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«Mit der Zeit wurden die Bürger höflicher»

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Am Wasser fühlt sich Carole Plancherel wohl. Der Schiffenensee sei ein spezieller Ort, sagt sie. «Der See ist mitten in unserer Gemeinde.» Nicht das Wasser im See, sondern das Wasser im Trinkglas war für Plancherel lange Zeit ein zentrales Thema. Ab 2001 sass die 46-Jährige im Gemeinderat von Bärfischen, 2006 wurde sie Syndique. Ende letzte Woche hat sie das Amt nun abgegeben. Seither muss sie sich auch nicht mehr mit den Fragen rund ums Wasser beschäftigen.

Keine eigene Quelle

Das Trinkwasser hat in der gut 500-köpfigen Gemeinde eine langwierige Geschichte. Zwischen der Gemeinde und einer Familie, von deren Quelle Bärfischen das Trinkwasser bezogen hat, herrschte ein jahrelanger juristischer Streit. Ende 2011 endlich erhielt die Gemeinde grünes Licht, ihre eigene Trinkwasserquelle zu erschliessen.

Erst kürzlich wurde klar, dass diese Quelle nicht mehr genügend stark sprudelt, um damit die Gemeinde zu versorgen. Sie sei «geschockt» gewesen, als sie dies erfahren habe, sagt Plancherel. «Mehr als eine halbe Million Franken, die wir ins Wasserdossier gesteckt haben, wären verpufft, wenn wir die Quelle erschlossen hätten.» Zudem habe der Gemeinderat «sehr viel Zeit» ins Dossier gesteckt. Doch das neue Projekt sei auch eine gute Lösung, «obwohl es sicher ein bisschen teurer sein wird». Bärfischen soll sein Wasser künftig über das Wasserkonsortium Freiburg beziehen (siehe FN vom Samstag). Nicht nur das Wasser bescherte Plancherel viel Arbeit. Auch bei anderen Bauvorhaben–sei es im Bereich Raumplanung, Abwasserplanung oder beim Bau von Gebäuden–hagelte es Rekurse. «Innerhalb von acht Jahren mussten wir insgesamt 38 Rekurse einstecken.» 33 davon seien von ein und derselben Familie gewesen. An Gemeindeversammlungen hatte Plancherel zudem manchmal mit schwierigen Bürgern zu kämpfen. Zu Beginn ihrer Zeit als Syndique habe sie an einer Versammlung eine Frau fast aus dem Saal weisen müssen. «Mit der Zeit wurden die Bürger aber höflicher.» Sogar mit Telefon-anrufen nach Hause wurde sie anfänglich bombardiert. «Ein Mann rief mich eine Zeit lang jeden Tag an.» Und an ihrem ersten Neujahrstag als Syndique erhielt sie um acht Uhr morgens einen Anruf, weil der Schnee nicht von der Strasse geräumt worden war. Plancherels Rücktritt führt die Gemeinde in einen personellen Engpass. Mit ihr ist auch Vize-Syndique Elsbeth Aeberhard zurückgetreten. Ein Gemeinderatssitz konnte bis jetzt noch nicht besetzt werden. Für Carole Plancherel ist nicht zuletzt deshalb klar, dass die Gemeinde fusionieren muss. Dies sei auch aus schultechnischer Sicht unumgänglich. Bärfischens Primarschulkreis zählt rund 50 Kinder. Das neue Schulgesetz, das demnächst vor den Grossen Rat kommt, verlangt pro Schulkreis mindestens 120 Schüler. Ein Zusammenschluss mit einer anderen Gemeinde will auch die Bevölkerung, wie eine aktuelle Umfrage zeigt.

Arbeit war zu belastend

Plancherel ist froh, dass sie nun mehr Zeit für sich, ihren Mann und ihre drei Kinder hat. Die gelernte Juristin arbeitet weiterhin zu 50 Prozent bei der kantonalen Erziehungsdirektion. Ihr Job als Syndique beanspruchte sie zu rund 40 Prozent. Im letzten Winter hat sie jedoch weit mehr Zeit in die Gemeinde gesteckt; Vize-Syndique Aeberhard fiel aus gesundheitlichen Gründen aus, zudem gab es im Gemeindesekretariat einen personellen Wechsel. «Ich habe gemerkt, dass ich an meine Grenzen stiess.» Da habe sie sich entschieden, ihr Amt als Syndique abzugeben.

Kopf ein wenig leerer

Die ersten Tage als normale Bürgerin Bärfischens gefallen Carole Plancherel gut. Es sei noch ein bisschen zu früh, um das neue Gefühl zu umschreiben, sagt sie und lacht. «Aber mein Kopf ist auf jeden Fall schon ein bisschen leerer.»

 

«Innerhalb von acht Jahren mussten wir 38 Rekurse einstecken.»

Carole Plancherel

abgetretene Syndique Bärfischen

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