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Mit Spürsinn dem Virus auf der Spur

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Die Covid-Task-Force der Freiburger Gesundheits- und Sozialdirektion hat soeben ihre wöchentliche Sitzung in einem kantonalen Gebäude in Granges-Paccot beendet. Auf einem Flipchart steht geschrieben: 52 Prozent.

Diese 52 Prozent sind für die kantonalen Behörden die Schlüsselzahl in der jetzigen Phase der Bekämpfung des ­Coronavirus: 52 Prozent aller Infizierten wurden positiv getestet, während sie sich bereits in Quarantäne befanden.

Für den Kantonsarzt ad interim Thomas Plattner bedeutet das: «Das Nachverfolgen der Ansteckungen funktioniert. Die Infektionskette wird erfolgreich durchbrochen.»

Mehrere Gruppen betroffen

Zwischen dem 22. Juni und Ende letzter Woche zählte der Kanton 91 neue Fälle. 22 davon wurden im Zusammenhang mit einer einzigen Beerdigung registriert. Auch über das Wochenende gab es wieder eine Häufung positiver Fälle auf Freiburger Boden. Sie betrafen in der Hauptsache zwei Familien: eine mit acht und eine mit zehn positiv getesteten Personen; bei der einen Familie erfolgte die Ansteckung im Ausland.

Claudia Lauper, Generalsekretärin der Gesundheits- und Sozialdirektion, beschreibt einen der beiden Fälle: «Eine junge Person wurde positiv getestet. Bei der Nachprüfung haben wir gemerkt: Sie lebt in einer grossen Familie in einem Gebäude mit mehreren Wohnungen. Wir haben daraufhin die ganze Familie getestet und mehrere positive Fälle verzeichnet. Wer positiv war, kam in Isolation, die anderen in Quarantäne.»

In diesem Fall hat das Freiburger Dispositiv seine ganzen Mittel ausgeschöpft: Das Oberamt wurde aufgeboten, und eine mobile Equipe mit Pflegefachpersonen begab sich vor Ort, um den Betroffenen die Massnahmen und Vorschriften in der Isolation oder in der Quarantäne zu erklären.

Einen eigentlichen Hotspot bei einem öffentlichen Anlass oder in einem öffentlichen Lokal hat es im Kanton Freiburg aber noch nicht gegeben, so Thomas Plattner. Auch sei nicht bekannt, dass Ansteckungen im öffentlichen Verkehr oder in Geschäften erfolgt seien, aber da sei die Quelle einer Ansteckung auch schwer zu eruieren, betont er.

Tests bei leichten Symptomen

Seit den Lockerungsschritten vom 11. Mai verfolgt der Kanton Freiburg seine neue Strategie zur Eindämmung des Coronavirus: Testen, Tracken, Isolieren. Seither lassen sich auch Personen mit leichten Symptomen testen, und das Umfeld um positiv getestete Fälle wurde ausgeweitet.

Während die Testkapazität erhöht wurde, kümmert sich ein Team in Granges-Paccot ums Nachverfolgen. Es besteht aus Pflegefachpersonen, Personal der Lungenliga, Studenten und wissenschaftlichen Mitarbeitern, und es wird unterstützt von der Polizei, etwa beim Ausfindigmachen von Kontaktadressen.

«Im Moment sind rund 15 bis 20 Personen im Einsatz. In den bestehenden Strukturen könnten bis zu 30 Personen gleichzeitig arbeiten», sagt Claudia Lauper. Derzeit werden in dem Callcenter sowohl Anrufe über die Hotline zu Gesundheitsfragen rund um das Virus entgegengenommen als auch Anrufe zum Nachverfolgen von Ansteckungen getätigt. Auch die Anrufe zur Kontrolle des Befindens der Angesteckten nach einem, fünf und zehn Tagen erfolgen in dieser Zentrale. Zudem kümmert man sich dort um das Monitoring.

Spitze nach den Lockerungen

Thomas Plattner hat festgestellt, dass es rund 10 bis 14 Tage nach dem letzten grossen Lockerungsschritt des Bundes mehr Ansteckungen gegeben hat, also Ende Juni. Die Grenzen und die Schulen wurden damals wieder geöffnet. «Zu dieser Spitzenzeit waren einmal rund 150 Personen in Quarantäne, im Moment sind es etwa 70», so Plattner.

