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Mit Talent und Disziplin an die EM

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Eigentlich wollte David Gauch später einmal Karate machen. «Kampfsport hat mich schon als Kind fasziniert», erinnert sich der Tafersner. «Am coolsten fand ich Karate, weil es jene asiatische Kampfsportart war, von der man am meisten gesehen und gehört hat.» Die Enttäuschung war entsprechend gross, als ihn sein Vater als Sechsjährigen beim Judo Club Villars-sur-Glâne anmeldete. «Mein Vater erklärte mir, dass Judo sehr lehrreich sei fürs Leben, weil es viel mit Respekt zu tun habe. Ich dachte zwar, es sei langweilig, und ich hätte lieber etwas mit mehr Action gemacht, aber ich ging trotzdem mal ins Judo-Training. Es hat mich sofort gepackt.»

Persönlichkeits- und Lebensschulung

Seit seinem ersten Dojo-Besuch sind dreizehn Jahre vergangen. Bis heute hat bei Gauch die Faszination für den Sport in keiner Weise nachgelassen. «Judo ist eine der komplexesten Sportarten. Es braucht Kraft, Beweglichkeit, Schnelligkeit und Koordination, und das alles gleichzeitig», sagt der 19-Jährige. Doch nicht nur der ganze Körper werde beim Judo gestärkt. Weil er wichtige Regeln des Kämpfens lerne, sei diese Sportart für ihn auch eine Persönlichkeits- und Lebensschulung, so Gauch. «Respektvoller Umgang mit den anderen, Höflichkeit, Hilfsbereitschaft, Ehrlichkeit, Selbstvertrauen: Das alles hat mich mein Sport gelehrt.»

Im Zentrum steht für David Gauch beim Judo trotz aller Wertevermittlung das Shiai, der Wettkampf auf der Tatami, wie die Judomatte genannt wird. «Im Gegensatz zu vielen anderen Kampfsportarten geht es im Shiai nicht darum, den Gegner zu schlagen oder auszuknocken, sondern ihn zu werfen. Eine Lösung zu finden, wie man den anderen kontrolliert auf den Rücken werfen kann, auch wenn man selber total erschöpft ist, das ist für mich der Reiz beim Judo», sagt er.

Im Duell Mann gegen Mann gehört der Sensler aus dem Kleinschönberg zu den besten Nachwuchskämpfern des Landes. Als Mitglied des nationalen U21-Kaders vertritt er die Schweiz regelmässig im Europacup. Dieser ist die höchste Wettbewerbsstufe, auf der die Junioren des Schweizerischen Judo- und Ju-Jitsu-Verbands (SJV) zum Einsatz kommen. Fünfmal stand Gauch dieses Jahr bei Europacup-Turnieren auf der Matte, zweimal konnte er sich klassieren. «Beim Judo gilt man als klassiert, wenn man zumindest Platz  7 erreicht», erklärt er.

Beim Turnier in Kaunas (LIT) wurde der Freiburger Dritter, in Prag (CZE) landete er auf Rang  7. Mit diesen beiden Resultaten hat er die Selektionsbedingungen für die U21-Europameisterschaft, die von morgen Donnerstag bis am Sonntag in Sofia stattfindet, erfüllt. Gauch ist einer von vier Schweizer Athleten, die beim wichtigsten Event des Jahres in der Hauptstadt Bulgariens um Medaillen kämpfen. «Ich zähle nicht unbedingt zu den Favoriten», sagt er vor seinen morgigen Auftritten in der Kategorie –55  kg. «Mein Ziel ist es dennoch, mich unter den besten sieben zu klassieren.»

Gauchs stärkste Konkurrenz stammt aus Aserbaidschan. «Judo ist in Aserbaidschan ein Nationalsport. Dort beginnt man schon in ganz jungen Jahren, hart und intensiv zu trainieren. Bei uns hat Judo keinen so hohen Stellenwert, und man wird erst ab dem Alter von 13, 14  Jahren ernsthaft gefördert.»

