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Murten schluckt die Parkhaus-Kröte

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Autor: Marc Kipfer

Es ist nicht die erste Finanzspritze, die das City-Parking bei der Murtner Coop-Filiale benötigt. Der Asphalt im Oberdeck weist Risse und Vertiefungen auf, und im falsch konzipierten Parkhaus sammelt sich oft Wasser an: Eine dringende Sanierung für rund 1,3 Millionen Franken steht an.

Der für die Finanzen zuständige Gemeinderat Andreas Aebersold führte am Mittwochabend vor dem Murtner Generalrat aus, warum die Stadt der Parkhaus Murten AG bereits zum zweiten Mal ein Darlehen von einer Million Franken gewähren müsse. Er stellte fest, die Sanierung sei zwar teuer, aber im Grunde eine normale Investition. Auch bei einem Einfamilienhaus sei dies nach 16 Jahren nötig. Das Problem beim Parkhaus sei aber, dass es nicht ganz dicht sei. Man habe es damals zwar nicht in den Sand, aber im wahrsten Sinn des Wortes ins Wasser gesetzt, sprach er die speziellen Bodenverhältnisse an.

Aebersold hatte damit Erfolg: Der Rat bewilligte das Darlehen mit 34:8 Stimmen.

«Darlehen ist logisch»

Mit Kritik am Geschäft hielt der Generalrat trotz des am Ende klaren Votums nicht zurück. «Ich bin schockiert», sagte etwa Daniel Schär (SVP). «Eine Million Franken sollen à fonds perdu verlocht werden», sprach er Klartext. Dass der Generalrat mitten im Jahr mit einer Millionensanierung konfrontiert worden sei, von der vorher nie die Rede gewesen sei, werfe ein schiefes Licht auf die Informationspolitik des Gemeinderats. Schär stellte ausserdem die Dringlichkeit der Sanierung in Frage.

Peter Stoller von der generalrätlichen Finanzkommission betitelte das Darlehen als logisch: Die Gemeinde sei mit einem Anteil von 90 Prozent quasi Eigentümerin des Parkings.

«Ein Abbruch des City-Parkings wäre wohl die kostengünstigste Variante», sagte Fritz Gaberell (SVP) und meinte dies wohl nur halb im Scherz. Zähneknirschend stimmte seine Fraktion dem Darlehen zu, wie auch grossmehrheitlich die FDP. Die CVP/EVP-Fraktion entschied sich erst, nachdem sie einen dreiminütigen Sitzungsunterbruch ausbedungen hatte. Ihr Sprecher Olivier Curty stellte danach den Antrag, das Geschäft zurückzuweisen. Der Gemeinderat solle zuerst die Kreditwürdigkeit der Parkhaus Murten AG ausführlicher dokumentieren.

Rückzahlung unsicher

Obwohl dieser Antrag im Rat nicht durchkam, gestand Gemeinderat Aebersold ein, dass das Darlehen ein Risiko darstelle. «Ich kann ihnen nicht garantieren, dass das Geld in zwanzig Jahren bis auf den letzten Rappen zurückbezahlt ist», machte er dem Generalrat keine falschen Illusionen. Einen Investor für das Parking zu finden, sei aber unmöglich. Nicht unmöglich sei hingegen, dass die Parkhaus AG die Amortisations- und Zinslast des Darlehens tragen könne – die Auslastung des Parkhauses sei momentan nicht schlecht und die Aktiengesellschaft solide finanziert.

Bevor der Generalrat das Darlehen bewilligte, äusserte Christine Jakob (FDP) einen Vorschlag an die Parkhaus Murten AG. Sie schlug vor, das City-Parkhaus solle künftig für Personen, die ein Murtner Park-Abonnement besitzen, geöffnet werden. Sie sei überzeugt, sagte Jakob, dass sich die Parkplatzsituation im Bereich der Altstadt entschärfen würde, wenn Anwohner und Angestellte ihre Autos im Parkhaus abstellen könnten.

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