Share on facebook
Share on twitter
Share on linkedin
Share on print

Murten Classics: Ein Starviolinist bewegte das Publikum im Schlosshof

Share on facebook
Share on twitter
Share on linkedin
Share on print

Das ist ein bezahlter Beitrag mit kommerziellem Charakter. Text und Bild wurden von der Firma Muster AG aus Musterwil zur Verfügung gestellt oder im Auftrag der Muster AG erstellt.

Am Donnerstag stand an den Murten Classics ein besonderes Konzert auf dem Programm. Mit Frank Peter Zimmermann gastierte ein Starviolinist im Murtner Schlosshof. Er zeigte mit dem Violinkonzert von Robert Schumann, warum er zu den Besten seines Fachs gehört.

Robert Schumann schrieb ein einziges Violinkonzert. Es entstand 1853, kurz bevor Schumann wegen psychischer Beschwerden in eine Heilanstalt eingewiesen wurde. Entsprechend klingt das Konzert streckenweise recht düster. Der deutsche Violinist Frank Peter Zimmermann spielte dieses Konzert am Donnerstag im Murtner Schlosshof. Begleitet wurde er von der Prague Philharmonia unter der Leitung von Christoph-Mathias Mueller.

Zimmermann rief Bilder wach

Das charakteristische Kopfthema des ersten Satzes klang im Schlosshof heller als in vielen anderen Interpretationen des Konzerts. Die Prague Philharmonia brachte immer wieder Licht in die Dunkelheit. Ähnliches galt für den Solisten: Frank Peter Zimmermann entwickelte seine Soli in einem Wechsel aus kräftigen Akkorden, fragenden Motiven und leichtfüssigen Läufen. Gerade in den Läufen war jeder Ton sauber abgegrenzt, trotzdem entstand ein musikalischer Fluss. Zimmermann war physisch ausserordentlich präsent und harmonierte bestens mit dem Orchester. Er rief mit seinem Spiel Bilder wach. Hörte man etwa im ersten Satz die kräftigen Akkorde der Solovioline, konnte man sich Schumann vorstellen, wie er mit dem Fuss aufstampfte. In einigen Motiven meinte man, Verunsicherung und viele Fragen herauszuhören.  Zu den Höhepunkten des Konzertes gehörte aber auch der zweite Satz mit seinen Stimmungswechseln.

Zimmermann beherrscht rhythmisch, dynamisch und in der Artikulation ein immenses Spektrum an Ausdrucksmöglichkeiten. Im Schlosshof schien er keinem Schema zu folgen, sondern überraschte die Zuhörer stets aufs Neue. Das Violinkonzert klang so nicht nur technisch beeindruckend, sondern auch unglaublich musikalisch.

Vertonte Steppenlandschaft 

Umrahmt wurde das Violinkonzert von zwei Pastoralen. In solchen Stücken verarbeiteten Komponisten gerne Naturstimmungen. So beschreibt der sowjetische Komponist Alexander Weprik in seiner Pastorale eine Steppenlandschaft. In Wepriks Musik hört man unter anderem jüdische Einflüsse. Zeitweilig fühlt man sich klanglich auch an Filmmusik und an Jazz erinnert. Tonale Bezüge fehlen dabei weitgehend, dafür hört man viele Dissonanzen. Trotzdem zieht sich eine versöhnliche Ruhe durch das Werk.

Ein frischer Orchesterklang

Die sechste Sinfonie von Ludwig van Beethoven trägt ebenfalls den Beinamen «Pastorale». Sie zeigt in fünf Sätzen Naturstimmungen wie etwa eine Szene am Bach. Die trockene Akustik des Schlosshofs hatte widersprüchliche Effekte auf den Klang des Orchesters: Einerseits liessen sich die einzelnen Motive schön heraushören, andrerseits klangen die hohen Streicher in solistischen Passagen eher dünn und heterogen. Spielten hingegen mehrere Register, ergab sich ein frischer und ausgeglichener Klang. Reizvoll waren insbesondere die ungewohnt kräftigen tiefen Streicher- und Bläserregister. Sie bildeten ein starkes Fundament, über dem die Bläsersolisten ihre pastoralen Themen platzierten.

Doch mitten in diese friedliche Stimmung platzte der Sturm. Das Orchester glänzte in diesem Satz mit einem besonders intensiven Spiel. Die Streicher kündigten mit vibrierenden Tremoli, schnellen Tonrepetitionen, das Unheil an. Dann brach der Sturm explosionsartig los. Posaunen, Trompeten und drei Kesselpauken verstärkten den ohnehin eindrücklichen Klang. Doch der Sturm legte sich auch schnell wieder. Mit einem Hirtengesang im Allegretto kehrte der Frieden zurück.

Kommentar (0)

Schreiben Sie einen Kommentar. Stornieren.

Ihre E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht. Die Pflichtfelder sind mit * markiert.

Meistgelesen

Mehr zum Thema