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Mit Masken in die neue Normalität

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Mitte Juni hat der Bundesrat die ausserordentliche Lage aufgehoben und den Kantonen ihre Entscheidungskompetenz im Kampf gegen das Coronavirus zurückgegeben. Vor fünf Wochen machte der Kanton Freiburg mit einer ersten Einschränkung davon Gebrauch: Er begrenzte die Teilnehmerzahl bei Veranstaltungen auf 300 Personen und verlangte eine bessere Rückverfolgbarkeit der Gäste von Discos und Bars.

Nun verschärft der Staatsrat die Massnahmen erneut. An einer Medienkonferenz verkündete er gestern die Einführung der Maskentragpflicht in Geschäften. Dies gilt für die Kundschaft ab zwölf Jahren und das Personal, sofern dieses nicht durch eine Scheibe geschützt ist. Neu ist das Tragen einer Maske auch für das Personal öffentlicher Gaststätten obligatorisch. Kunden, die in Restaurants oder Bars sitzen, müssen hingegen weiterhin keine Maske tragen.

Der Staatsrat hat diese Verschärfung am Dienstag mit einer Verordnung beschlossen. Die neuen Massnahmen treten morgen Freitag in Kraft.

Wegen Zunahme der Fälle

Wie Staatsratspräsidentin Anne-Claude Demierre (SP) gestern erklärte, habe die Zahl der wöchentlich Infizierten im Kanton bis vor kurzem rund 30 betragen. Letzte Woche erfolgte aber eine markante Zunahme der Fälle: Es gab eine Verdreifachung (siehe Kasten).

«Der Schulbeginn diese Woche sowie die Wiederaufnahme der wirtschaftlichen Aktivitäten nach den Ferien haben den Staatsrat dazu bewogen, die Maskenpflicht in Geschäften für die Kundschaft und das Personal einzuführen», so Demierre. Sie erwähnte auch, dass in jüngster Zeit Betriebe geschlossen sowie Personal und Kundschaft in Quarantäne geschickt werden mussten. «Das Tragen von Masken kann solche Massnahmen verhindern», sagte sie.

«Masken sind ein effizientes Schutzmittel», sagte der Kantonsarzt ad interim, Thomas Plattner. Damit könne insbesondere vermieden werden, dass von einer Person Tröpfchen im Bereich von einem bis anderthalb Metern versprüht werden und in diesem Bereich liegen bleiben.

«Das Tragen von Masken ist eine komplementäre Massnahme», betonte Sicherheits-und Justizdirektor Maurice Ropraz (FDP). Vordringlich blieben das Abstandhalten und Einhalten der Hygienevorschriften.

Ropraz wies darauf hin, dass die Maskenpflicht im öffentlichen Verkehr bereits seit dem 6. Juli gelte und dass sich die Bevölkerung diesem Obligatorium grossmehrheitlich gefügt habe. Einen ähnlichen Effekt erwartet er auch beim Einkaufen. «Zuletzt gab es immer mehr Personen, die in Supermärkten freiwillig Masken trugen.» Mitte Juli hatte der Staatsrat dies noch «dringend empfohlen».

Ropraz sagte weiter, dass Freiburg mit diesem Schritt eine Harmonisierung zu den anderen Kantonen vornehme. Bereits eingeführt haben die Maskenpflicht die Westschweizer Kantone Waadt, Genf, Jura und Neuenburg, dazu Basel-Stadt und ab heute Donnerstag auch Zürich. Das Wallis hat die Maskenpflicht wie Freiburg gestern verkündet. «Wir sind mit diesem Schritt weder zu früh noch zu spät», so Ropraz.

Prävention und Kontrollen

Oberamtmann Carl-Alex Ridoré (SP), Vertreter der Koordinationsstelle, sagte, dass dieser neue Schritt durch Prävention und Kontrollen umgesetzt werde. Kontrollen führen die Ämter für Lebensmittelsicherheit und für den Arbeitsmarkt sowie die Polizei durch. Für Firmen sind strafrechtliche und administrative Sanktionen möglich, für einzelne Maskenverweigerer Bussen. «Alles ist im Interesse der Betriebe und der Kundschaft.»

Für die Maskentragpflicht ist keine zeitliche Begrenzung vorgesehen. «Dies kann Monate gehen, möglicherweise bis ein Impfstoff da ist», so Ropraz.

 

Die FN haben auf der Strasse Passantinnen und Passanten gefragt, was ihre Meinung zur Maskenpflicht in Geschäften ist:

«Wir finden das eine gute Sache. Hoffentlich halten sich alle daran. Man gewöhnt sich ja recht schnell an die Maske.»

Rosemarie und Josef Fontana

St. Antoni

«Die Maskenpflicht in Geschäften finde ich eine gute Sache. Bei meiner Arbeit ist das Tragen von Masken schon lange Pflicht.»

