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Multimedial, immersiv und körperlich

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Zuerst erklingt eine Toninstallation von Ramón Sender mit Wagner-Passagen, dann blinkt einem das Objekt «Contact is the Only Love» mit seinen Schriften und Lämpchen entgegen, anschliessend betritt man einen Raum mit Videos von Performances rund um Natur und Körperlichkeit und schliesslich einen grossen Saal, der mit einem alten Flipperkasten und anderen Automaten an eine museale Spielhalle erinnert. Die neue Ausstellung der Kunsthalle Fri Art in Freiburg mit dem Titel «Discoteca Analitica» ist vieles gleichzeitig: eine Zeitreise in die Sechzigerjahre, als Elektronik und Multimedia Einzug in die Kunst hielten, eine Auseinandersetzung mit den Ursprüngen der Diskothek, eine Mischung aus intellektueller Analyse und sinnlichem Erleben, ein Aufeinandertreffen von interaktiver Vergangenheit und digitaler Gegenwart.

Gerd Stern und seine Mitstreiter

«Es ist eine dichte Ausstellung, die viele Lesarten ermöglicht», sagt Balthazar Lovay, Direktor der Kunsthalle. Ursprung sei jene Zeit in den Sechzigerjahren, als Künstler in Europa und den USA unabhängig voneinander anfingen, mit den neuen technischen Möglichkeiten zu experimentieren und multimediale, immersive Welten zu erschaffen. «Dies rief bald auch Geschäftsleute auf den Plan, die diese Erlebniswelten kommerzialisieren wollten, von Mailand bis nach San Francisco», so Lovay.

Der Kurator Nicolas Brulhart, der die Ausstellung für das Fri Art gestaltet hat, hat sich in den letzten eineinhalb Jahren intensiv mit diesen Zusammenhängen befasst und sie bis in die Gegenwart verfolgt. Die Idee sei bei einem anderen Projekt, das er in Genf realisiert habe, entstanden und bei einem Treffen mit dem amerikanischen Künstler Gerd Stern gereift, erzählt Brulhart. Tatsächlich ist Gerd Stern mit seinem Kollektiv USCO einer der Dreh- und Angelpunkte der Ausstellung. Stern gründete das Kollektiv Anfang der Sechzigerjahre in New York, zusammen mit Michael Callahan und Steve Durkee. USCO zählte zu den Pionieren der multimedialen elektronischen Kunst. Im Fri Art ist das Kollektiv mit dem Werk «Contact is the Only Love», das die Ausstellung eröffnet, vertreten, aber auch mit Dokumenten zu den Erlebniswelten «Solux» und «The Tabernacle» oder dem grossformatigen Gemälde «Universal Spheres». Gerd Stern, heute 91 Jahre alt, reiste für die Eröffnung der Ausstellung eigens von seinem Wohnort Cresskill in New Jersey nach Freiburg. Die Schau sei auch für ihn eine Reise in die Vergangenheit, sagte er. «Es sind hier viele Künstler vertreten, die ich kannte und mit denen ich gearbeitet habe. Manche leben noch, andere sind längst gestorben.» Die Ausstellung mache jenes Gefühl fassbar, das sie alle miteinander geteilt hätten. «Die analoge Technologie von damals fasziniert mich immer noch; sie ist genauso aufregend wie die digitale Technologie von heute.» Übrigens war Freiburg für Gerd Stern schon als Kind ein Begriff: Als Achtjähriger floh er 1936 mit seiner jüdischen Familie aus Nazi-Deutschland – einer Familie von Käsehändlern, die unter anderem jenen «Gruyère» importierte, an den Stern sich bis heute erinnert.

Zurück in die Gegenwart führt die Ausstellung im ersten Stock: USCOs «Universal Spheres» tritt hier in Dialog mit aktuellen Fotoarbeiten des Zürchers Tobias Madison und mit Installationen der Kanadierin Angela Bulloch und der Französin Marie Matusz. «Die heutigen Künstler führen das Thema auf ihre eigene Art weiter», erklärt Bal­thazar Lovay, «moderner, kühler und weniger körperlich.»

Fri Art, Kleinrahmengasse 22, Freiburg. Bis zum 31. März. Mi. bis Fr. 12 bis 18 Uhr, Sa. und So. 13 bis 18 Uhr.

«Die analoge Technologie von damals fasziniert mich immer noch.»

Gerd Stern

Künstler

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