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Modusänderung sorgt bei Ärgera für Ärger

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Am vergangenen Donnerstag hat die NLA-Präsidentenkonferenz entschieden, den Meisterschaftsmodus in der höchsten Spielklasse zu ändern. Es bestreiten nicht mehr wie anhin die Teams auf den Rängen 1 bis 4 die Finalspiele und jene auf den Rängen 7 und 8 die Playouts, sondern nach der Qualifikation geht für alle acht NLA-Teams die Meisterschaft mit den Playoffviertelfinals weiter. Die Sieger der Viertelfinalserie ziehen in den Playoffhalbfinal ein und erküren anschliessend im Supercup den Schweizer Meister. Die Verlierer der Viertelfinalserie müssen durch die Mühlen der Playouts mit Halbfinal und Final. Der Verlierer des Playoutfinals wird dann gegen einen NLB-Vertreter seinen Platz in der höchsten Liga verteidigen müssen. Swiss Unihockey erhofft sich von der Modusänderung eine attraktivere und längere Meisterschaft.

 «Eine gute Sache, aber …»

Zusätzliche Heimspiele sind für die Vereine aus wirtschaftlicher Sicht interessant, bringen sie doch neben zusätzlichen Eintritts- und Kantineneinnahmen auch eine grössere Medienpräsenz mit sich, was durchaus im Interesse der Clubsponsoren ist. Jan Jungo, Trainer des NLA-Frauenteams Ärgera Giffers, weiss die Vorteile des neuen Modus durchaus zu schätzen. Dennoch kann er sich mit der beschlossenen Änderung nicht richtig anfreunden.

«Der neue Modus ist eine gute Sache, der Zeitpunkt der Einführung hingegen eine Katastrophe. 10 von 21 Qualifikationsrunden sind bereits gespielt, nun ändern sich auf einmal die Rahmenbedingungen.» Mit dem alten Modus wäre für die Teams auf den Plätzen fünf und sechs die Meisterschaft nach der Qualifikation zu Ende gewesen–früh zwar, aber immerhin mit der Gewissheit, den Ligaerhalt geschafft zu haben. «Durch den neuen Modus hat sich die Ausgangssituation verändert. Selbst der Letzte der Quali kann nun den Ligaerhalt schaffen, es reicht, pünktlich zu den Playoffs sein bestes Level zu erreichen und eine Playoffserie zu gewinnen. Wir haben unsere Saisonvorbereitung darauf ausgelegt, mindestens Platz sechs zu erreichen. Dieser hat nun keine entscheidende Bedeutung mehr.»

 Was Jan Jungo zudem sauer aufstösst, ist die Tatsache, dass im August die Arbeitsgruppe «Ligareform NLA»–zu der auch der Ärgera-Trainer gehört–dem Verband den Vorschlag der Achter-Playoffs unterbreitet hatte. «Vonseiten des Sportausschusses von Swiss Unihockey erhielten wir damals ein klares Nein. Wir hätten unseren Antrag für die Modusänderung erst nach der vorgesehenen Frist eingereicht, hiess es.»

Eine Änderung im internationalen Spielkalender hat dazu geführt, dass die Modusänderung trotz der ursprünglich ablehnenden Haltung von Swiss Unihockey doch eingeführt werden kann. Wegen der Euro Floorball Tour (22. bis 24. April 2016) hat der Unihockeyverband den Superfinal, das Entscheidungsspiel um den Schweizer Meistertitel, auf den 30. April verschieben müssen. Die Halbfinals gehen aber schon Anfang März zu Ende, so dass vor dem Final eine dreiwöchige Pause entsteht. Da kommt es Swiss Unihockey gelegen, dass mit dem neuen Modus die Playoffhalbfinals zwei Wochen später stattfinden. «Hätte man den Modus Anfang Saison eingeführt, dann wäre es eine tolle Sache gewesen», sagt Jan Jungo. «Jetzt bedeutet es für uns in erster Linie Stress, weil wir für die zusätzlichen Spiele irgendwo Hallen organisieren müssen. Wir haben keine eigene Unihockeyhalle wie die Skorpions Emmental Zollbrück oder UH Berner Oberland.»

 Für Jungo und das sechstplatzierte Ärgera Giffers gilt es nun, sich möglichst rasch an den neuen Modus anzupassen. «Die ideale Linienzusammensetzung haben wir noch nicht gefunden», sagt der Trainer. «Aber mit dem neuen Modus haben wir nun mehr Zeit, um diese zu finden und richtig auf Touren zu kommen.» Aus sportlicher Sicht ist Jungo überzeugt, dass sein Team noch für einige Überraschungen sorgen wird.

«Müssen Verantwortung übernehmen»

 «Ich bin überzeugt, dass wir noch besser klassierte Teams schlagen werden.» Von den bisherigen zehn Meisterschaftspartien waren die Senslerinnen acht Mal mindestens ebenbürtig, einzig gegen die Meisterschaftsfavoriten Dietlikon und Piranha Chur waren sie chancenlos. Dass sie trotzdem erst mit drei Siegen zu Buche stehen, hat mehrere Gründe. «In der Defensive produzieren wir zu viele Fehler, die Zuspiele bei den Angriffsauslösungen von hinten heraus sind oftmals zu ungenau.» 60 Gegentore–so viele wie kein anderes NLA-Team–musste Ärgera in den ersten zehn Spielen hinnehmen. «Das sind zu viele», sagt Jungo. «Das ist allerdings auch auf unsere offensive Spielweise zurückzuführen. Wir können und wollen nicht nur hinten reinstehen, sondern das Spiel aktiv gestalten. Dadurch sind wir anfälliger auf Konter. Allerdings haben wir weniger Tore nach Kontern erhalten als nach Eigenfehlern.»

 Ein weiteres Sorgenkind von Jungo: die Offensive. «Oftmals hatten wir mehr Chancen als der Gegner. Am Ende mussten wir trotzdem als Verlierer vom Platz, weil wir zu wenig effizient waren. Zum Teil war es mangelndes Selbstvertrauen, zum Teil Unvermögen und Pech. Zu oft suchen die Spielerinnen noch den Pass anstatt den Abschluss. Wir müssen vermehrt den Abschluss aus allen Positionen suchen, schussstarke Verteidigerinnen haben wir ja im Team. Alle Spielerinnen müssen mehr offensive Verantwortung übernehmen.»

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