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Mit den neuen Namensschildern ist der Freiburger Bahnhof nun zweisprachig

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Der Freiburger Bahnhof ist endlich zweisprachig beschildert. Nach jahrelangen Diskussionen und wiederholtenVerhandlungen wurden die ersten Namenstafeln am vergangenen Samstag ersetzt. Anreisende Gäste wissen nun: Diese Stadt ist zweisprachig.

«Freiburg liegt auf der Sprachgrenze, und die neuen Namenstafeln weisen darauf hin», begründet Stadtammann Pierre-Alain Clément den Schilderwechsel.

Wichtiger Schritt

Auch der deutschsprachigeFreiburger Gemeinderat ThierrySteiert weist dieser Veränderung einen hohen Stellenwert zu: «Dies war ein wichtiger Schritt mit einer grossen symbolischen Bedeutung für unsere Stadt.» Doch kann ein blosser Schilderwechsel tatsächlich zu einem besseren Verhältnis zwischen den Sprachgruppen beitragen? Stadtammann Clément gibt sich zurückhaltend: «Die Bahnhofsbezeichnung ist nur ein einzelnes Element, und die Spannungen aufgrund der Sprachbarriere sind heikel. Doch wir machen laufend kleine Fortschritte.»

Laufend erfolgen auch die Veränderungen am Bahnhof. Laut einem Mediensprecher der SBB können aus organisatorischen und technischen Gründen nicht alle Schilder auf einmal ausgewechselt werden. Doch werde dies in den nächsten zwei bis drei Wochen geschehen. «Neue Namenstafeln für einen Bahnhof sind kein Fingerschnipsen», sagt der Mediensprecher.

Auch in Murten wird der Bahnhof der Zweisprachigkeit angepasst und fortan auch auf Französisch angeschrieben sein (FN vom 16. Mai). Allerdings ist von der Neubeschilderung im Seebezirk noch nichts zu sehen. Laut der SBB soll diese noch diesen Herbst angebracht werden.

 Grosse Freude über die neuen Bahnhofsschilder herrscht bei Martin Tschopp, dem Präsidenten der Deutschfreiburgischen Arbeitsgemeinschaft: «Jahrelang haben wir uns für eine zweisprachige Beschriftung eingesetzt. Dass der Bahnhof endlich auch auf Deutsch angeschrieben ist, zeigt, dass wir auf gutem Weg sind.»

Die Romands hätten einen Schritt gemacht–und Tschopp hofft auf weitere: «Meiner Meinung nach wurde die Zweisprachigkeit noch nicht realisiert. Wir Deutschfreiburger wollen ernst genommen werden.»

 

«Wir Deutschfreiburger wollen ernst genommen werden.»

Martin Tschopp

Präsident der Deutschfreiburgischen Arbeitsgemeinschaft

Reaktionen: «Nun ist es endlich so weit»

N ein, ins Auge sticht die Veränderung am Freiburger Bahnhof offenbar nicht. Dies zeigen die erstaunten Reaktionen der befragten Passanten, denen der Schilderwechsel fast ausnahmslos entgangen ist. Die Freude über die neuen Namenstafeln bleibt dennoch nicht aus. «Es war an der Zeit, die Schilder auszuwechseln. Damit wurde endlich ein Zeichen für die deutsche Sprache gesetzt», begeistert sich ein Passant aus St. Ursen. Und eine deutschsprachige Freiburgerin bekräftigt: «Als ich die Schilder entdeckte, habe ich mich riesig gefreut. So viele Jahre haben wir uns dafür eingesetzt, und nun ist es endlich so weit.» Wenig euphorisch gibt sich einzig eine junge Frau aus Thörishaus: «Ich glaube nicht, dass zweisprachige Schilder einen grossen Unterschied machen. Die Bezeichnung ‹Fribourg› versteht ja jeder Deutschschweizer.»

«Das ist erst ein Anfang»

Doch was empfinden die welschen Passanten beim Anblick der neuen Bahnhofsschilder? Auch hier fallen die Reaktionen durchs Band positiv aus. Eine Pendlerin aus Lausanne befürwortet die Veränderung: «Dass Freiburg eine zweisprachige Stadt ist, müssen wir respektieren. Durch die neuen Schilder werden sich die sprachlichen Spannungen hoffentlich etwas relativieren.» Ein junger Stadtfreiburger geht sogar noch einen Schritt weiter: «Die Stadt Freiburg ist zweisprachig, und die neue Bahnhofsbeschilderung ist erst ein Anfang. Meiner Meinung nach sollte auch in den Läden alles zweisprachig angeschrieben sein.» jdb

Chronologie

«Freiburg» konnte sich am Bahnhof durchsetzen

Noch imDezember 2010weigerte sich der Gemeinderat von Freiburg, den Bahnhof zweisprachig zu beschriften. Die Wende erfolgte imOktober 2011,als die Stadtregierung doch noch ihre Zustimmung für eine zweisprachige Beschilderung gab. Auch die Gemeinde Murten wünschte sich für ihren Bahnhof zweisprachige Namenstafeln. Der Kanton erklärte sich imDezember 2011mit einem Brief an die Gemeinden bereit, die Hälfte der anfallenden Kosten zu übernehmen. ImMai 2012gewährten das freiburgische Stadtparlament sowie der Murtner Gemeinderat ihre jeweiligen Anteile von 40000 respektive 25000 Franken für die Neubeschriftung der beiden Bahnhöfe. Am17. August 2012war es dann so weit: Im Bahnhof Freiburg wurden die ersten alten Schilder auf den Perrons durch zweisprachige ersetzt. Die offizielle Einweihungsfeier ist laut dem Freiburger Syndic Pierre-Alain Clémentim Herbstvorgesehen. Bis dann sollten auch die Schilder in Murten ausgewechselt sein.jdb

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