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Mit dem Rollstuhl zum Mond fliegen

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Als die Leinwand schwarz wird, klatschen und jubeln die Kinder euphorisch. Die Hauptprobe ist gelungen. «In Tafers wird die Bühne ein bisschen grösser sein, aber das Spiel bleibt genau gleich», erklärt Irmgard Eggel den Kindern. Dann verabschiedet sie sich von ihnen: «Bis am Freitag!»

Dann findet die Aufführung der drei Theaterstücke statt, welche die Theaterpädagogin Irmgard Eggel und der Musikpädagoge Stefan Schmutz von der Fachstelle Traumfänger (siehe Kasten) zusammen mit den deutschsprachigen Mittelstufenschülern des Schulheims Les Buissonnets einstudiert haben. Die 17 Kinder spielen hinter einer Leinwand, auf die mit dem Beamer Bilder wie Kulissen projiziert werden. Dazu wird Musik gespielt, und Irmgard Eggel erzählt die Geschichten zum Thema Traum: etwa von der Suche eines Waldmännchens nach seiner Katze oder einer Reise zum Mond.

Die Kinder haben die Stücke schon einmal für ihre Eltern aufgeführt, im Theatersaal von Les Buissonnets. «Der Saal war völlig überfüllt, und viele Eltern wünschten sich, das Stück noch einmal in einem grösseren Rahmen zu sehen», sagt Stefan Schmutz. Darum gibt es am Freitag noch eine Aufführung – in der Aula OS Tafers.

Höchste Konzentration

«Ihr wisst ja noch fast alles!», freut sich Irmgard Eggel nach der gestrigen Hauptprobe. Nur wenige Male korrigiert sie die Position der Kinder – damit sie vom Publikum auf der anderen Seite der Leinwand auch gesehen werden können.

Es sind ganz unterschiedliche Kinder, einige sitzen im Rollstuhl, andere toben während der kurzen Pausen laut kreischend herum. Eines aber haben sie gemein: Während der Probe sind sie voller Konzentration dabei – ob hinter dem Leintuch als Schauspieler oder davor als Publikum. Auch wenn sie die Szene schon mehrmals gesehen haben – als der Zauberer im Stück «Es war einmal» dem kleinen Jungen statt seiner Katze eine Blume hinzaubert, lachen sie. Und als die Katze dann doch noch auftaucht, jubelt der Saal.

Später zeigt ein Bub mit Downsyndrom, wie gut er die Geschichte kennt. Nachdem er mit einem roten Ballon auf der Bühne gespielt hat, hält er inne und winkt energisch seinen Klassenkameraden heran – Sekunden bevor dessen Auftritt eigentlich geplant gewesen ­wäre.

«Es ist ein bisschen wie ein Seiltanz ohne Netz», sagt Stefan Schmutz über die Arbeit mit den Kindern. «Manche vergessen sich total auf der Bühne.» Oder sie nähmen eben wie der Bub mit dem Ballon die Handlung vorweg. «Es kann sein, dass er in Tafers vor lauter Aufregung etwas völlig anderes macht als heute», sagt Schmutz und lacht. «Das ist manchmal stressig, aber auch sehr spannend.» Irmgard Eggel fügt hinzu: «Wir müssen einfach mit dem mitgehen, was die Kinder uns bieten.»

Eggel und Schmutz haben viermal mit den Kindern geprobt. «Das ist natürlich wenig. Aber wir haben viel Vorarbeit geleistet», sagt Eggel. Sie kenne die Kinder und habe die Stücke und Rollen entsprechend geschrieben. Auch die Rollstühle der Kinder wurden integriert: Einer ist der Schlitten einer Eiskönigin, der andere dient als Rakete, die vier Kinder auf den Mond katapultiert.

Das Theater gebe ihnen ein Gemeinschaftsgefühl; sie lernten sich bei den Proben anders kennen. «Und sie sind stolz, wenn sie nach der Aufführung den Applaus hören.»

Beide betonen, dass sie mit den Kindern von Les Buis­son­nets nicht anders probten als mit Kindern anderer Schulen. Die Spielfreude und der Enthusiasmus seien gleich gross, sagt Schmutz. Wenn nicht gar grösser, gemessen am Jubel der Kinder nach der Hauptprobe.

Zum Programm

Drei Stücke und musische Erlebnisse

Die Theaterpädagogin Irmgard Eggel und der Musikpädagoge Stefan Schmutz bilden die Fachstelle Traumfänger für Theater und Musik. Sie arbeiten mit Kindern des Behindertenheims Les Buissonnets in Freiburg, aber auch mit Regelklassen, in die Kinder mit Lernschwächen integriert werden. «Diese fallen im Theater nicht mehr auf», sagt Schmutz. Am Freitag führen sie mit den Kindern der Mittelschulklassen von Les Buissonnets drei Theater­stücke auf. Davor zeigen sie Bilder eines basalen Theaters mit jüngeren Kindern und solchen mit Mehrfachbehinderungen. Dabei geht es weniger um das Einstudieren eines Stücks als um das Erlebnis Theater.

nas

 

Aufführung: Aula der OS Tafers; Freitag, 22. Februar, 19 Uhr.

 

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