Share on facebook
Share on twitter
Share on linkedin
Share on print

Mit Drei- bis Siebenjährigen

Share on facebook
Share on twitter
Share on linkedin
Share on print

Das ist ein bezahlter Beitrag mit kommerziellem Charakter. Text und Bild wurden von der Firma Muster AG aus Musterwil zur Verfügung gestellt oder im Auftrag der Muster AG erstellt.

Mit Drei- bis Siebenjährigen

Pädophiler Mann vor dem Bezirksgericht Saane

I n der Nacht, als eine Mutter aus Freiburg ihr drittes Kind bekommen hat, hat der «Aufpasser» daheim die sechs- und dreijährigen Geschwister sexuell missbraucht. Der Staatsanwalt fordert viereinhalb Jahre für den Wiederholungstäter.

Von CHRISTIAN SCHMUTZ

«Ich bin ein Monster. Was ich gemacht habe, ist schrecklich für die Familien. Die Kinder werden ihr Leben lang davon geprägt sein», sagte der 37-jährige R. gestern vor dem Bezirksgericht Saane. Er zeigte sich zwar sehr kooperativ, doch Gerichtspräsident Jean-Marc Sallin zeigte auf, dass sich R.s Aussagen widersprachen. «Das verstehe ich selbst nicht», war seine Antwort. Er sei wohl bei den ersten Befragungen unter Haschisch-Einfluss gestanden.

Wiederholungstäter nicht «geheilt»

Bereits 1993 war R. im Waadtland wegen zum Teil massiven sexuellen Übergriffen an einem guten Dutzend Drei- bis Elfjährigen verurteilt worden. Bis ins Jahr 2000 wurde er psychologisch betreut. Dann gab er an, er sei geheilt und habe genug gebüsst. Er heiratete, doch die Ehe wurde nach einem Jahr geschieden. Es ging wieder los. Der vertrauenserweckend aussehende R. bot sich als Koch fürs Pfadilager an und suchte Kontakt zu Frauen mit Kindern. Offenbar suchte er immer wieder seine Grenzen: «Anfangs konnte ich mich noch zurückhalten, doch plötzlich war es stärker als ich», sagte er vor Gericht.

Über seine Frau lernte er ein Elternpaar kennen, mit denen er sich anfreundete. Er bot sich zum Kinderhüten an. Einige Monate zog er gleich dort ein, weil er keine Wohnung hatte. Während dieser Zeit streichelte und küsste er in zahlreichen Fällen die Genitalien des sechsjährigen Mädchens und des dreijährigen Knaben. Er gab ihnen Zungenküsse, steckte den Finger in den Anus und masturbierte vor ihnen. Als im November 2001 die Mutter der Opfer ihr drittes Kind bekam, fragte sie R. zum Kinderhüten an. Beide Kinder übernachteten beim nackten Aufpasser im Bett. Wieder gab es zahlreiche sexuelle Übergriffe auf die kleinen Kinder, und das jeweils andere musste zuschauen.

«Wo noch Geborgenheit finden?»

«Es läuft mir kalt den Rücken hinunter», sagte Laurent Moschini, Substitut der Staatsanwaltschaft, in seinem Plädoyer. Der Pädophile habe von der Naivität der Kleinen profitiert, um sie in ihrem eigenen Zimmer und Bett zu misshandeln. «Wo können sie heute noch Sicherheit und Geborgenheit finden, wenn angebliche Freunde sie so täuschen?», fragte Moschini.

Aber R. hatte noch nicht genug. Zwei Jahre später profitierte der 37-Jährige bei seiner neuen Freundin, einer Frau mit Kindern, von deren häufigen Abwesenheiten. Am siebenjährigen Mädchen und seinem knapp fünfjährigen Schwesterchen verging sich R. regelmässig. Als Begründung gab der Pädophile an, selbst als 11-Jähriger von einem Pfadileiter schlimm sexuell misshandelt worden zu sein.

Laut Gutachten nicht schizophren

Anders als im waadtländischen psychiatrischen Gutachten von 1990 und 1992 sprach Dr. Michel Schmidt nicht von Schizophrenie, da bei R. viele Syndrome solcher psychischer Störungen fehlten. Er sprach eher von Borderline-Störung. Diese äussere sich in gestörten zwischenmenschlichen Beziehungen, mangelndem Selbstvertrauen und autoaggressiven Verhaltensweisen. Er sei aber pädophil mit einer völlig unreifen Sexualität. Die Verantwortlichkeit sei beim Angeklagten nur um etwa zehn Prozent eingeschränkt, sagte Schmidt. «Ich will eine regelmässige Therapie, um aus diesem Loch herauszukommen», sagte R. vor Gericht. Nach der Untersuchungshaft hatte er im Juni seine Gefängnishaft vorzeitig angetreten.

Ein Antrag von Pflichtverteidigerin Geneviève Chapuis Emery für eine psychiatrische Gegenexpertise wurde abgelehnt. Das Urteil am Bezirksgericht wird deshalb heute Freitag erwartet. Staatsanwalt Moschini hatte vier Jahre und sechs Monate Zuchthaus gefordert. Dies sei ein absolutes Minimum, sagte Zivilkläger Stefano Fabbro.

Mehr zum Thema