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Mit Coaches sicher über den Zebrastreifen

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Das ist ein bezahlter Beitrag mit kommerziellem Charakter. Text und Bild wurden von der Firma Muster AG aus Musterwil zur Verfügung gestellt oder im Auftrag der Muster AG erstellt.

Ein kleiner Bub steht in St.  Ursen auf dem Trottoir vor dem Fussgängerstreifen, schaut nach links und nach rechts. Vom Oberland her kommt ein Auto. Der Kindergärtler schaut genau hin: Sieht ihn der Fahrer? Verlangsamt er? Hält das Auto an? Erst, als das Fahrzeug wirklich stillsteht, geht er über den Zebrastreifen und hebt grüssend die Hand in Richtung Fahrer.

Eine alltägliche Szene, möchte man meinen. Doch der kleine Bub ist nicht alleine am Fussgängerstreifen, ein paar Meter entfernt steht Fabienne Wegmann. Sie ist an diesem Tag als Verkehrscoach im Einsatz und eine von rund 20 Personen, die diese Aufgabe jeweils am Morgen, mittags und nachmittags wahrnehmen. Das Coaching, wie es in St.  Ursen seit fünf Jahren betrieben wird, unterscheidet sich vom traditionellen Patrouilleurdienst, wie er in vielen Gemeinden von Schülern und Erwachsenen praktiziert wird. Nur in vier Freiburger Gemeinden wird Coaching praktiziert, St.  Ursen ist die einzige Gemeinde in Deutschfreiburg (siehe blauer Kasten).

Kinder entscheiden selbst

Traditionelle Patrouilleure halten mit ihren Stoppkellen den Verkehr an und lassen die Kinder geordnet über den Streifen laufen; sie regeln den Verkehr. «Die Coaches nehmen den Kindern diese Verantwortung nicht ab», erklärt Fabienne Wegmann. Vielmehr sensibilisieren sie die Kinder, korrekt über die Strasse zu laufen. «Die Kinder entscheiden dann selbst, wann der richtige Moment dafür da ist.»

Die Coaches sind aber präsent am Übergang. Sie stehen je nach Alter der Kinder einige Meter vom Zebrastreifen entfernt. Sie markieren auf diese Weise Präsenz, gegenüber den Kindern und gegenüber den Autofahrern. Ihre Anwesenheit macht den Kindern bewusst, dass sie beim Überqueren der Strasse aufpassen müssen. «Wir greifen nur ein, wenn etwas nicht gut läuft, wenn die Kinder wild herumhüpfen, einander stossen oder vor dem Überqueren der Strasse nicht richtig auf den Verkehr schauen», erklärt die Mutter von zwei Buben. Kinder lernten auf diese Weise von klein auf das richtige Verhalten an einem Zebrastreifen. «Gerade die Kleinen sind sehr stolz, dass man ihnen die Verantwortung überträgt.»

Die Coaches tragen auch keine der üblichen Leuchtwesten, da dies bei den Autofahrern für Unsicherheit sorgt, sondern nur eine Armbinde mit Leuchtstreifen. «Die Autofahrer sollen nicht auf uns schauen, sondern auf die Kinder.»

Warten oder gehen?

Etwa 30 Kinder überqueren hier regelmässig die Strasse. Gerade für jüngere Kinder ist es schwierig, Distanzen richtig einzuschätzen. Wenn ein Auto kommt, wissen sie nicht, ob es noch reicht, über die Strasse zu gehen, oder ob sie warten sollen. Die Coaches üben mit ihnen das richtige Verhalten, ganz nach dem alten Motto «Rad steht, Kind geht». Erst im Alter eines Dritt- oder Viertklässlers entwickeln Kinder die Fähigkeit, die Geschwindigkeit herannahender Fahrzeuge besser einzuschätzen. Die meisten Autofahrer seien sich bewusst, dass es ihre Pflicht sei, vor einem Zebrastreifen anzuhalten, und dass sie sich sonst strafbar machten, sagt Fabienne Wegmann. «Der grösste Teil tut dies auch. Einige halten nicht richtig an, sondern verlangsamen und rollen langsam heran. Das verunsichert die Kinder.»

Die meisten Autofahrer halten sich auch an das Tempolimit von 50 km/h – doch nicht alle: Kaum hat Fabienne Wegmann dies gesagt, rast ein Auto vorbei, mit deutlich höherem Tempo als erlaubt. Glück gehabt, es stehen keine Kinder am Streifen. Wenn ein Autofahrer gar nicht anhalte oder übersetzt vorbeirase, gebe sie ihm auch schon mal mit der Hand ein Stopp-Zeichen, um ihm zu signalisieren, dass sein Verhalten nicht in Ordnung sein, sagt sie. «Ich bin aber nicht von der Polizei und habe keine Befugnis, sie zu sanktionieren.»

