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Mit Wissen, Annahmen und Glaube

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Autor: Carole Schneuwly

FreiburgAufmerksame Beobachter haben in den letzten Tagen feststellen können, dass auf dem Bürglentor derzeit nicht wie gewohnt eine Freiburger Kantonsflagge weht, sondern eine Fahne mit einer roten Hand auf weissem Grund. Die Fahne ist weder eine Aktion von Stadt oder Kanton Freiburg noch ein Dummer-Jungen-Streich, sondern ein Kunstwerk des Amerikaners Peter Coffin. Das Objekt ist Teil der Ausstellung «Yellow Outline», die bis zum 23. November in der Kunsthalle Fri-Art zu sehen ist.

Ohne sich auf eine bestimmte Kunstgattung festzulegen, beschäftigt sich Coffin in all seinen Werken mit Fragen der Ästhetik und der Wahrnehmung. Die Kunst wird zur Alternative zum logischen Denken. Seine Werke hinterfragen die Sicht der Menschen auf die Welt, die Rolle von Annahmen und Vorwissen, von Wissenschaft und Glauben.

Mit diesem Ansatz passe Peter Coffin hervorragend zu Freiburg, sagt Fri-Art-Direktorin Corinne Charpentier, die mit «Yellow Outline» die erste Einzelausstellung des Amerikaners in der Schweiz präsentiert. Einerseits die ambitionierte Universitätsstadt, andererseits die nach wie vor sehr präsente katholische Tradition: Mit diesen beiden Seiten vereine Freiburg just die unterschiedlichen Formen der Wahrnehmung, um die sich Coffins Werk drehe.

Echte Fotos, falsches UFO

Die Ausstellung wagt verschiedene Annäherungen an das Thema. Da ist etwa eine Sammlung von «klassischen» UFO-Fotografien, die, grobkörnig und unscharf, ein über Danzig und der Ostsee schwebendes UFO zeigen. Die Bilder dokumentieren ein Ereignis, das eigentlich gar kein Ereignis war – oder zumindest nicht das Ereignis, das es zu sein vorgibt. In Wahrheit hatte Peter Coffin das UFO selbst gebaut und, an einen Helikopter montiert, durch die Dämmerung fliegen lassen. Und die anwesenden Passanten, die auch die Bilder machten, die jetzt in der Ausstellung zu sehen sind, waren von Anfang an informiert über die wahre Natur des Ereignisses.

Ein anderer Teil der Ausstellung besteht aus einer Sammlung von spiegelverkehrten Abdrucken berühmter Kunstwerke des 20. Jahrhunderts. Coffin hat sie mit einer lichtempfindlichen Modelliermasse geschaffen, die in den USA ein beliebtes Spielzeug ist. Die kleinformatigen Werke nehmen Bezug auf das menschliche Gedächtnis und darauf, wie die darin gespeicherten Bilder unsere Wahrnehmung beeinflussen.

Warum Eisbären tanzen

Eine Videowand vereint Aufnahmen von Tieren aus Dokumentar- und Spielfilmen, wissenschaftlichen Aufnahmen und Privatvideos. Gemeinsam ist ihnen, dass die dargestellten Tiere ein Verhalten an den Tag legen, das nicht mit ihren Instinkten zu erklären ist. Da ist etwa eine Klavier spielende Katze, ein tanzender Eisbär oder ein Pferd, das sich mit einem Ballon vergnügt. Mit den Bildern will Peter Coffin zeigen, dass Tiere ähnlich wie Menschen über einen ästhetischen Sinn verfügen.

Weitere Gedankenanstösse gibt der 36-Jährige mit Video- und Toninstallationen, die Illusionen und eine gewisse Ratlosigkeit erzeugen. Verstärkt wird dieser Effekt noch dadurch, dass Coffin für die Projektionen alte Geräte benutzt, wie sie heute kaum noch in Betrieb sind und wie sie viele Leute auch gar nicht mehr kennen.

Kunsthalle Fri-Art, Kleinrahmengasse 22, Freiburg. Bis zum 23. November. Mi. und Fr. 12 bis 18 Uhr, Do. 12 bis 20 Uhr, Sa. und So. 14 bis 17 Uhr. Infos: www.fri-art.ch.

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