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«Mit Lesen können wir überall hin»

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«Als meine Mutter mit mir schwanger war, bekam sie Lust zu lesen», erzählt Fabienne Zurkinden. Die 43-Jährige ist Buchhändlerin und arbeitet in einer Schwar­zenburger Buchhandlung. «Meine Leidenschaft für Bücher – die hatte ich schon immer, quasi pränatal», sagt Zurkinden und lacht. «Meine Mutter bewahrte Bücher in Holzharassen auf. Ich habe es geliebt, in dem Zimmer zu sitzen, zu riechen, zu spüren – jedes Buch ist anders.» Schriften strahlten für sie Ruhe aus. «Ich kann mir ein Haus ohne Bücher nicht vorstellen.» Bei ihr zu Hause in Düdingen seien in fast jedem Zimmer Bücher zu finden, «aus­ser in der Waschküche oder im Keller». Dabei gelte durchaus eine Ordnung. «Ich lese oft mehrere Bücher parallel», erzählt Zurkinden fröhlich.

Bärenjunge Petzi

Als erste Kinderbücher kann sich Zurkinden an Pixi-Büchlein mit Geschichten um den seefahrenden Bärenjungen Petzi und seine Freunde Pelle, Pingo, Seebär, Schildkröte und Papagei erinnern. Alle Pixi-Bücher sind quadratisch, haben das Format von zehnmal zehn Zentimeter und meist 24 Seiten. «Später las ich ‹Hanni und Nanni› von Enid Blyton.» Und sie könne sich an das Buch «Der Trotzkopf» erinnern, erzählt Zurkinden und schaut im Computer den Namen der Autorin nach, «Emmy von Rhoden – das Buch hatte mir meine Taufpatin geschenkt».

In der Pubertät zog es Fabienne Zurkinden zu Büchern von Stephen King, einem amerikanischen Schriftsteller, welcher für seine Horror-Romane berühmt ist. «Ich bin fast gestorben vor Angst im Bett.» Aber das Gruselige und Mystische habe sie fasziniert. «Ich verbrachte viel Zeit in der Schulbibliothek von Plaffeien», erzählt die Mutter von zwei Kindern. «Und meine Taufpatin schenkte mir immer wieder gute Bücher», sagt sie fröhlich. Sie könne sich an Situationen erinnern, in denen sie mit Freundinnen unterwegs war, aber dann rasch nach Hause wollte, um weiterlesen zu können. «Ich bin schon ziemlich angefressen.»

Zurkindens berufliche Laufbahn startete mit einer Lehre als Kaufmännische Angestellte. «Das gefiel mir aber gar nicht.» Der Berufsberater habe sie daraufhin gefragt, was sie denn gerne mache. «Lesen, war meine Antwort», erzählt Zurkinden und lacht, «also machte ich mich auf die Suche nach einer Lehrstelle als Buchhändlerin.» Das Geschäft Stauffacher in Bern sei ihr zu gross gewesen, «die Lindwurm-Buchhandlung in Freiburg hat mir besser gefallen». Es sei eine schöne Zeit gewesen in diesem Laden, erzählt Zurkinden wehmütig, «ich arbeitete dort bis zur Schliessung 2009». Nur wenig später habe sich in der Schwarzenburger Schmiedgasse-Buchhandlung eine Teilzeitanstellung ergeben. «Klein, aber fein ist es auch hier, ich kann alles machen, es ist ein schöner Ort, um zu arbeiten.»

Indien und die ganze Welt

Das Buch, welches sie wohl am meisten geprägt habe, sei «Siddhartha» von Hermann Hesse. In der Erzählung geht es um die spirituelle Selbstfindung eines jungen Mannes in Indien. «Ich bin zwar nie wirklich dorthin gereist, aber das Werk führte mich zur Indien-Literatur», sagt Zurkinden. «Durch die Bücher lerne ich ganze Kontinente kennen.» Mit Siddhartha sei sie eben doch nach Indien gereist. «Mit Lesen können wir überall hin, sogar in andere Zeiten.»

Zurkinden kann sich auch an ein Buch der ägyptischen Schriftstellerin Alaa al-Aswani erinnern. «Der Jakubijân-Bau» heisse das Werk und alles drehe sich um verschiedene Charaktere in einem Haus in der Kairoer Innenstadt. «Es gibt Hunderte tolle Bücher.» Auch Fantasy-Romane hätten es ihr zum Teil angetan. Im Moment fahre sie eher auf der leichteren Schiene, «nichts Dramatisches und keine Thriller». Von den Schweizer Schriftstellern gefalle ihr der Oltner Alex Capus, der Zürcher Martin Suter oder Tim Krohn aus Santa Maria Val Müstair. Mit dem Berner Schriftsteller Lukas Bärfuss habe sie in der Lindwurm-Buchhandlung in Freiburg zusammengearbeitet, erinnert sich Zurkinden. Selber zu schreiben sei nie ein Thema gewesen, «ich versinke lieber in den Büchern anderer». So zum Beispiel auch in den Werken von Katherine Pancol, einer in Marokko geborenen französischen Autorin. «Die gelben Augen der Krokodile» sei ein wunderbarer Roman von ihr. Die französische Stimmung mit ihrem Charme sei auch nach der Übersetzung noch da.

Durch die Literatur könne sie viel lernen, ist Zurkinden überzeugt. «Ich habe ein sehr gutes Vorstellungsvermögen und bin sicher, dass das auch vom Lesen kommt.» Durch die Geschichten wisse sie auch, «dass es noch vieles, anderes gibt». Bücher seien fast wie ein Grundnahrungsmittel für den Kopf, sagt Zurkinden verschmitzt. Eine Erzählung auf einem E-Reader zu lesen, komme für sie dabei nicht in Frage. «Das ist für mich nicht Lesen, das Erlebnis ist nicht das gleiche.»

«Ich habe ein sehr gutes Vorstellungsvermögen und bin sicher, dass das auch vom Lesen kommt.»

Fabienne Zurkinden

Buchhändlerin

«Ich bin fast gestorben vor Angst im Bett. Aber das Gruselige und Mystische hat mich fasziniert.»

Fabienne Zurkinden

Buchhändlerin

«Meine Mutter bewahrte Bücher in Holzharassen auf. Ich habe es geliebt, in dem Zimmer zu sitzen, zu riechen, zu spüren – jedes Buch ist anders.»

Fabienne Zurkinden

Buchhändlerin

Zur Person

Katzen, Hühner und Bienen

Fabienne Zurkinden ist 43 Jahre alt und arbeitet seit rund fünf Jahren mit 30 Stellenprozenten als Buchhändlerin in Schwarzenburg. Sie ist verheiratet, Mutter von zwei schulpflichtigen Kindern und lebt in Düdingen. Auch Katzen, Hühner und Bienen gehören zur Familie Zurkinden. Nach einer abgebrochenen Lehre als Kaufmännische Angestellte absolvierte Fabienne Zurkinden die Ausbildung als Buchhändlerin in Freiburg.

emu

Fachgeschäfte

In der Region hat es nur zwei Buchhandlungen

In den bernischen Nachbarsgemeinden zum Kanton Freiburg gibt es zwei Buchhandlungen. Die eine ist die Buchhandlung Schmiedgasse in Schwarzenburg, in welcher Fabienne Zurkinden arbeitet (siehe Haupttext). Die zweite ist die Buchhandlung Eckstein beim Bahnhof in Laupen. Ein Verein führt diese christliche Buchhandlung. In Neuenegg existiert keine Buchhandlung mehr.

emu

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