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Mit dem Eigenheim auf Achse

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Das ist ein bezahlter Beitrag mit kommerziellem Charakter. Text und Bild wurden von der Firma Muster AG aus Musterwil zur Verfügung gestellt oder im Auftrag der Muster AG erstellt.

Autor: irmgard Lehmann (text und Bilder)

Um die Schwellenangst gegenüber Neuem zu überwinden hat die Natur die Neugierde bereit. Neugierde als Grundtrieb des Lernens? Wie sonst würde man in fortgeschrittenem Alter eine Reise mit Wohnmobil in Angriff nehmen und damit einige Strapazen in Kauf nehmen?

Unsere Camperreise führte uns rund um Sizilien und den Stiefel hoch zurück in die Schweiz. So haben wir kürzlich zu zweit in vier Wochen rund 3200 Kilometer zurückgelegt.

Dauerbeschäftigung

Wer in diesem Bereich Anfänger ist, bürdet sich einiges auf. So jedenfalls haben wir es erlebt. Täglich mussten wir uns neuen Herausforderungen stellen. Sei es mit der Suche nach geeigneten Campingplätzen, sei es mit Manövrieren in engen Gassen und Städtchen Italiens, sei es mit der Nahrungsbeschaffung – Campingplätze liegen meist ausserhalb der Zentren –, sei es mit der Routenplanung oder Wartung des Gefährts.

Kurzum: Campen ist eine Dauerbeschäftigung. Und das Wohnmobil mit einer Länge von 6 Meter 70 und einer Breite von 2 Meter 40 nun mal alles andere als handlich.

Grandiose Überfahrt

Mit der Fähre sind wir von Genua nach Palermo gefahren. Ein grandioses Erlebnis bei wolkenlosem Himmel und ruhiger, tiefblauer See. 24 Stunden dauert die Überfahrt. Den ersten Schock erleben wir jedoch gleich beim Ausschiffen mit der Fahrt durch das abendliche Palermo. Wie Ameisen umschwärmen uns Autos, Roller und Radfahrer, von rechts und links, von vorne und hinten. Wie nur kommen wir da heil raus?

Die Fahrt zerrt gewaltig an den Nerven, und die Hoffnung, den Campingplatz bei Cefalù – 60 Kilometer von Palermo entfernt – vor dem Eindunkeln noch zu erreichen, schwindet mit jeder halben Stunde. So beschliessen wir, die erste Nacht gleich im Hotel zu verbringen. Doch da geschieht Unerwartetes: Die Hotel-Rezeptionistin steigt in ihr Privatauto, fährt vor und führt uns an unseren Campingplatz – und das nachts gegen 23 Uhr. Unser erster Tag ist gerettet, die Moral gehoben, der Start geglückt.

In der Nähe von Cefalù, einem der schönsten Städtchen Siziliens, verbringen wir die ersten Tage direkt am Meer.

Kulturgeschichte

Wir haben Sizilien erkundet. Die Frömmigkeit mit der Karfreitagsprozession in Palermo erlebt. Haben in Agrigento im Süden der Insel das Tal der Tempel besucht und sind in Enna im Hochland von Sizilien – den Spuren eines Sensler Bankers nachgegangen. Nach einem Aufenthalt in der Region Catania nochmals an die Nordküste gefahren. Dort führen uns Velotouren ins hügelige und unberührte Hinterland Siziliens.

Massentourismus

Neapel, Pompeji, die Amalfiküste samt Vesuv sind weitere Etappen. Dort stossen wir zum ersten Mal auf unserer Reise auf den Massentourismus. Im antiken Pompeji begegnen wir einem Paar aus Tafers. Und auf dem Campingplatz in Pompeji begrüsst uns ein Polizist in Berndeutsch. Er habe einige Jahre in der Berner Karosserie Gangloff gearbeitet. Ein Sensler aus Überstorf sei sein Chef gewesen: Die Welt ist klein geworden.

