder. Die «wichtigen Elemente» der alten Etiketten, wie das Wappen, wurden beibehalten, um die Wiedererkennung sicherzustellen. Damit das Design möglichst leicht wirke, sind Degustationstipps, gesetzlich vorgeschriebene Hinweise und der Barcode nun auf einem zweiten Etikett auf der Rückseite der Flasche abgedruckt.

Die beiden Weine aus dem Vully haben bereits die neue Etikette, so Maeder. Die traditionellen Weine des Domaine des Faverges, das sich im Kanton Waadt befindet, sollen mit dem nächsten Jahrgang das überarbeitete grafische Erscheinungsbild erhalten.

Gemäss Maeder steigen die Preise für den Staatswein leicht. Dafür verantwortlich seien die biologische Produktion des Weins und die neuen Flaschen. Diese enthalten nicht mehr 70 Zentiliter Wein, sondern 75 Zentiliter. Um biologisch zu produzieren, setzt Vessaz statt Kunstdünger Kompost ein. Auch auf synthetische Pestizide verzichtet der Winzer. Dafür setzt er auf natürliche Chemikalien wie Kupfer und Schwefel. Schliesslich verwendet er keine Herbizide, das Unkraut jäten Vessaz und seine Angestellten von Hand oder per Maschine.

Staatsrat Castella zeigte sich an der Weinpräsentation zufrieden über die Zusammen­arbeit des Kantons mit der Burgergemeinde Murten in Môtier. Diese ist nämlich die Eigentümerin des Betriebs Cru de l’Hôpital. «Die Zukunft der Schweizer Weine liegt in ihrer Qualität und ihrer Originalität», sagte der Staatsrat.

Einen sehr positiven Blick in die Zukunft warf Maeder: «Die Weinreben sind schön. Es sieht vielversprechend aus.» Vessaz erwartet, nächste Woche mit der Weinlese zu starten. Denn die Vegetation hat einen Vorsprung von zwei bis drei Wochen (siehe FN vom 23. August).

Öffentliche Degustation der Staats­weine im Le Magasin von Grangeneuve, Rte de Grangeneuve 31, Posieux: Fr., 7. September, 15 bis 18 Uhr, und Sa., 8. September, 9 bis 12 Uhr.

Chronologie

Wechsel von Mur nach Môtier

Der Kanton Freiburg hat die Pacht des Weinguts Château de Mur per Ende 2017 aufgegeben. Er vertrieb seit 1964 Wein unter dem Namen dieses Guts. Dies sei nicht im Sinne des Kantons. «Ist es die Aufgabe des Staates, ein Weingut zu bewirtschaften, den Wein jedoch mit einer fremden Etikette zu verkaufen?», sagte Peter Maeder, Verwalter der Staatsreben, Ende 2015 in den FN. Die laut dem damaligen Staatsrat notwendigen hohen Investitionen und die fehlende Einigung mit der Gutsbesitzerfamilie über die Strategie waren weitere Gründe für die Auflösung der Pacht. Winzer Christian Vessaz vom Cru de l’Hôpital der Burgergemeinde Murten in Môtier wurde dann ausgewählt für die Bewirtschaftung der 2,2 Hektaren Staatsreben und deren Verarbeitung.

jmw

 

«Bei der Sorte Chasselas haben wir 60 Prozent der Ernte eines normalen Jahres erreicht.»

Christian Vessaz

Önologe des Cru de l’Hôpital

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