Nicht in jedem Fall informiert das Personal des Contact-Tracing-Centers individuell alle Betroffenen über eine Quarantäne. Sind zum Beispiel mehr als zwei Schüler einer Klasse angesteckt, kann es sein, dass die Schule auf Anweisung des Kantonsarztamts die ganze Klasse unter Quarantäne stellt. Während der ersten Ferienwochen hatten die Behörden auch eine Liste mit allen Pfadi- und Jubla-Lagern – es habe aber bisher keinen positiven Fall gegeben, so Lauper.

Rückkehrer aus Risikoländern

Neu kommen nun die Personen hinzu, die aufgrund einer Reise in ein Risikoland bei der Rückkehr in die Schweiz in Quarantäne gehen müssen. Die Reisenden sollten schon während der Reise im Flugzeug oder im Bus darüber informiert werden, dass sie sich in ihrem Kanton melden und ein Formular ausfüllen müssen.

Der Bund habe letzten Freitag angekündigt, dass er den Kantonen nun die Personalien der Reisenden weiterleite, so Claudia Lauper. Noch seien aber keine Daten eingetroffen. «Wir müssen Stichproben machen. Das erledigt das Generalsekretariat der Gesundheits­direktion.» Bisher reiche die Kapazität, um die Corona-Ansteckungen nachzuverfolgen», sagt Plattner. «Aber alles hat seine Grenzen. Ich habe gewisse Bedenken, was das Ende der Sommerzeit und die nächste Grippeperiode betrifft. Ich denke, die Fälle werden dann enorm zunehmen.»

Wie der Kanton darauf reagieren will, ist noch unklar. Es könnte mehr Personal brauchen. Im August kommen Zivildienstleistende dazu. Plattner denkt, dass die jetzigen Räumlichkeiten dann nicht mehr reichen. Das würde den Austausch zwischen dem Personal am Telefon und jenem bei der Auswertung erschweren. Eventuell müsste man dann auf Kontrollanrufe bei Infizierten nach einem, fünf und zehn Tagen verzichten.

«Das Nachverfolgen funktioniert. Die Infektionskette wird erfolgreich durchbrochen.»

Thomas Plattner

Kantonsarzt ad interim

Quarantäne

Noch keine Busse ausgesprochen

Wer im Team des Contact-Tracing-Callcenters arbeite, übe eine schwierige Funktion aus, sagt der Kantonsarzt ad interim Thomas Plattner. Man sei dabei mit Ängsten der Bevölkerung konfrontiert und brauche gute Sozial- und Gesprächskompetenzen. Im Allgemeinen würden die angerufenen Personen aber verständnisvoll auf die Quarantäne-Anweisungen reagieren, hat er als Rückmeldung erhalten. «Wüste Beschimpfungen, wie es sie beispielsweise im Kanton Zürich gab, sind bei uns ausgeblieben», sagt er. «Tendenziell scheinen die Bewohner der Westschweiz solche staatlichen Interventionen besser zu akzeptieren.»

Notfalls kommt die Polizei

Es sei schon vorgekommen, dass kontaktierte Personen bei einem Anruf zuerst gesagt hätten, sie würden sich nicht an eine Quarantänepflicht halten. In Ausnahmefällen habe man bei unkooperativen Personen auch schon die Polizei vorbeigeschickt, um eine Quarantäne-Anordnung unterschreiben zu lassen. «Wenn die Polizei kommt, ist das ein starkes Signal», so Plattner.

Kontrollanrufe des Callcenters sollen dann Aufschluss darüber geben, ob die Quarantäne tatsächlich eingehalten wird; man kann nicht bei allen vorbeigehen. «Da braucht es das ‹Gspüri› der Mitarbeiter. Oft kann man aufgrund von Hintergrundgeräuschen wie Verkehrslärm oder Kindergeschrei heraushören, ob jemand zu Hause ist oder nicht.» Wie Plattner sagt, sei im Kanton Freiburg noch keine Busse wegen Nichteinhaltens der Quarantäne verhängt worden.

Plattner hat auch den Eindruck, dass die Quarantäne von Ferienrückkehrern aus besonders stark vom Virus betroffenen Ländern gut befolgt werde. Das zeigten die zuletzt häufigeren Anrufe bei der Hotline.

Gemäss Plattner haben sich bis jetzt rund 150 Personen nach einem Aufenthalt in den aufgelisteten Ländern gemeldet, hauptsächlich nach Aufenthalten im Balkan oder auch Brasilien. «Es sind jeden Tag mehr. Und jetzt, nach den ersten zwei Wochen Sommer­ferien, haben sich über das Wochenende gegen 50 Rückkehrer für die Quarantäne angemeldet.»

uh

 

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