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«Mit dem Namen de Weck werde ich viel kritischer betrachtet als andere»

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Das ist ein bezahlter Beitrag mit kommerziellem Charakter. Text und Bild wurden von der Firma Muster AG aus Musterwil zur Verfügung gestellt oder im Auftrag der Muster AG erstellt.

Autor: Irmgard Lehmann

«Mit freundlicher Unterstützung von – Ein Sprachkonzert» heisst das neue Stück von Laura de Weck. Das Werk wurde im Mai in Zürich uraufgeführt. In dieser Inszenierung führte Laura de Weck erstmals selber Regie. Im vierten Theaterstück der Autorin geht es um Kunst und Kunstverwaltung. Genau gesagt um den Krampf, Geld für Kunst zu ergattern.

 

Laura de Weck, reden Sie da aus eigener Erfahrung?

Ja. Mein Beruf ist von Subventions- und Fördergeldern abhängig. Zu- und Absagen entscheiden darüber, ob ich ein Projekt realisieren kann oder nicht. Deshalb ist die Kunstförderung für mich ein fast existenzielles Thema, ein Segen und ein Fluch.

 

Das Stück trägt den Untertitel «Ein Sprachkonzert». Warum nennen Sie es so?

Viele Szenen dieser Inszenierung leben von der Rhythmik und Musikalität der Sprache. Wie Sänger haben die Schauspieler auf der Bühne nur ein Mikrofon und ihre Sprache zur Verfügung. Ich glaube, dass durch Musikalität weit mehr vermittelt werden kann als durch den Inhalt der Wörter allein.

 

Das Sprachkonzert sei anspruchsvoll, die Dialoge seien unkonventionell, heisst es. Inwiefern?

Vermutlich insofern, als das Stück keine klassische Dramaturgie hat. Es gibt einen roten Faden, aber keine Story. Die Dialoge sind zum Teil abstrakt, assoziativ und atmosphärisch.

 

Ein Werk zum Hören und nicht zum Lesen…

Genau. Die Figuren sprechen nicht alles aus, trotzdem will ich ihre Intentionen zeigen. Das mache ich mit musikalischen Mitteln – und die kann man eben nicht lesen. Ausserdem gibt es Szenen, die bei jeder Vorstellung neu improvisiert werden.

 

Das Werk wurde in der Roten Fabrik in Zürich uraufgeführt. Wie war das Echo?

Wir hatten schöne Kritiken, und die Vorstellungen waren gut besucht. Das war super. Natürlich gab es aber auch Zuschauer, die etwas anderes erwartet haben.

 

«Mit freundlicher Unterstützung von» ist thematisch anders als Ihre ersten drei Werke. Fallen Ihnen die Ideen zu, oder gehen Sie mit dem Notizbuch durch die Welt, und eines Tages ist das Thema da?

Ich habe tatsächlich immer ein Notizbuch bei mir und schreibe alle Sätze und Dialoge auf, die ich interessant finde. Meistens kristallisiert sich aus den gesammelten Sätzen ein Thema, das mich besonders beschäftigt.

 

Sie sind Theaterautorin, Regisseurin, Schauspielerin und seit kurzem auch noch Mutter. Wie machen Sie das ?

Indem ich Prioritäten setze: Manchmal ist es das Schreiben, dann wieder das Spielen, oft natürlich das Baby.

 

Gibt es in Ihrem Alltag feste Schreibzeiten?

Nein, ohne einen klaren Gedanken, den ich verfolgen möchte, setze ich mich gar nicht erst an den Tisch.

 

Ihre Werke werden vorab in der Schweiz uraufgeführt, obwohl Sie in Hamburg leben…

Mein erstes Stück «Lieblingsmenschen» wurde zeitgleich auch in Mannheim uraufgeführt. Aber es stimmt, dass die Schweiz ihren Künstlern sehr treu bleibt.

 

Warum Theater- und nicht Buchautorin?

Ein Roman ist ein anderes Medium als ein Theater. Beide leben von der Sprache, aber haben verschiedene Mittel. Ich kann mich mit dem Dialog besser ausdrücken.

Haben Sie Angst, dass das Theater mit der Zeit verschwindet oder nur noch für eine magere Elite da ist?

Das ist ein komplexes Thema. Einerseits wäre es ja furchtbar, wenn man nur für Masse und Mainstream Theater machen würde. Andererseits ist zu beobachten, dass wenig junge Menschen ins Theater gehen. Die Theater haben tatsächlich versäumt, das junge Publikum zu halten.

 

In Ihren Werken ist das Zwischenmenschliche das grosse Thema. Leiden Sie an diesem Handykurzfutter, an der SMS-Berieselung?

Ich liebe die schnelle Kommunikation – und ich hasse sie. Eine SMS oder E-Mail kann ebenso Spass machen wie total stressen. Ich weiss immer noch nicht, wie man damit umgehen soll.

 

Ihr Vater Roger de Weck gehört zur gesellschaftlichen Elite. Ist das für Sie das grosse Plus oder auch ein Handicap?

Da die Leute meinen Namen kennen, sind sie aufmerksamer. Aber wenn die Leute nur aufmerksam sind, weil sie meinen Nachnamen kennen, ärgere ich mich. Ausserdem werde ich kritischer betrachtet.

 

Sie wohnen in Hamburg und Zürich. Wie lebt es sich in diesen beiden Städten?

Die Städte sind ähnlich, weil sie beide reich sind, aber trotzdem Raum für alternative Orte zulassen. Ein Taxifahrer hat mir das mal so erklärt: «Die Zürcher reden nicht, weil sie denken, sie würden stören. Aber die Hamburger reden nicht, weil sie nicht gestört werden wollen. Verstehste?»

«Mit freundlicher Unterstützung von – Ein Sprachkonzert» bei Theater in Freiburg: Do., 1. März, (ausser Abo) und Fr., 2. März, jeweils 20 Uhr in der Aula der Universität Miséricorde. Vorverkauf bei Freiburg Tourismus: Telefon 0263501100.

Ein Künstlerleben zwischen Hamburg und Zürich: Laura de Weck.Bild zvg

Zur Person

Theaterautorin mit Freiburger Wurzeln

Laura de Weck, Tochter des in Freiburg geborenen Publizisten Roger de Weck, SRG-Generaldirektor, wuchs in Paris, Hamburg und Zürich auf. Seit dem Abschluss des Schauspielstudiums an der Hochschule für Musik und Theater in Zürich im Jahr 2005 ist sie freie Autorin und war als Schauspielerin Mitglied im Ensemble des Jungen Schauspielhauses Hamburg. Das Stück «Mit freundlicher Unterstützung – Ein Sprachkonzert» ist ihr viertes Bühnenstück. Vor zwei Jahren führte Theater in Freiburg ihr zweites Werk «SumSum» auf. Die 30-Jährige lebt in Hamburg und Zürich. Kürzlich ist sie Mutter geworden. il

«Ich habe immer ein Notizbuch bei mir.»

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