Keine Zeit für Ausgang und Hobby

Für seinen Erfolg trainiert Gauch hart. Neun Trainingseinheiten absolviert er wöchentlich im regionalen Leistungszentrum der Romandie. Dafür fährt der 19-Jährige, der am Kollegium Gambach die Matura absolviert, jeden Tag mit dem Zug entweder nach Lausanne, Genf, Yverdon oder Neuenburg, wo sich die Westschweizer Stützpunkte befinden. «Am Dienstag- und Donnerstagnachmittag kann ich in der Schule freinehmen», sagt Gauch. Die Schule komme ihm sehr entgegen, und die Lehrer würden ihm helfen, Ausbildung und Sport unter einen Hut zu bringen. «Sie schicken mir jeweils Mails, damit ich weiss, welchen Schulstoff ich nachholen muss. Hausaufgaben und Prüfungsvorbereitungen erledige ich im Zug. Oder wenn ich nachmittags und abends ein Training habe, bleibe ich dort und nutze die Zeit.»

Für Hobbys, Ausgang und andere Dinge, die junge Männer in seinem Alter so machen, bliebt da kaum Zeit. «Ich beklage mich nicht. Es ist das Leben, das ich ausgesucht habe, und ich bin gerne bereit, dafür den Preis zu zahlen.»

Mit Technik und Schnelligkeit

Das Nachwuchstalent weiss genau, was zu tun ist, um sich auch in Zukunft international durchzusetzen. Neben seiner guten Technik macht David Gauch mit einer aussergewöhnlichen Schnelligkeit seine körperlichen Defizite wett. «Physisch bin ich nicht unbedingt der Stärkste. Ich muss noch an Kraft zulegen.»

Zweimal pro Woche schwitzt er deshalb auch im Kraftraum, um sich Muskelmasse anzutrainieren. Denn für nächstes Jahr hat Gauch grosse Ziele: «Es wird mein letztes Jahr bei den U21 sein, da gehöre ich zu den Älteren und Routinierteren. Das will ich ausnützen und mich nicht nur für die EM qualifizieren, sondern auch Podestplätze gewinnen. Zudem möchte ich mich erstmals für die WM aufdrängen.»

Es kann sehr schnell gehen

Vorerst konzentriert sich David Gauch aber auf die bevorstehende U21-Europameisterschaft. Denn Sieg und Niederlage liegen im Judo sehr nahe beisammen, und für manch einen ist der Kampf schon zu Ende, bevor er überhaupt richtig begonnen hat. Der Freiburger Ludovic Chammartin kann davon ein Lied singen. Für den zweifachen Olympiateilnehmer und EM-Silbermedaillengewinner von 2013 war die WM 2014 in Russland bereits nach 97  Sekunden vorbei. Chammartin hatte sich vom Brasilianer Eric Takabatake im Auftaktkampf übertölpeln lassen.

«Es ist mir auch schon passiert, dass ein Turnier für mich nach weniger als einer Minute zu Ende war», erzählt Gauch. Das sei immer extrem ärgerlich angesichts des ganzen Aufwandes, den man bei einem Turnier im Ausland habe. «Weil die Wettkämpfe im Europacup jeweils mit einem Trainingslager der Schweizer Nati verbunden sind, kann ich immerhin davon profitieren.» Bei der EM gebe es allerdings kein solches Trainingslager. «Es liegt an mir, dafür zu sorgen, dass ich nicht nach 60  Sekunden bereits wieder nach Hause muss. Um das zu vermeiden, trainiere ich schliesslich jeden Tag.»

«Es ist mir auch schon passiert, dass ein Turnier nach weniger als einer Minute vorbei war.»

David Gauch

Judoka

«Die Lehrer schicken mir jeweils Mails, damit ich weiss, welchen Schulstoff ich nachholen muss.»

David Gauch

Judoka

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