Revier der Rentner

Grossartig ist die Kulisse am Lago di Trasimeno, wo wir für unser Eigenheim einen Traumplatz direkt am See finden. Die 60 Kilometer lange Velotour rund um den Lago lässt uns die Naturschutzgebiete Umbriens entdecken. Die leicht hügelige, wenig bewohnte Landschaft ist ein Paradies für Wander- und Radtouren. Die Städte Perugia und Assisi erreichen wir bequem mit der Bahn.

Am Lago di Trasimeno vergnügen sich nicht nur angefressene Camper, sondern ein urbanes Völklein, dem der Luxus ein Greuel ist, Natur und Kunst aber eine Freude. 90 Prozent sind Pensionierte, die meist zwei Mal im Jahr ein paar Wochen unterwegs sind. Immer ausserhalb der Saison, wo der Standplatz oft nur die Hälfte kostet. So auch das Ehepaar Maria und Günter Kopp aus München.

Murtenläufer am Trasimeno

Die frisch pensionierte Gymnasiallehrerin und der 66-jährige Kunsthistoriker sind mit Wohnwagen und Auto am Lago di Trasimeno: «Wir haben alles ausprobiert, Zelt, VW-Bus und Camper», sagt Günter Kopp. «Wohnwagen mit Vorzelt ist das Beste. So sind wir mobil und können mit dem Auto die Gegend erkunden.» Seit über 20 Jahren verbringen die beiden Jahr für Jahr ein paar Wochen auf dem Campingplatz Badiaccia am Lago di Trasimeno. «Hier haben wir alles: die einmalige Sicht auf den See, die historischen Städte und die Möglichkeit, Sport zu machen», betont der ehemalige Marathonläufer, der in seiner Kategorie auch zweimal den Murtenlauf gewonnen hat.

«Die Camper sind eine eigene Sorte von Mensch, offen und hilfsbereit. Wer campiert, der will unter Menschen sein», meint Günter Kopp. «Beim Abwaschen lösen sich soziale Schranken. Man ist unter Gleichgesinnten und erfährt oft erst spät, was die Leute beruflich gemacht haben.» Am Trasimeno kennen die beiden das halbe Campervolk, empfangen jeden Neuankömmling mit einem freundlichen Wort und geben die ersten guten Tipps. Zum Abschied sagen sie uns: «Kommen Sie doch nächstes Jahr wieder.»

Kontaktfreudigkeit

Wie lautet nun die Bilanz eines solchen Unterfangens? Noch nie sind wir auf einer Reise so vielen interessanten Menschen begegnet und haben so spontan Kontakte geknüpft mit Menschen verschiedener Nationalität: kaum Schweizer, viele Deutsche, zahlreiche Holländer, junge Franzosen. Die Reisezeit April/Mai ist ideal. Die Campings sind wenig belegt, die Nächte ruhig, die Einheimischen gastfreundlich.

Doch mit 3200 Kilometern in vier Wochen ist die Strecke für Unsereiner eindeutig zu lang, die Standortwechsel zu häufig. Denn jeder Abschied – ob der eigene oder der von liebgewonnenen Nachbarn – hinterlässt ein Stück Leere. Doch wir sind gereist im Lebenswissen, dass Zeit Lebenszeit ist. Das Fernweh ist gestillt. Wie lange wohl?

Campermiete:Wohnmobil steht hoch im Kurs

Das Interesse an Miet-Wohnwagen habe in den letzten Jahren stetig zugenommen, sagt Beat Kunz, Vermieter von Wohnmobilen in Gümligen. Seine Mietflotte umfasst 26 Reisemobile und 3 Wohnwagen. Keines der Fahrzeuge ist älter als drei Jahre. «Wenn der Kunde ein neues Fahrzeug fährt, dann trägt er auch mehr Sorge dazu», räumt Beat Kunz ein. Im Sommer werden die neuen Wohnmobile vermietet und im Herbst verkauft. «Für den Käufer ist das interessant, weil die Fahrzeuge wenig Kilometer haben und abgeschrieben sind.» So kostet etwa ein Neuwagen von 96000 Franken noch 80000 Franken. Im Durchschnitt werden in den Mietmonaten rund 25000 Kilometer gefahren.

