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Mit Gefühl zum exakten Glockenschlag

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Das ist ein bezahlter Beitrag mit kommerziellem Charakter. Text und Bild wurden von der Firma Muster AG aus Musterwil zur Verfügung gestellt oder im Auftrag der Muster AG erstellt.

Autor: Lukas Schwab

Der eine oder andere Langschläfer in Lurtigen wurde wohl am Samstagmorgen von Glockenklängen aus dem Schlaf gerissen: Das Geläut war nicht immer ganz im Rhythmus, es gab Pausen, und die Lautstärke variierte. Doch die Lurtiger werden es den Glöcknern verzeihen: Am Werk waren Lehrlinge, die ihre ersten Versuche als Glöckner unternahmen.

Gespür und Ausdauer

Als Lehrmeister amtete Paul Herren, der seit über 50 Jahren als Glöckner die Schulhausglocke von Lurtigen erklingen lässt. Weil Herren altersbedingt kürzertreten will und der zweite Glöckner aus der Gemeinde weggezogen ist, war Nachwuchs gesucht. Die beiden gestandenen Männer Fritz Tschirren und Hanspeter Helfer erklärten sich schliesslich bereit, das Handwerk zu erlernen.

Unter den Augen seiner Lehrlinge macht sich Paul Herren ans Werk: Mit der Routine eines halben Jahrhunderts zieht er kräftig am Seil und lässt die Glocke in perfektem Takt erklingen. Es sieht einfach aus, wenn der Altmeister am Werk ist. Doch als der erste Lehrling übernimmt, gerät er sofort aus dem Takt. «Es ist eine Übungssache», sagt Herren lächelnd. Nach einigen Minuten klingen auch die Glockenschläge der Anfänger gut, nur ab und zu fällt noch ein Schlag aus. «Es braucht Gespür, aber in 50 Jahren können wir das auch», sagt Hanspeter Helfer. Neben Gespür ist auch Ausdauer gefragt: Zu Silvester läuten die Glocken eine halbe Stunde, eine Pause von einer Minute gibts nur um Mitternacht. «Das geht schon in die Arme», sagt Herren aus Erfahrung. In den letzten Jahren habe er das Geläut deshalb jeweils etwas kürzer gehalten.

Die Glöckner sind bereit

«Sie machen ihre Sache gut; ich glaube, die beiden sind Naturtalente», sagt der Altmeister. Während seine Lehrlinge weiter üben, erinnert er sich an die alten Zeiten: «Früher mussten die ältesten Schüler noch jeden Morgen die Schule einläuten», erzählt er. Mit dem Silvesterläuten habe er selber angefangen. «In den Fünfzigerjahren war ich aber zum Jahresende nicht immer da», erzählt er und lacht. Damals, in seinen Flegeljahren, sei er ab und zu unterwegs gewesen. Mittlerweile üben die beiden Neulinge den Anfang und den Abschluss des Läutens. «Das ist wohl das Schwierigste, das Geläut auf einen Glockenschlag zu stoppen», sagt Herren. Und auch das Sturmläuten scheint nicht ganz einfach zu sein, da kommen die Lehrlinge noch nicht an ihren Meister heran. Dennoch ist Herren zufrieden mit ihnen. Und die beiden Neulinge fühlen sich in der Lage, ihre Arbeit aufzunehmen. «Sollten wir es nicht gut machen, wird uns das unser Lehrmeister Paul schon sagen», so Helfer.

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