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Mozart, Mutter, Mammon

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Das Lucerne Festival in der dritten Woche

LUZERN. In drei Konzerten spielte die deutsche Ausnahmegeigerin, die dieses Jahr ihr 30-jähriges Bühnenjubiläum feiern kann, die Violinsonaten von Mozart. Ihr Spiel war variantenreich und vielgestaltig, sie bot alle geigerischen Möglichkeiten auf und tat dies mit Geschmack und Stilgefühl.Dennoch wurde man nicht ganz glücklich mit Mutters Mozart. Zum einen wirkte alles furchtbar ernsthaft: Nichts Neckisches, Schalkhaftes, Spielerisches war zu spüren. Und zum anderen war auch diesmal der Pianist Lambert Orkis kein ebenbürtiger Begleiter.

Mozart in Moll

Ebenfalls Mozart führten Philippe Herreweghe und seine Ensembles Orchestre des Champs-Elysées und Collegium Vocale im Gepäck. Die «kleine» g-Moll-Sinfonie KV 183 wirkte noch verhalten. Im Requiem dann aber kamen Herreweghes subtile Pflege der Details und seine Sensibilität zum Tragen und paarten sich mit den Klangfarben der historischen Instrumente und der Souveränität des Chors aufs schönste.Eher routiniert und pauschal wirkten die restlichen Orchesterkonzerte mit populären Werken des Repertoires: Kurt Masur an der Spitze des Orchestre National de France vermochte mit Schubert und Tschaikowsky ebenso wenig zu begeistern wie Christoph Eschenbach und das Philadelphia Orchestra mit Beethoven.Zwei Uraufführungen rahmten die Woche ein: Vom österreichischen Gastkomponisten HK Gruber erklang zu Beginn das Auftragswerk des Festivals «Hidden Agenda», dessen Keimzelle, eine veritable Zwölftonreihe, Gruber von Mozart entlehnt hatte und die er nun ungewohnt lieb- und planlos, ohne seinen sonst typischen abgründigen Witz und seine klangliche Raffinesse dem undifferenzierten Orchestertutti anvertraute.Am Samstag brachte das französische Vokal-Ensemble «Les Jeunes Solistes» unter Rachid Safir ein neues «Miserere hominibus» des Schweizer Komponisten Klaus Huber zur Uraufführung. Im Auftragswerk der Pro Helvetia reagierte Huber auf die Kirchenmusik der Renaissance von Josquin und Gesualdo und setzte ihnen Texte und Klänge von heute entgegen.

Engagierte Humanität

Was an der Musik von Klaus Huber immer wieder beeindruckt, ist seine Ehrlichkeit und das Engagement, mit welchem er seinen humanitären Idealen nachlebt. So kann man seine eruptiven Ausbrüche im wütenden Abschnitt über die korrumpierende Macht des Mammons wie die meditative Versenkung des Agnus Dei am Schluss kaum losgelöst von diesem Kontext hören.Dazwischen aber bewies Klaus Huber auch, dass er im Erkunden von Klängen und instrumentalen Raffinessen seinen Kollegen nicht nachsteht.Am Sonntagabend stand mit einer weiteren Uraufführung des Gastkomponisten Matthias Pintscher das Eröffnungskonzert der von Pierre Boulez geleiteten Lucerne Festival Academy auf dem Programm.Diese zum dritten Mal statfindende Akademie bietet jungen Musikern die Möglichkeit, die spezifischen Spielweisen und das Repertoire der Neuen Musik vertieft und unter kundiger Anleitung zu erforschen.

Strassenmusik

Selbst die Pausen übrigens waren in diesen Tagen in Luzern mit Musik angefüllt: Vor dem KKL spielten die Gruppen des Strassenmusik-Festivals um die Gunst und Münzen des Publikums.Bunte Mischungen von jugendlichen Outfits und schwarzen Anzügen lauschten vergnügt den Klängen dieser Ensembles aus aller Welt, die mit ihren farbigen Trachten und exotischen Instrumenten die Gassen und Plätze der Stadt zu ihrem Podium machten. sda

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