Zuerst mieten

Die besten Käufer seien die Pensionierten. «Meistens kommen sie kurz nach der Pensionierung vorbei, wenn sie noch fit sind für ein neues Abenteuer», bemerkt Kunz.

Doch Kunz rät Unerfahrenen, zuerst ein Wohnmobil zu mieten und nicht gleich zu kaufen: «Es ist nicht jedem Paar gegeben, 24 Stunden zusammen zu sein, und das erst noch auf engem Raum.» Das könne schon mal eine Krise auslösen. «Wer das Wohnmobil nur ein oder zwei Mal im Jahr nutzt, soll lieber mieten statt kaufen.»

Seit 16 Jahren

In der Hochsaison dauert die minimale Mietdauer eine Woche. Die meisten Kunden seien drei Wochen unterwegs. Doch die Miete ist auch nicht gratis, der Preis ist allerdings je nach Jahreszeit und Grösse unterschiedlich. Die Kosten für das Modell Sport zum Beispiel beträgt in der Vor- und Nachsaion für vier Wochen rund 4200 Franken, mit einer unbeschränkten Kilometerzahl. Die Verkaufsausstellung führt die Karosserie Kunz im Oktober durch. Der Carrossier Beat Kunz hat seinen Wohnmobilpark vor 16 Jahren aufgebaut.il

Caravansalon: Donnerstag, 27., bis So., 31. Oktober; Karosserie Kunz, Worbstrasse 170, Gümligen. Tel. 031 951 19 73; www.wohnmobile-kunz.ch

Ein kleinere Auswahl an Wohnmobilen bietet auch Camperland : Neueneggstrasse 28, Laupen ; Tel. 031 748 04 48; www.camperland.ch

Die Amalfiküste mit dem malerischen Positano.

Cefalù: eines der schönsten Städtchen Siziliens.Bild zvg

Umbrien: am Lago di Trasimeno.

Neapel: Pompeji, die antike Stadt.

Etappen und Fakten

Italien ist und bleibt lebendige Geschichte

Sizilien ist keine «Insel», sondern ein «Kontinent» der europäischen Kultur- und Kunstgeschichte, heisst es in einem Reiseführer. So ist es auch.

Cefalù: Der Ort, eine der schönsten Städte Siziliens, liegt am Fusse eines mächtigen Felsmassivs. Sehenswert ist der im 12. Jh. erbaute Dom.

Camping Costa Ponente.

Monreale: Der Ort liegt am Hang im Hinterland Palermos. Den Dom, den Wilhelm II. im 12. Jh. errichtet hat, muss man gesehen haben. Die Innenwände sind beinahe vollständig mit Mosaiken besetzt.

Agrigento: Die Stadt im Süden war in der Antike Zentrum des kulturellen Lebens auf der Insel. Das «Tal der Tempel» ist eine der besterhaltenen Stätten aus der Zeit der alten Griechen.

Camping Valle dei Templi.

Süden des Stiefels: Er gilt als der ärmste Teil Italiens mit einer Arbeitslosigkeit von 42 Prozent.

Empfehlenswerte Orte und Campings:

Golf von Neapel: Camping Pompeji; Besichtigung der antiken Stadt. www. pompeiisites.org. Mit Bus (ab Campingplatz) auf den Vesuv; er ist 1944 zum letzten Mal ausgebrochen.

Amalfiküste: Mit Bus auf der Panorama-Küstenstrasse ab Bahnhof Sorrent bis Positano oder Amalfi.

Neapel: Trotz des stellenweise meterhohen Abfalls ein Besuch wert. Goethe schrieb schon vor 200 Jahren: «Neapel ist ein Paradies, das von Teufeln bewohnt ist.» Andere sagen, dass man dem Paradies nirgendwo näher kommt als in Italien.

Lago Trasimeno: Zum Verweilen. Von dort mit Bahn erreichbar: Perugia, Arezzo, Spoleto, Assisi, Rom, Florenz. Direkt am Lago: Camping Badiaccia.

Fähre: Genua–Palermo: Aussenkabine für zwei Erwachsene und Wohnmobil ca. 340 Euro; www.aferry.de. il

Beat Kunz.

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