Mehrheitlich gebe es aber gute Begegnungen am Zebrastreifen. «Wir animieren die Kinder, den Autofahrern mit einem Winken zu danken. Wenn so ein kleiner Knirps die Hand hebt, zaubert dies bei den meisten ein Lächeln ins Gesicht.»

Zahlen und Fakten

Coaching bisher nur in vier Gemeinden

Im Kanton Freiburg gibt es in 45 Gemeinden Patrouilleure, die Schulkinder über die Strasse begleiten. Rund 950 Kinder und 511 Erwachsene sind im Einsatz, wie die Medienstelle der Kantonspolizei auf Anfrage erklärt. In den meisten Gemeinden ist der traditionelle Patrouilleur-Dienst im Einsatz, nur vier Gemeinden kennen das Verkehrscoaching: Neben St.  Ursen sind dies Riaz, Attalens und zeitweise Neyruz. Nicht alle Orte sind fürs Coaching geeignet – vor allem bei Durchfahrten mit grossem Verkehrsaufkommen ist das Bündeln der Fussgänger­ströme, also das Regeln des Verkehrs, nötig, um den Verkehrsfluss zu gewährleisten. Die Kantonspolizei analysiere sämtliche Anfragen der Gemeinden sehr detailliert, wie sie auf Anfrage mitteilt.

im

St.  Ursen

Coaches absolvieren 18 Einsätze pro Woche

Fabienne Wegmann und Petra Schöpfer, beides Mütter, haben das Coaching nach St.  Ursen gebracht. Vorher habe es in dieser Gemeinde einen Patrouilleur-Dienst gegeben, dann aber eine Weile nicht mehr. Die beiden haben nach Möglichkeiten gesucht, den Schulweg wieder sicherer zu machen. «St.  Ursen ist in den letzten Jahren ziemlich gewachsen. Gerade auf der anderen Seite der Kantonsstrasse sind viele Häuser gebaut worden, in denen heute Familien mit Kindern wohnen», sagt Fabienne Wegmann. Eigentlich hätten diese Kinder einen kurzen Schulweg, denn die Schule sei nicht weit weg, «aber er führt über die dicht befahrene Strasse».

Nur eine Person nötig

Von Urs Rappo von der Verkehrserziehung der Kantonspolizei haben die Frauen vom Verkehrscoaching erfahren. Ein Vorteil lag schon mal auf der Hand: Während beim Patrouilleurdienst meist zwei Personen – Erwachsene oder Kinder – im Einsatz sind, braucht es beim Coaching nur eine.

Fabienne Wegmann und Pe­tra Schöpfer haben weitere Eltern ins Boot geholt. Die Idee ist gut angekommen, und bald war eine Gruppe von Vätern, Müttern und Grosseltern aufgebaut, welche die 18 Einsätze pro Woche, jeweils vormittags, mittags und nach der Schule wahrnehmen.

Kurzer Einsatz

Via Chatgruppe findet sich immer eine Vertretung, wenn einmal eine Person kurzfristig ausfällt. «Wir sind nur kurz im Einsatz, denn wir haben die Kinder auch dazu animiert, nach der Schule möglichst zügig nach Hause zu gehen. So konzentriert sich der Einsatz auf eine Viertelstunde.» Jeden Sommer werden die Eltern von den neuen Schülern angeschrieben. Wer mitmacht, bekommt eine kurze Ausbildung. Die Coaches werden nicht entschädigt, die Gemeinde lädt sie aber einmal im Jahr zu einem Abendessen ein.

Drei Fussgängerstreifen

Innerhalb von wenigen Hundert Metern gibt es im Dorf St.  Ursen drei Fussgängerstreifen über die Kantonsstrasse. Die Initiantinnen haben sich nach Absprache mit der Kantonspolizei entschieden, nur den mittleren abzudecken. Beim obersten sorgt eine Mittelinsel für einen sicheren Übergang. Beim untersten vor dem Dorfladen ist die Übersicht schlecht; es wären zwei Personen nötig für den Dienst. «Wir empfehlen deshalb vor allem den jüngeren Kindern, den mittleren, von uns begleiteten Zebrastreifen zu benützen», sagt Fabienne Wegmann.

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