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Murten will Beleuchtung anpassen

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Wer in Murten spätnachts auf dem Heimweg ist, bewegt sich unter Umständen in völliger Dunkelheit. Seit 2013 wird die öffentliche Strassenbeleuchtung im Stedtli und in den Quartieren eine halbe Stunde nach Mitternacht bis um 5 Uhr komplett ausgeschaltet. Am Wochenende dauert die Abschaltung von 2 Uhr bis 6 Uhr in der Früh. Damit will die Gemeinde Energie sparen und unnötige Lichtverschmutzung vermeiden. Doch diese Praxis stösst auf Widerstand. FDP und SVP forderten im Mai in einer Motion, spätestens bis Ende Jahr auf die nächtliche Abschaltung zu verzichten. Die Motion wurde vom Generalrat überwiesen.

Anforderungen klären

Nun will der Gemeinderat in einem Konzept die Bedürfnisse an die Beleuchtung definieren. Dies teilte Vize-Stadtpräsidentin Ursula Schneider Schüttel (SP) an der Generalratssitzung vom Mittwoch mit. «Wir klären ab, welche Strassenzüge wie genutzt werden», erläuterte Schneider Schüttel auf Nachfrage der FN. Dies sei für die künftige Beleuchtung wichtig, denn ein Wohnquartier stelle andere Anforderungen als etwa ein Gewerbebetrieb mit Schichtarbeit. «In einem Wohnquartier schläft man besser, wenn keine Strassenlampen brennen.» Auch eine Rolle spiele, wie viele Fussgänger eine Strasse nutzen: «Einerseits sind Fussgänger eher auf eine Beleuchtung angewiesen als Velofahrer oder Autofahrer, die sowieso mit Licht unterwegs sind.» Andererseits seien Fussgänger weniger in der tiefen Nacht unterwegs.

In einem zweiten Schritt will die Gemeinde daraus ableiten, wie lange und wie stark die Strassenlampen in den Quartieren leuchten sollen. Neben der kompletten Abschaltung steht vor allem eine Dimmung der Lampen im Zentrum. «Die Leuchten können je nach Bedarf unterschiedlich stark abgeschwächt werden.» Zudem besteht die Möglichkeit, die Lampen über integrierte Bewegungsmelder ein- und auszuschalten. «Durch die LED-Technologie können wir flexibler auf die Bedürfnisse der einzelnen Quartiere reagieren», so Schneider Schüttel.

Keine direkte Reaktion

Das Lichtkonzept sei nur indirekt eine Reaktion auf die Motion, sagt Schneider Schüttel. «Mit dem Ersatz der alten Leuchten und der Einführung der LED-Technologie ist eine Gesamtplanung naheliegend. Das haben wir schon länger vorgesehen.» Der Gemeinderat habe auch seine Meinung zur Nachtabschaltung nicht grundsätzlich geändert. «Wir wollen in der Nacht dort Licht haben, wo es nötig ist.» Doch die Gemeinde müsse die alten Quecksilberleuchten von Gesetzes wegen ersetzen. «Mit der Umrüstung auf LED-Leuchten erhalten wir neue technische Möglichkeiten.»

Zwiespältiges Echo

Bei den Murtner Parteien stösst die Idee des Gemeinderates auf verhalten positives Echo. Susanne Moser, Präsidentin der SVP-Fraktion, reagiert zwiespältig: «Wir hatten in der Motion gefordert, der Gemeinderat solle bis Ende Jahr auf die Abschaltung verzichten.» Dieser Forderung komme der Gemeinderat nun nicht nach. Doch der Gemeinderat wolle mit dem Konzept Lösungen ausarbeiten. «Da sind wir froh.» Wichtig sei, dass die Abschaltung verschwinde. «Denn dieser haben wir nie zugestimmt.» Ähnlich argumentiert FDP-Präsident Thomas Bula. Der Gemeinderat setze zwar die Motion nicht um, er befasse sich aber ernsthaft mit der Thematik. Die FDP-Fraktion wolle deshalb vorübergehend den Druck aus dem Geschäft nehmen. Sie werde die aber Entwicklung verfolgen und bei Bedarf korrigierend eingreifen.

GLP-Präsident Martin Leu begrüsst das Vorgehen: «Wir haben uns immer für die Umrüstung auf LED-Leuchten eingesetzt.» Nun entwickle der Gemeinderat eine Gesamtsicht, statt häppchenweise Einzelkredite zu unterbreiten.

«Der Gemeinderat nimmt das Anliegen auf und räumt ihm mit dem Konzept Priorität ein», meint Jacques Moser von der CVP. Positiv sei die Zusammenarbeit mit den Industriellen Betrieben. «Der Beizug von Spezialisten ist wichtig für die Umsetzung.»

Bernadette Hänni, Präsidentin der SP-Fraktion, ist nach wie vor von der Nachtabschaltung überzeugt. «Es ist fraglich, wie viele Menschen in der Nacht wirklich Licht brauchen.» Die Beleuchtung wegen wenigen Personen brennen zu lassen, bringe nichts. Allerdings plädiert auch Hänni für Anpassungen. «Wir sollten vermehrt die Bedürfnisse einzelner Gruppen berücksichtigen.»

Budget

Generalrat berät Voranschlag im Eiltempo

An seiner Sitzung vom Mittwochabend hat der Generalrat den Voranschlag 2017 der Gemeinde Murten einstimmig genehmigt. Die Gemeinde rechnet bei Einnahmen von 43,7 Millionen Franken mit einem Ertragsüberschuss von 1,997 Millionen Franken. Der Cashflow beträgt fondsbereinigt 2,9 Millionen Franken. Wie Gemeinderat Andreas Aebersold (FDP) erläuterte, geht der Gemeinderat von steigenden Steuereinnahmen aus. «Dabei haben wir die Prognosen des Kantons noch abgeschwächt.» Hingegen nehme der Ertrag aus Zinsen und Mieten ab. Während der Personalaufwand und die Subventionen stiegen, gingen der Sachaufwand sowie die Beiträge an die Gemeindeverbände zurück. Positiv falle zudem der Fusionsbeitrag für die neuen Ortsteile Salvenach, Jeuss, Lurtigen und Courlevon von 364 000 Franken ins Gewicht.

Neben dem Voranschlag der laufenden Rechnung hat der Generalrat auch 15 Kreditanträge einstimmig bewilligt. Gesamthaft plant die Gemeinde 2017 Nettoinvestitionen von 3,9 Millionen Franken. Davon sind 1,31 Millionen Franken für das neue Feuerwehrlokal bestimmt. Rund eine Million Franken ist für die Abwasserreinigungsanlage geplant. Das Gesundheitsnetz See schlägt 2017 mit 700 000 Franken zu Buche.

Thomas Bula (FDP), Präsident der Finanzkommission, bezeichnete das Budget als sensationell, nicht zuletzt aufgrund der pessimistischen Einschätzung der Steuereinnahmen.

sos

 

 

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