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Mit der Kraft der Taverna wurden Knochen zu Dünger gemahlen

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Das ist ein bezahlter Beitrag mit kommerziellem Charakter. Text und Bild wurden von der Firma Muster AG aus Musterwil zur Verfügung gestellt oder im Auftrag der Muster AG erstellt.

Autor: Anton Jungo

Was hat eine Knochenstampfe mit einer Mühle zu tun? Der Begriff «Mühle» darf nicht allzu eng gefasst werden. Schon seit dem Altertum ist damit nicht nur ein Gerät zur Herstellung von Mehl gemeint, sondern einfach eine Anlage, die mit Wasser- oder Windkraft betrieben wird. So fallen auch Sägereien, Knochenstampfen, Ölpressen, Walkanlagen für die Tuchherstellung usw. unter diesen Begriff.

Kraft des Wassers wird ausgenützt

Am Lauf des Tafersbachs (Taverna) sind nicht weniger als sieben solche, von Wasserkraft angetriebene Anlagen, nachgewiesen. Zählt man noch jene an den Zuflüssen hinzu, dürften es über ein Dutzend sein. In ihrem ursprünglichen Zustand erhalten hat sich noch die Knochenstampfe der Familie Winzenried bei Blumisberg im Mülital. Am kommenden Samstag wird sie im Rahmen des Schweizer Mühlentages wieder in Gang gesetzt. Es wird dann zwar nicht Knochenmehl hergestellt; zu Demonstrationszwecken werden Maiskörner zerstampft. Die Stampfe selbst wird heute mit Strom betrieben. Mit dem Wasserrad wird aber für den Eigenverbrauch immer noch Strom fabriziert.

Bis in die Achtzigerjahre in Betrieb

Die Knochenstampfe war 1922 zusammen mit einer landwirtschaftlichen Liegenschaft von Hans Winzenried, dem Grossvater des heutigen Besitzers Thomas, erworben worden. Bis Mitte der Achtzigerjahre des letzten Jahrhunderts wurden – vor allem als Dünger für den eigenen Hof – noch Knochen gemahlen.

Die Herstellung von Knochenmehl erfolgt über mehrere Schritte. Die getrockneten Knochen werden gestampft. Das zerkleinerte Material gelangt auf eine Trieure-Anlage, wo das Mehl ausgesiebt und dann abgesackt wird. Die groben Teile gelangen wieder in die Stampfe. Die verschiedenen Geräte werden in der Mühle Winzenried über ein Transmissionssystem angetrieben.

Kundschaft aus der Landwirtschaft

Hans Winzenried hatte die Knochenstampfe als Kundenmühle betrieben. Die Bauern lieferten die gesammelten und getrockneten Knochen an. Das Knochenmehl wurde auf den Höfen als Langzeitdünger eingesetzt. Margrith Winzenried, die Frau des heutigen Eigentümers, weiss zu berichten, dass die Knochenstampfe oft Tag und Nacht in Betrieb war. Bis zum Bau der Mühle der Landwirtschaftlichen Genossenschaft Überstorf brachten die Landwirte aber auch Getreide, das zu Futtermittel «gebrochen» wurde.

In der Existenz bedroht

Während des Zweiten Weltkrieges mussten die Knochen an die Düngerfabriken abgeliefert werden, sodass die privaten Knochenstampfen stillstanden. Wie Margrith Winzenried erklärt, erhielten sie nach dem Krieg verschiedentlich Besuch von Vertretern von Düngerfabriken. Sie zeigten sich – zur Ausschaltung der Konkurrenz – bereit, die Fabrikationsanlage zu kaufen. Das Kaufangebot sei aber stets abgelehnt worden.

Die Knochenstampfe war aber auch noch von anderer Seite bedroht. Als die Taverna 1985 Hochwasser führte, entstanden grosse Elementarschäden. Beim Hochwasser 2007 waren die Schäden geringer, doch im Rahmen des Hochwasserprojekts an der Taverna gab es Bestrebungen, das Wehr samt Kanal abzubrechen. Margrith Winzenried ist zuversichtlich, dass es doch noch zu einer gütlichen Lösung kommen wird.

Heute noch Hobby

Dass die Knochenstampfe bis heute erhalten und funktionstüchtig blieb, ist vor allem das Verdienst von Jürg Winzenried. Wie Margrith Winzenried erklärt, war es vor allem ihr Schwager, der dem Grossvater bei der Arbeit in der Mühle geholfen hat. Er lernte dabei die Anlage durch und durch kennen und führte Reparaturen an Maschinen und Wasserwehr aus. Es ist auch Jürg Winzenried, der am Samstag den Besuchern die Anlage vorführen wird.

Knochenstampfe Blumisberg 1, Wünnewil: Samstag, 23. Mai, von 9 bis 16 Uhr, Vorführungen, Mühletalmärit, kleine Festwirtschaft.

Stadtmühle Murten(Museum): Samstag, 23. Mai, 14 bis 17 Uhr.

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