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Moment mal: Schweben oder Fliegen

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Immer mehr Dinge schweben in der Luft, heben vom Boden ab. Nicht nur die Pollen im Frühjahr, sondern auch Drohnen mit Paketen und Hubschrauber mit Verletzten verlassen heute den festen Erdengrund und steigen luftig-leicht nach oben. Haben Sie gewusst, dass es auch katholische Heilige gibt, die das (der Legende nach) vermocht haben? Sogenannte Elevationen faszinierten und faszinieren auch heute noch. Eine bekannte Figur ist der heilige Joseph von Copertino (1603–1663), der Patron der Weltraumfahrer. In der Kirche der Cordeliers hier in Freiburg finden wir eine Abbildung dieses speziellen Heiligen auf der linken Seite an einem der Seitenaltäre. Aber man muss schon sehr genau hinsehen. Denn der dort andächtig und gross abgebildete Heilige schwebt auf dem Retabelbild bloss sanft über dem Boden. Erst der zweite Blick erkennt es. Das Wunderbare ist quasi nur angedeutet, gezähmt, nicht leicht auszumachen.

Joseph von Copertino war ein Ordensmann des 17. Jahrhunderts mit speziellen Begabungen. Er hat sein Umfeld, wie ein Franziskus, mit seiner Einfachheit beeindruckt. Lang hat es gedauert, bis er selig- bzw. heiliggesprochen wurde. Gut Ding braucht Weile und Studium! Heute würde man vielleicht etwas abschätzig sagen, dass es sich bei ihm um ein Produkt der gegenreformatorischen Barockfrömmigkeit handelt. Hat der gute, schwebende Mann doch angeblich auch einen protestantischen Adligen bekehrt, der mit Schwerthieben oberhalb und unterhalb des Begnadeten das Wunder während der heiligen Messe vergeblich zu enttarnen suchte. Da waren aber, scheint es, keine Seile oder unsichtbaren Hebebühnen. Das ist Geschichte, eine gute Geschichte allemal. Abgebildet hier bei uns in der Stadt Freiburg, die ja so viele kleine Schätze birgt, treffen wir also auf diesen hl. Joseph: schwebend, kniend im Gebet.

Ob wir nun an Wunder glauben oder nicht – und man müsste dazu sagen und genauer definieren, was man unter einem Wunder versteht –, so haben doch viele von uns hin und wieder das Gefühl zu schweben. Es gibt diese Momente der Leichtigkeit des Seins, die uns ohne Energie-Drink Flügel verleiht. Dann sind wir dem Himmel etwas näher, ohne letztendlich den Kontakt zur grossmassigen Erde zu verlieren. Das war im 17. Jahrhundert nicht anders als heute. Wenn wir uns also vor das Bild dieses Heiligen, der etwas einem Yogi oder Guru ähnelt, wagen und es betrachten, dann könnten wir uns die Frage stellen: Wann hält uns nichts mehr am Boden?

David Neuhold ist Kirchenhistoriker an der Universität Freiburg.

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