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Mit unterschiedlichen Rezepten zum Erfolg

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Wenn man als grosser Gewinner der Grossratswahlen hervorgeht, fällt das Rechnen nicht mehr so leicht: Seine Partei habe 30 Prozent mehr Sitze im Kantonsparlament erreicht, rechnete FDP-Parteipräsident Didier Castella vor. Zusätzliche vier Sitze zu den 17 vor vier Jahren? «Gut, sagen wir plus 25 Prozent», zeigte sich Castella gönnerisch.

Dynamik bei der FDP

Dies ändert für ihn aber nichts daran, dass der Wahlsieg der FDP gemäss Castella auf «seriöse und vertrauenswürdige Arbeit» zurückzuführen sei. «Wir überzeugen mit Lösungen statt mit Verhindern; wir stehen für Werte wie Zusammenhalt, Freiheit und Innovation.» Der Präsident sieht bei der Freiburger FDP eine gute Gruppendynamik bis in die Bezirke. «Nach dem Erfolg bei den nationalen Wahlen haben wir an diesen Erfolg geglaubt», so Didier Castella.

Eher unerwartete Wahlsieger sind die Grünen. Plus zweieinhalb Sitze, habe seine Partei gewonnen, so Präsident Bruno Marmier, nachdem der letzte zu vergebende Sitz im Saanebezirk an Paola Ghielmini Krayenbuhl ging. Marmier zählt als neuer Grossrat selbst zu den Gewinnern. Den «halben Sitz» errang im Broyebezirk Sylvie Bonvin Sansonnens. Vor fünf Jahren war dieser Sitz noch an den Unabhängigen Louis Duc gegangen; die Grüne Sylvie Bonvin war nach dem Tod Ducs ins Parlament nachgerückt und hat nun den Sitz verteidigt. Im Greyerzbezirk konnten die Grünen auf der gemeinsamen Liste mit den Grünliberalen einen Sitz durch Nicolas Pasquier besetzen.

Der Garnier-Effekt

Zufall sei dieser Erfolg nicht, so Marmier. Fünf Jahre Regierungsarbeit von Marie Garnier sowie der Umstand, dass die Grünen heute mehr Mitglieder in General- und Gemeinderäten des Kantons stellen, hätten zum Triumph beigetragen. Die Grünen haben mit sechs Grossrätinnen und Grossräten nun gar Fraktionsstärke. «Wir sollten nicht zu viel auf einmal wollen», so Marmier. Für die Partei wäre eine eigene Fraktion zwar schön, aber die Zusammenarbeit im Mitte-links-Bündnis funktioniere gut, und so könne man in Kommissionen besser vertreten sein.

Siegerin trotz Sitzverlust

Trotz Sitzverlust geht die SP als dritte Siegerin der Parlamentswahlen hervor. «Wir sind erstmals die grösste Partei im Kantonsparlament», so SP-Präsident Benoît Piller zufrieden. «Dies stärkt uns in unserem Anspruch, auch im Staatsrat gut vertreten zu sein.»

Mit der grössten Fraktion im Parlament kann es Piller auch verschmerzen, dass die SP einen Sitz verloren hat: «Bei acht Wahlkreisen kann es manchmal auf eine Kommastelle ankommen, ob man einen Sitz gewinnt oder verliert. Das ist normal.» Auch wenn für seine Partei und auch für die Blöcke der Linken und der Rechten fast alles beim Alten bleibt, erwartet Piller dennoch Änderungen im Parlamentsbetrieb. «Durch die Sitzverluste der CVP und die Gewinne der FDP dürfte es zu einer stärkeren Polarisierung im Grossen Rat kommen.»

CVP: Kritik an den Sektionen

CVP-Parteipräsident André Schoenenweid hat bei den Grossratswahlen erkannt, dass es immer mehr zu einer Teilung der politischen Mitte komme. «Das ist schlecht für uns», sagt er. «Wir dachten eigentlich, wir könnten unsere 33 Sitze halten», so Schoenenweid. Jetzt sind es sechs weniger. Die CVP verlor gegenüber 2011 vier Sitze plus jene zwei, welche im Verlauf der Legislatur von der BDP zur CVP übergingen. Auch wenn die CVP zum allerersten Mal nicht mehr am meisten Grossräte stellt, sieht Schoenenweid seine Partei weiterhin als die grösste im Kanton. Er beruft sich dabei auf die CVP-Mandate im Staatsrat, im Bundesparlament, den Oberämtern und in den Gemeinden.

Allerdings kritisiert der CVP-Präsident, dass in den Bezirks- und Lokalsektionen nicht alles so läuft, wie es sich die Kantonalpartei vorstellt: «Es darf nicht sein, dass in ­Bulle drei oder im Saanebezirk zwei Bisherige abtreten und kein valabler Ersatz organisiert ist.» So seien zum Teil CVP-Listen nicht gefüllt, und gleichzeitig würden willige Anwärter wie der frühere Kantonalpräsident Eric Menoud von der Lokalsektion nicht aufgestellt. «Wir lassen lokalen Befindlichkeiten zu viel Spielraum; da muss die Kantonalpartei mehr Einfluss nehmen.» Schoenenweid bemerkt auch, dass sich bei der CVP Kandidaten abspalten, als Unabhängige antreten und gewählt werden. «Bei den Parteien links und rechts werden solche Kandidaten nicht gewählt.» All dies müsse die CVP bei einem grossen Parteikongress im nächsten Juni zur Sprache bringen und ihre Lehren daraus ziehen.

SVP konsolidiert

Für einmal nicht zu den Siegern zählt die SVP. Auf das Kantonsparlament bezogen bleibt es bei der Rechtspartei beim Status quo. «Es ist für uns eine Konsolidierung», so SVP-Präsident Roland Mesot. «Wir haben seit 2001 immer zugelegt. Nun haben wir den Besitzstand gehalten. Ich bin zufrieden, aber nicht mehr.» Zwei bis drei Sitze mehr hatte sich die Partei erhofft. Mesot sagt aber: «Die Rechte braucht für Mehrheiten weiterhin die SVP.»

Eine Konsolidierung auf tieferem Niveau registriert auch die GLP. Präsident Daniel Savary freut sich, dass Ralph Ale­xander Schmid im Seebezirk seinen Sitz verteidigt hat und die Partei dort mit 8,3 Prozent den Wähleranteil hält.

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