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Murten Classics suchen Zwischentöne

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«Ich wollte schon lange ein Festival zum Wort ‹zwischen› gestalten», sagte Kaspar Zehnder, künstlerischer Leiter der Murten Classics, gestern an der Programmpressekonferenz im Schloss Murten. «Mich reizen Zwischentöne, die zuerst verborgen bleiben und sich erst auf den zweiten Blick offenbaren.» Doch die Begriffe «zwischen» oder «Zwischentöne» eigneten sich kaum als Festivalmotto, meint Zehnder. Stattdessen entstand aus dieser Idee das Motto «Dialoge – Dialogues». «Der Begriff Dialog ist ohne das Wort zwischen nicht möglich.»

Ungewöhnliche Formen

Musikalisch versuchte Zehnder, das Thema mit Werken umzusetzen, die zwischen den musikalischen Konventionen stehen. «Wir gingen Gewohntem aus dem Weg und suchten das Aussergewöhnliche.» So gebe es in der klassischen Musik alltägliche Besetzungen wie das Sinfonieorchester, das Streichquartett oder das Klaviertrio. «Wir integrierten in unser Programm aber zum Beispiel ein Trio aus Blockflöte, Akkordeon und Gitarre.» Das Programm ist auch geprägt von Werken, in denen Komponisten mit der musikalischen Form experimentiert haben. So spielt das Hilaris Festival Orchestra am 17. August unter anderem die dritte Sinfonie von Johannes Brahms. «Sie folgt bis zum vierten Satz den Konventionen», so Zehnder, «in der Coda verarbeitet Brahms aber ein Choralthema.» Das gebe dem Werk eine spirituelle Note. Speziell ist auch die schottische Sinfonie von Felix Mendelssohn Bartholdy, die an der Abschlussgala am 31. August und am 1. September zur Aufführung kommt. Sie besteht aus einem einzigen 40-minütigen Satz. «Mendelssohn hat im Prinzip eine klassische Sinfonie geschrieben, dabei aber die üblichen vier Sätze quasi zu einem Satz verschmolzen.» Entsprechend fordere das Werk dem Orchester einiges ab.

Radikal reduzierte Oper

«Wir bleiben unserem Konzept treu», sagte Daniel Lehmann, Präsident der Murten Classics und Oberamtmann des Seebezirks, eingangs der Pressekonferenz. «Trotzdem verzichten wir nicht auf Neuerungen.» So kommt dieses Jahr am 20. August ein Musiktheater zur Aufführung. Marian Lejava hat die Oper «Das schlaue Füchslein» von Leoš Janáček zu einer Kammeroper für Erzählerin, zwei Stimmen und Instrumentalensemble umgearbeitet. Als Erzählerin verpflichtete das Festival die Berner Schauspielerin Heidi Maria Glössner. Die Sopranistin Ivana Rusko und der Bariton Tomáš Král übernehmen – begleitet vom Ensemble Paul Klee – die vokalen Rollen.

In der Reihe «Offen für Neues» verschwimmen die Grenzen zwischen verschiedenen Disziplinen der Kunst. So findet das Konzert vom 17. August im Atelier des Malers ­Alois Lichtsteiner statt. Am 31. August steht unter dem Titel «Zona imaginarium» ein multimediales Konzert auf dem Programm. Die Musiker «malen» im übertragenen Sinne Klänge. Sie lassen sich dabei von visuellen Künstlern inspirieren, deren Werke gleichzeitig projiziert werden.

Schweizer Pianistin zu Gast

Wie in den vergangenen Jahren hat das Festival eine Gastkünstlerin verpflichtet. Die diesjährige Artist in Residence ist die Westschweizer Pianistin Beatrice Berrut. «Sie sucht den Dialog zwischen Komponist, Interpret, Publikum und Raum», sagt Zehnder. Das sei nicht bei allen Künstlerinnen und Künstlern so ausgeprägt. Doch nicht nur darum passe sie zum diesjährigen Festival: «Sie geht über die klassische Rolle einer Pianistin hinaus und bearbeitet zum Beispiel Sinfonien so, dass sie für Klavier spielbar werden.» Damit habe sie Potenzial zur Dirigentin, meint Zehnder. An den Murten Classics wird Berrut am 18. August ein Klavierrezital mit Werken von Johann Sebastian Bach, Gustav Mahler und Franz Liszt gestalten. Im Kammermusikkonzert vom 25. August spielt sie mit vier Streichern das Klavierquintett von Gustav Mahler und das Forellenquintett von Franz Schubert. Und schliesslich ist sie am 31. August und am 1. September Teil der Abschlussgala. Zusammen mit dem English Chamber Orchestra und Kaspar Zehnder als Dirigent spielt sie das zweite Klavierkonzert von Johannes Brahms.

Zum Programm

31 Konzerte in rund drei Wochen

Die Murten Classics finden vom 11. August bis am 1. September statt. Am Sonntag, 11. August, eröffnet das erste von vier Apérokonzerten das Programm. Am 15. August folgt das erste Sinfoniekonzert im Schlosshof mit Werken von Antonín Dvořák und Leo Weiner. In den drei Wochen finden 31  Konzerte statt. Neben den Sinfonie- und den Apérokonzerten wartet das Festival unter anderem wiederum mit Sommernachts- und Serenadenkonzerten, Kammermusik, der Reihe «Offen für Neues» und dem Nachwuchswettbewerb Valiantforum auf. Dazu steht ein Abend im Zeichen des Musiktheaters.

sos

 

Infos: www.murtenclassics.ch

«Mich reizen Zwischentöne, die zuerst verborgen bleiben und sich erst auf den zweiten Blick offenbaren.»

Kaspar Zehnder

künstlerischer Leiter

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