Share on facebook
Share on twitter
Share on linkedin
Share on print

«Mit Herz und Verstand politisieren»

Share on facebook
Share on twitter
Share on linkedin
Share on print

Das ist ein bezahlter Beitrag mit kommerziellem Charakter. Text und Bild wurden von der Firma Muster AG aus Musterwil zur Verfügung gestellt oder im Auftrag der Muster AG erstellt.

«Mit Herz und Verstand politisieren»

Nationalratspräsidentin Thérèse Meyer-Kaelin bezeugt ihre tiefe Verbundenheit mit ihrer Heimat

Mit Freude und Respekt vor der Aufgabe, aber auch mit einer gewissen Trauer, dass ihr Vorgänger gesundheitshalber verzichten musste, hat die Freiburger CVP-Parlamentarierin Thérèse Meyer am Dienstag ihr Amt als Nationalratspräsidentin angetreten. Sie will mit ihrem Engagement namentlich an einer guten Zukunft für die Jugend arbeiten.

Mit THERESE MEYER-KAELIN
sprach WALTER BUCHS

Frau Nationalratspräsidentin, Sie sind soeben als erste Freiburgerin in dieses hohe Amt gewählt worden. Welche Gefühle bewegen Sie in diesem Moment?

Es ist ein Gefühl der grossen Freude, das mich bewegt. Dieses ist aber doch mit einer gewissen Trauer vermischt, wenn ich an die Umstände denke, die eine Ersatzwahl notwendig machten. Ich denke also in diesem Moment sehr stark an Jean-Philippe Maître, der eigentlich die Funktion bis gegen Ende Jahr hätte ausüben sollen.

Wie gesagt spüre ich doch auch eine grosse Freude. Ich durfte in den vergangenen Tagen sehr viel Herzlichkeit erfahren und alles ist ruhig verlaufen. Der Wahlvormittag war eine sehr schöne Erfahrung. Ich gebe mir übrigens erst jetzt Rechenschaft darüber, dass ich tatsächlich die erste Freiburgerin in diesem Amt bin. Ich war vor Jahren auch die erste Gemeinderätin in Estavayer-le-Lac und dann die erste Syndique. Für mich ist damit eine besondere Verantwortung verbunden.

Aufgrund welcher Überlegungen haben Sie sich für das Amt zur Verfügung gestellt?

Die Sache ist nicht so gelaufen, dass ich mich zur Verfügung gestellt hätte. Als man in der Fraktion aufgrund der schmerzhaften Umstände zur Kenntnis nehmen musste, dass an Stelle von Jean-Philippe Maître jemand anders den Parlamentsvorsitz zu übernehmen hat, hat man mich darauf aufmerksam gemacht, dass ich von den Westschweizern und Tessinern die Amtsälteste bin.

Mein Vorgänger hat mich ebenfalls ermuntert, in die Lücke zu springen. Ich habe mich dann in einem sachlich überlegten Entscheid und aus Verantwortungsbewusstsein bereit erklärt, von der Fraktion vorgeschlagen zu werden. Nun ist alles gut verlaufen.

Nationalratspräsidentin zu sein, ist nach aussen eigentlich eher ein Ehrentitel. Nach innen bedeutet es viel Arbeit. Ist dieser Posten überhaupt interessant?

Damit ist tatsächlich eine grosse Arbeit und viel Konzentration verbunden. Namentlich die Entscheide im Parlament müssen bei guten Bedingungen und korrekt gefällt werden können. Es braucht Sicherheit bei der Entscheidungsfindung. Das ist mir wichtig und hier hat die Vorsitzende eine wichtige Rolle zu spielen. Wenn diese Arbeit gut gemacht wird, dann fällt das gar nicht auf.

Wie sie angetönt haben, kommt dazu die Vertretung gegen aussen. Das wird zweifellos eine gute Erfahrung sein, die es ebenfalls wahrzunehmen gilt. Was da in naher Zukunft auf mich zukommen wird, weiss ich noch nicht, da alles so überraschend neu ist.

Wer ein neues Amt übernimmt, will in der Regel auch eine gewisse persönliche Note hineinbringen. Was ist diesbezüglich von Ihnen zu erwarten?