Renata Poffet mit ihrem Sohn

Giffers

«Es stört mich eigentlich nicht, beim Einkaufen eine Maske zu tragen. In anderen Bereichen ist das schon lange so.»

Hermann Brügger

Plaffeien

«Ich bin nicht gerade begeistert über das Obligatorium, werde mich aber daran halten. Was sein muss, muss sein!»

Irene Brülhart

Schmitten

«Wenn es obligatorisch ist, dann trage ich eben eine Maske. Ich gehe sowieso nur in die Geschäfte, wenn ich etwas brauche.»

Bruno Gross

St. Silvester

«Wir sind keine Fans der Masken, halten uns aber an die Regeln und werden sie sicher in den Geschäften tragen.»

Paul Portmann mit Leonard

Freiburg

 

Kommentar

Mit der Maske zurück zur Solidarität

Urs Haenni

Was das Tragen von Masken bei der Eindämmung des Coronavirus tatsächlich bewirkt, ist umstritten. Auf dem Höhepunkt der ersten Corona-Welle wurde vom Bundesamt für Gesundheit der Nutzen der Maske kleingeredet. Später stellte sich heraus, dass der Grund dafür am Mangel an Schutzmasken lag. Der Rückgang der Infektionen bis Juni gelang auch ohne Masken. Nun liegt die Schweiz mit ihrer Infektionszahl über dem Niveau einiger umliegenden Länder, die schon viel früher auf Masken gesetzt haben. Insofern ist es nach dem Öffnen der Grenzen nur konsequent, nachzuziehen.

Es ist kaum bekannt, dass Infektionen in Läden stattfanden. Allerdings ist das bei diesen flüchtigen Kontakten mit einer nicht registrierten Kundschaft auch nicht feststellbar. Sicher ist aber, dass in der Bevölkerung Nachlässigkeit und ein gewisser Verdruss eingesetzt haben. Die Solidarität aus der Anfangszeit der Pandemie ist grösstenteils verflogen. Maskenpflicht galt bisher für Bereiche, bei denen das Abstandhalten kaum möglich ist. Etwa im öffentlichen Verkehr oder in Schulen ab Orientierungsstufe. Auch Berufsleute wie Coiffeure und Fahrlehrer arbeiten nur mit Maske. Insofern ist es kein grosses Opfer der Bevölkerung, wenn sie für das Einkaufen eine Maske tragen muss.

Auch wenn der Schutzfaktor unklar ist, stärkt jede getragene Maske das Bewusstsein, dass das Virus unter uns ist. Und die Bevölkerung verhält sich so wieder solidarisch mit jenen, die dem Virus am meisten ausgesetzt sind. Vielleicht kann genau diese Solidarität erneut zum wirksamsten Mittel im Kampf gegen Corona werden.

 

Zahlen und Fakten

Freiburg ist auf Rang drei vorgerückt

«Freiburg ist heute nach Waadt und Genf der am drittstärksten von Corona-Infektionen betroffene Kanton.» Dies sagte FDP-Staatsrat Maurice Ropraz an der gestrigen Medienkonferenz. Wie er sagte, habe Freiburg über die letzten 14 Tage 56 Infektionen pro 100 000 Einwohner registriert und liege somit nur knapp unter dem Wert, der im Ausland für eine Risikozone gilt. Zuletzt kam jeder zehnte Fall des Landes aus Freiburg, mit einem Dreissigstel der Bevölkerung. Wie der interimistische Kantonsarzt Thomas Plattner aufzeigte, waren letzte Woche die Bezirke Greyerz und Saane für mehr als die Hälfte der 132 Fälle verantwortlich, Ansteckungen gab es aber auch im Sensebezirk (12) und Seebezirk (14). Diese Woche wurden im Sensebezirk bereits wieder zehn neue Fälle gezählt. Gegenüber der ersten Welle im März und April werden nun häufiger jüngere Personen angesteckt. Letzte Woche entfielen zwei Drittel aller Fälle (88) auf die 20- bis 40-Jährigen. Dagegen gab es keinen einzigen Fall bei den über 60-Jährigen. So erklärt sich auch, dass es trotz der Zunahme der Fälle zu wenig Hospitalisierungen kommt. Stand gestern verzeichnete das Freiburger Spital HFR drei Verdachtsfälle und zwei Hospitalisierungen, aber niemanden auf der Intensiv­station. Dies könne sich aber wieder ändern, wie Plattner sagt: «Die Angesteckten kehren in ihre Familien zurück.» Einen rasanten Anstieg gab es auch bei den angeordneten Quarantänen: von 196 auf 2106 in der letzten Woche. Etwas mehr als ein Drittel (853) betreffen Rück­kehrer aus Risikoländern. uh

 

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