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Mit offenen Fragen in die Alpsaison

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196 Flüge mit Armeehelikoptern und 152 Flüge von Privaten waren letztes Jahr nötig, um 15 Freiburger Alpbetriebe mit 422 000 Litern Wasser zu versorgen.

Dieses Szenario aus dem Hitzesommer 2018 soll sich in Zukunft nicht mehr wiederholen, waren sich die Beteiligten nach dem Notfalleinsatz Helios einig. Bauliche Anpassungen wie zusätzliche Anlagen für die Wasserzufuhr oder grössere Reservoirs seien nötig, hiess es im September, als das kantonale Führungsorgan Bilanz zog.

Informiert und sensibilisiert

Nun dauert es noch einen Monat, bis die nächste Alpsaison beginnt, und es lässt sich schwer abschätzen, ob die Freiburger Alpbetriebe tatsächlich besser auf eine erneute Dürre vorbereitet wären. «Wer letzten Sommer ein Problem hatte, hat auf dieses Jahr hin gewiss reagiert», sagt Frédéric Ménétrey, Direktor der Freiburgischen Landwirtschaftskammer und Sekretär des Alp­wirt­schaft­lichen Vereins.

«Die letzte Saison war sehr anstrengend», betont Ménétrey. «Die Bauern mussten erst einmal etwas herunterkommen. Aber dann hatten sie gleich wieder Stress mit dem Futterlager für den Winter.» Stress, der wegen der zuletzt niedrigen Temperaturen und Schneefälle weiter anhält.

Arbeiten auf den Alpbetrieben zu verrichten, ist während der Wintermonate kaum möglich. So standen diese eher im Zeichen der Information und der Sensibilisierung. Beispielsweise wurde an den Winterkursen des Alpwirtschaftlichen Vereins darauf hingewiesen, welche Arbeiten möglich sind und welche finanziellen Mittel zur Verfügung stehen.

Geld von Bund und Kanton

Seitens des Kantons stehen für Strukturverbesserungen über 7,75 Millionen Franken zur Verfügung. Dazu stellt auch der Bund einen Betrag in gleicher Höhe zur Verfügung, sagt Pascal Krayenbuhl, Chef des kantonalen Amts für Landwirtschaft. Diese Mittel sind für Tief- und Hochbauarbeiten aller Art vorgesehen, etwa für Renovationen von Bauernhöfen oder Käsereien, für Güterzusammenlegungen und auch für alpwirtschaftliche Infrastrukturbauten. Zudem gebe es einen kleineren kantonalen Fonds für Bodenverbesserungen über 750 000 Franken.

«Wer mit einem konkreten Projekt zur Verbesserung der Wasserzufuhr kommt, für den stehen derzeit noch genügend Mittel bereit», so Krayenbuhl weiter. Diese Mittel könnten sogar noch kurzfristig für diesen Sommer gesprochen werden, wenn es das Baubewilligungsverfahren zulasse, meint er.

Geld stellt auch der Alpwirtschaftliche Verein zur Verfügung. «In den letzten Jahren haben wir immer wieder Beiträge von jährlich insgesamt 10 000 Franken gesprochen», so Frédéric Ménétrey. Einzelne Projekte mit Kosten von bis zu 1500 Franken würden so unterstützt. Ménétrey greift aus einem Ablagefach drei Dossiers heraus, die derzeit zur Prüfung bereit sind: zwei Reservoirs und eine Pumpe.

«Kleinere Massnahmen erzielen zum Teil eine grosse Wirkung», so Ménétrey. Er erwähnt zum Beispiel eine neue Dachrinne, einen kleinen Betonplatz, eine vergrösserte Zisterne oder ein paar Meter Wasserleitung. Auch mit einer angepassten Planung der Beweidung könne Trockenperioden begegnet werden.

«Vieles davon gehört zur Vorbereitung auf die Alpsaison», sagt Ménétrey. «Eigeninitiative des Betreibers ist wichtig, aber die Hilfsbereitschaft für konkrete Dossiers ist gross.»

