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Mordfall kommt vor Bundesgericht

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In den wesentlichen Punkten bestätigte das Freiburger Kantonsgericht gestern ein Urteil, welches das Bezirksgericht Saane im August 2014 gefällt hatte. Wie die erste Instanz sprach auch das Kantonsgericht einen 60-jährigen Portugiesen des Mordes schuldig und verurteilte ihn zu einer Freiheitsstrafe von 18 Jahren. Dies abzüglich der bereits in Untersuchungshaft abgesessenen Tage. Zudem muss der Mann die Prozesskosten von insgesamt über 28 000 Franken bezahlen. Einzig für kleinere Vergehen die ihm das Bezirksgericht zu Lasten gelegt hatten, sprach das Kantonsgericht den Mann frei–so etwa der Sachbeschädigung. «Bei einigen Tatbeständen hat das Bezirksgericht etwas übertrieben», räumte Richterin Dina Beti ein. Für die rechtliche Qualifizierung der ihm vorgeworfenen Vergehen sei dies aber kaum relevant.

Zwei Kopfschüsse

Nach einem Streit im Januar 2011 hatte der Mann seine damalige Freundin gewürgt, bis sie in Ohnmacht gefallen war. Nach diesem Vorfall beendete sie die Beziehung, er wollte dies jedoch nicht akzeptieren. Am Morgen des 20. Novembers tötete er sie schliesslich in ihrem Schlafzimmer mit zwei Kopfschüssen. Dafür war er vom Bezirksgericht Saane des Mordes schuldig gesprochen worden. Sein Verteidiger hatte jedoch das Urteil angefochten und bei der Gerichtsverhandlung vom Montag auf vorsätzliche Tötung und eine Haftstrafe von zwölf Jahren plädiert (die FN berichteten).

«Besonders niederträchtig»

Es sei nicht möglich, die genauen Vorgänge am Morgen des 20. Novembers zu rekonstruieren, sagte Dina Beti bei der Verkündung des Urteils. «Die Verteidigung hat verschiedene Versionen vorgebracht, die eine so unbegründet wie die andere.» Fakt sei hingegen, dass der Mann sein Opfer in den Monaten vor der Tat immer wieder bedrängt habe. Nach dem Mord habe er sich selbst an der Schläfe verletzt, um vortäuschen zu können, die Frau habe ihn angegriffen. Danach habe er versucht, alle Spuren zu entfernen und die Waffe zu seiner Ex-Frau gebracht, damit sie diese versteckt. Schliesslich sei er zu seiner neuen Partnerin zurückgekehrt und habe mit ihr die Nacht verbracht. «Die Art, wie der Mann gehandelt hat, ist besonders niederträchtig», sagte Beti. Auch habe er keinerlei Skrupel gezeigt, was einen Mord charakterisiere. Der Mann habe zwar gesagt, er habe sein Opfer geliebt. Jedoch trage er wegen seiner Gewaltausbrüche die Hauptschuld an der Trennung. «Und was ihn am meisten quälte, war, dass er seinen Einfluss auf sie verloren hatte–und nicht ihre Liebe.»

Fall geht vor Bundesgericht

Er sei mit dem Urteil halb zufrieden, sagte Verteidiger Alexandre Emery den FN. Das Kantonsgericht habe anerkannt, dass sein Klient in grosser Verzweiflung gehandelt und das Bezirksgericht in seinem Urteil etwas übertrieben habe. «Nur hat das Kantonsgericht den letzten Schritt, die Änderung der rechtlichen Qualifizierung, nicht gemacht.» Deshalb will Emery den Fall nun vor Bundesgericht weiterziehen. Die Erfolgschance sei durchaus realistisch.

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