(Lacht) Am heutigen Internationalen Tag der Frau, an dem ich gewählt wurde, habe ich in der Eröffnungsansprache bereits die Gelegenheit benutzt, um den Frauen, die sich auf den verschiedenen Ebenen einsetzen, für ihr Engagement zu danken. Seit Jahren habe ich immer Frauen ermuntert, sich für die Übernahme von Ämtern und Aufgaben zur Verfügung zu stellen, sei dies auf Gemeinde- und Kantonsebene. Ich habe mich diesbezüglich auch als Mentorin junger Frauen engagiert, was mich selber dazu anhält, mein eigenes Verhalten zu hinterfragen.

Ich habe selber erlebt, dass der Einstieg auf Gemeindeebene die beste Möglichkeit ist, in der Politik erste Erfahrungen zu machen. Hier ist man noch ganz direkt mit dem Alltagsleben verbunden, wenn es gilt Entscheide zu treffen. Es ist eine Gelegenheit, die eigenen Kompetenzen weiterzuentwickeln und dabei festzustellen, dass man fähig ist, Aufgaben im Dienste der Öffentlichkeit auf verschiedenen Ebenen zu übernehmen. Ohne die Erfahrung auf Gemeindeebene wäre ich heute zweifellos nicht hier.

In einer neuen Funktion setzt man sich auch Ziele. Was wollen Sie in Ihrer Amtszeit, die bis Ende November dauert, erreichen?

Ich bin mir bewusst, dass meine Rolle neben dem Bundesrat und dem gesamten Parlament bescheiden ist. Ich habe mir aber zum Ziel gesetzt dazu beizutragen, dass das Vertrauen der Bevölkerung in die Politik gestärkt wird. Hier stellen wir ein Manko fest.

Das Land steht vor grossen Herausforderungen. Wir müssen in der Lage sein, die Bevölkerung darüber objektiv zu informieren und die Wirklichkeit widerzuspiegeln. Natürlich sollen in der politischen Auseinandersetzung die unterschiedlichen Haltungen zum Ausdruck kommen. Wenn aber immer wieder auch die Fakten angezweifelt werden, ist dies dem Vertrauen nicht förderlich.

Werden der Kanton Freiburg und namentlich der Broyebezirk von Ihrer Präsidentschaft profitieren?

Zur Beantwortung dieser Frage gebe ich Ihnen ein Beispiel. Seit meine Kandidatur für das Nationalratspräsidium im Spiel war, sind Vertreter von grossen Deutschschweizer Zeitungen nach Estavayer-le-Lac gekommen und wollten sehen, wo ich wohne. Sie haben nach eigenen Aussagen ein schönes Städtchen entdeckt, über das sie berichten wollen.

Der Blick wird also schon vermehrt auf den Kanton und die Region gerichtet, von der eine hohe Amtsperson stammt. Die Medien und die Öffentlichkeit zeigen ein grösseres Interesse, was sicher unserem Kanton und meiner Region gut tun wird.

Sie sind jetzt für ein paar Monate die höchste Schweizerin. Welche Botschaft richten Sie heute an das Schweizer Volk?

Ich glaube an dieses Land mit seiner Vielfalt und seinem kulturellen Reichtum und ich glaube an seine Zukunft. Bis jetzt hat man es mit vereinten Kräften immer geschafft, Lösungen zu finden.

Verantwortung übernehmen und auch das Herz sprechen lassen: das müssen wir als Politikerinnen und Politiker. So finden wir einen Ausgleich und das Volk stellt fest, dass seine Sorgen und Anliegen ernst genommen werden. Wir sollten bei unserer Arbeit etwas mehr mit einer Stimme sprechen, was dem Vertrauen ganz sicher dienlich sein wird.

Und noch ein Wort an die Freiburger Bevölkerung?

Ja, ich benütze gerne die Gelegenheit, einen besonderen Gruss an das Freiburger Volk zu richten. Wenn man in einem so schönen Kanton, wo Werte noch gepflegt werden, beheimatet ist, dann beflügelt das. Ich bin in meiner Heimat stark verwurzelt, was dazu beiträgt, dass ich mich überall wohl fühle. Je mehr man sich bewusst ist, woher man kommt, desto besser kann man sich auch öffnen.
Freude im Kanton Freiburg

Der Freiburger Staatsrat war am Dienstagmorgen vollzählig auf der Ehrentribüne des Nationalratssaals anwesend, als das Plenum zur Wahl einer neuen Präsidentin schritt. Ebenfalls der Gemeinderat von Estavayer-le-Lac war beim grossen Tag seiner früheren Syndique zugegen.

Als Vizepräsident Claude Janiak bekannt gab, dass Thér

Mehr zum Thema