Auch Gemeinschaftsprojekte

Grössere Projekte werden dagegen an das Amt für Landwirtschaft weitergeleitet, weil ab 20 000 Franken eine kantonale Unterstützung möglich wird. Im Kanton gibt es derzeit mehrere Gemeinschaftsprojekte, die aber eine längere Planung und mehr Mittel bis in Millionenhöhe erfordern. Pläne für eine Wasserversorgung im Breccaschlund (siehe Kasten) wurden schon nach dem Hitzesommer 2015 aufgegleist.

Gemäss Marcel Thalmann, Mitarbeiter beim kantonalen Amt für Landwirtschaft, sind aber seit dem letzten Sommer weitere Anfragen eingetroffen. Ein Projekt La Balisa/Chesa­lette im Gebiet Schwarzsee Richtung Valsainte ist derzeit in der öffentlichen Auflage. In der Planungsphase seien weitere Projekte im Muscherntal, in Jaun im Bereich Still­was­ser­wald sowie ein grösseres Vorhaben, bei dem die Gemeinde Jaun in einem Alpinfrastrukturprojekt 40 Alpen vereinen will. Die Gemeinde Val-de-Charmey habe zudem eine lokale Umfrage zum Wasserproblem gestartet.

Zwischen den grossen Projekten und den kleinen Massnahmen könnten Alpbetriebe ihre Vorhaben im Rahmen von Genossenschaften gemeinsam eingeben, damit sie ebenfalls in den Genuss einer finanziellen Unterstützung kommen, so Thalmann.

Auch für Thalmann ist es wichtig, dass längerfristig die Kapazität vergrössert oder sogar neue Quellen gefasst und bestehende saniert werden. Für diesen Sommer könnten aber schon Lösungen Wunder wirken wie Schwimmer in den Brunnentrögen, damit dort nicht Wasser ungenutzt verbraucht wird.

Umfrage gestartet

Um sich einen Überblick über sämtliche 600 Alpbetriebe mit 1300 Alphütten zu verschaffen, beteiligt sich der Freiburger Alpwirtschaftliche Verein an einer Umfrage mit dem Projekt Interreg Alp@venir zur Wasserversorgung in den Kantonen Freiburg, Waadt und Wallis. Dabei sollen die jetzige Wasserversorgung, in den letzten Jahren transportierte Wassermengen sowie realisierte und geplante Arbeiten erfasst werden. «Wir wollen genau wissen, ob die Strukturen genügen oder nicht», sagt Ménétrey. Die Eingabefrist für den Fragebogen ist der 15. Mai.

Derzeit ist Ménétrey aber bereits wieder beunruhigt. «Es ist zu trocken», sagt er. «Seit letztem Sommer hat es nicht viel geregnet. Die Quellen haben oft noch nicht wieder genügend Wasser. Im Monat Mai müsste es noch ziemlich viel Regen geben, damit wir die Alp­saison ruhiger und mit einer gewissen Reserve starten können. Auch eine Verschiebung der Alpsaisoneröffnung ist denkbar.»

Denn für Ménétrey ist klar: «Wir werden wahrscheinlich nicht jedes Jahr auf die Hilfe der Armee zählen können.»

Wasserprojekt Brecca

Vorprojekt ist bei Bund und Kanton

Im Raum Brecca im Schwarzseetal läuft ein grosses Projekt, um die Wasserversorgung der Alphütten und Weiden zu verbessern. Es geht um rund 15 Alpen mit etwa 1100 Tieren, betroffen sind vier Alpgenossenschaften und sieben private Grundeigentümer. So sollen etwa die Quellen Obere Rippa und Ober Stierenberg gefasst und über ein Reservat unterhalb Cerniets gepumpt werden. Ein Ingenieurbüro klärt die Linienführung über die Alp Rippetli in den Breccaschlund ab. Finanziert wird das Projekt mit Sub­ven­tio­nen von Bund und Kanton. In den nächsten Wochen erwartet die Mehrzweckgenossenschaft Schwarzsee deren Antwort auf das Vorprojekt, um mit den Alpgenossenschaften definitiv klären zu können, welche Alpen sie anschliessen und wie die Restfinanzierung aussieht.

im

«Die Bauern mussten erst einmal etwas herunterkommen.»

Frédéric Ménétrey

Direktor Freiburgische

Landwirtschaftskammer

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