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Muntelierer erinnern sich an früher

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«Erzählt euch die berühmten ‹Weisch no›-Geschichten», sagt Gemeindepräsident Pascal Pörner am Freitag in Muntelier beim Treffen der ehemaligen Schülerinnen und Schüler der Dorfschule. Rund 90 Frauen und Männer haben sich im Restaurant Bad eingefunden.

«Wir hatten noch nie so viele Anmeldungen», freut sich Max Etzensberger vom Organisationskomitee. In der Tat, die Anmeldequote war mit 75  Prozent Zusagen sehr hoch: 120 Einladungen hatten die Organisatoren verschickt.

Die Stimmung im Saal ist angeregt, die Atmosphäre familiär. Alle scheinen sich zu kennen, einige sind sogar verwandt. «Es ist für uns alle schön, zusammenzusitzen und davon zu erzählen, wie es früher war», so Etzensberger.

Früher noch ein Fischerdorf

Bis 1969 hatte Muntelier noch seine eigene Primarschule, von der ersten bis in die neunte Klasse. Lange war das Dorfbild anders geprägt als heute: Fischer, Arbeiter und Landwirte wohnten in der Ortschaft, darunter viele kinderreiche Familien. Die Rede ist von einem bescheidenen Leben, gar von Hunger.

«Muntelier war zu meinen Zeiten noch ein armes Fischerdorf», sagt eine Über-90-Jährige, die anonym bleiben möchte. Vor dem Krieg war oftmals kein Geld da für eine Lehre, die von der Familie bezahlt werden musste. Vor allem für Mädchen reichten die finanziellen Mittel selten. Von einem Lieblingsberuf wagten die wenigsten Schüler zu träumen. «Wir hatten keine Wünsche», sagt sie. «Man hat sich so etwas gar nicht gefragt.» Sie und eine ihrer Schwestern, die ebenfalls ans Treffen gekommen ist, fanden schliesslich Arbeit in der ortsansässigen Uhrenfabrik, im Büro und im Atelier.

Unterricht bei «Jungfer Beerli»

Nach neun Primarschuljahren bei der gestrengen «Jungfer Beerli» halfen sie im elterlichen Haushalt mit. An die Schule erinnern sich beide gerne. «Am meisten Spass machten mir ein bestimmtes Ballspiel sowie der Turnunterricht», sagt die Seniorin. Dieser fand bei gutem Wetter draussen statt, wo ein Reck und eine Stange aufgebaut waren. Ein besonderes Highlight fand einmal pro Jahr statt: ein Fest im Schlossgarten, zu welchem Konsul Dinichert, Schweizer Botschafter in Schweden, einlud. «Es gab für jeden ein ‹Gschänkli›», sagt ihre Schwester mit leuchtenden Augen. Das Glück sei immer auf ihrer Seite gewesen. «Es ging immer gnädig weiter.» Manches Gebet sei erhört worden.

Die Rede ist auch von Lehrpersonen, die mit dem Rohrstock für Zucht und Ordnung sorgten, ihre Machtposition ausnützten und Grenzen überschritten. Für heitere Momente sorgten derweil die Streiche der Schüler. «Wir haben Putzfäden in den Zylinderofen gesteckt: Das gab einen so starken Qualm, dass eine Prüfung verschoben werden musste», sagt etwa lachend Christian Brunner, der die Schule von 1950 bis 1952 besucht hatte. 33 Jahre hat Brunner als Zugführer im Baselbiet gearbeitet, wo der 82-Jährige heute noch lebt.

«Ich hatte eine schöne Jugend»

Auch bei den SBB angestellt war der 94-jährige Rudolf Märki, ab 1950 als Lokführer. Den Schülern war es zu seinen Zeiten noch nicht vergönnt, die Sekundarschule in Murten zu besuchen. Sein 84-jähriger Bruder Erwin Fasnacht war der erste Muntelierer, der diese absolvierte. Märki erinnert sich dennoch gerne an seine Schulzeit. «Ich hatte eine schöne Jugend und ein erfülltes Leben», so der älteste Teilnehmer des Treffens.

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Nun treffen sich die Ehemaligen jährlich

Seit Anfang der 1990er-Jahre treffen sich die Muntelierer Schüler regelmässig zu einem Jahrestreffen der Dorfschule, die bis 1969 existierte. Bisher fand die Veranstaltung alle zwei Jahre statt, ab sofort jedes Jahr. Angeschrieben hatte das Organisationskomitee die Geburtsjahrgänge 1924 bis 1955. Eingeladen war auch die älteste Ehemalige, 101  Jahre alt; sie musste sich aber entschuldigen. Das nächste Treffen findet am 15. November 2019 statt. Interessierte werden dazu aufgefordert, Filme und Fotos von anno dazumal mitzubringen.

ea

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