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Murtens «Steindoktor» feiert Jubiläum

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Das ist ein bezahlter Beitrag mit kommerziellem Charakter. Text und Bild wurden von der Firma Muster AG aus Musterwil zur Verfügung gestellt oder im Auftrag der Muster AG erstellt.

Offene Türen beimBildhauerpaar Daniel und Sabine Burla

Am 1.April laden er und seine Frau Sabine zu einem Tag der offenenTüre in ihr Atelier an der Prehlstrasse 20 ein.Anlass ist ein Jubiläum: 40 Jahre Willy Burla, 20 Jahre Daniel Burla, total 60 Jahre Bildhauer Burla.

Die mit viel Einfühlungsvermögen gestalteten Grabsteine sind Sabine Burlas Werk. Ihr Gatte ist vor allem für Steinrestaurierungen, Abgüsse und Replikate zuständig. Zur «Crew» gehören zurzeit zwei Mitarbeiter und eine Lehrtochter.

Naturasphalt im
Murtner Stadtbrunnen

In Murten hat Daniel Burla im Laufe der letzten Jahre alle drei Stadtbrunnen der Hauptgasse mit Naturasphalt abgedichtet. Die Bleimäntel waren leck geworden. 1991 war der Kesselturm für eine Schadenaufnahme für denGeneralrat und die kantonale Denkmalpflege an der Reihe. Ab 1992 wurden Quadersteine ersetzt und die «Schusslöcher» saniert. Der Kleine Schimmelturm erhielt kürzlich einen nach alten Rezepten hergestellten zementfreien Kalkmörtelabrieb.

Künstlerische Höhepunkte

Als «Highlight» bezeichnen Sabine und Daniel Burla die Arbeiten am Neuenburger Schloss, wo sie Replikate für neugotische Kreuzblumen schufen. Weitere Höhepunkte sind die sechs Monate dauernden Arbeiten an der Liebfrauenkirche inFreiburg. An der Hauptgasse wurden Bildhauer-Werkstücke im neoklassizistischen Stil neu gehauen. Das alte Kornhaus Freiburg (Mattenkaserne) erhielt ein Replikat des Wappen-Löwen-Reliefs aus Burlas Werkstatt.Die Justitia und ihre Säule des Dorfbrunnens in Cudrefin ist ebenfalls eineRestaurierungsarbeit vonBurla. InBoudry wurde das kostbare Original des Justitia-Brunnens in Zusammenarbeit mit dem Restaurationsatelier Stähli in Auvernier durch ein originalgetreues Replikat ersetzt.

Routinearbeit ist selten

Wie jeder Stein ist auch jeder Auftrag einzigartig. Routinearbeiten sind selten. Beim Berechnen von Angeboten steht Burla deshalb nicht selten «im luftleeren Raum», da vor Beginn schwer abzuschätzen ist, was alles noch zum Vorschein kommen wird. Bei jedem Auftrag gilt es, neu anzufangen, zu erkennen, was kaputt ist und warum. Im einfachsten Falle ist es eine lecke Dachrinne, die Frostschäden verursacht hat. Oder ein Pilz befällt denStein, wirkt wie eine Pionierpflanze und bildet den Nährboden für Algen, Flechten und Moose, wie dies an den Kreuzblumen von Neuenegg vorgekommen ist. Ausserdem kommt es vor, dass der Stein «falsch ins Lager gesetzt» ist. Sie sind senk- statt waagrecht und deshalb anfälliger. Beim Sandstein stellt sich oft das Problem der Auflösung der Bindemittel durch Stickstoff- und Schwefeldioxyde. Es kann aber auch vorkommen, dass frühere Eingriffe infolge falscher Technik oder artfremder Materialien rückgängig gemacht werden müssen.

Replikate und Sonnenuhren

Nach dem Motto «Das Bessere ist der Feind des Guten» ist er laufend daran, seine Replikattechniken in Zusammenarbeit mit seinem Kollegen ErwinStrattner aus Ammerndorf-Nürnberg zu verbessern. Für die Herstellung der Negativform für den Justitia-Brunnen in Boudry experimentierten sie bis weit über die Geisterstunde hinaus mit neuartiger Dichtungsmasse, die japanische Tunnelbauer entwickelt hatten. Gemischt wurde sie mit Eiswasser. «Das Zeug klebte an Kleidern und Händen und musste streifenweise mit dem Skalpell weggeschnitten werden», schmunzelt Burla. Und das «abverheite» Replikat einer rund drei Meter hohen und reich verzierten Säule in seiner Pergola steht als weiterer Zeuge, für wie viele Arbeitsstunden manchmal durch einen kleinenFehler zunichte gemacht werden.

Einen Namen geschaffen hat sich Burla auch mit Sonnenuhren. In Murten sind es zwei: die mit einem Brunnen kombinierte auf dem Schulhausplatz Murten (Geschenk des Handwerker- und Gewerbevereins an die Stadt) sowie die an seinem Haus an der Hallwylstrasse 6. Ihr liegen komplizierte computergestürtzte Berechnungen zugrunde. Sie zeigt nicht bloss die Ortszeit, sondern auch die babylonischen und italienischen Stunden.

Plattform für Kollegen

Am 1. April stehen dieTüren in Burlas Atelier von 10 bis 17 Uhr weit offen. Zu sehen sind die Natursteinrestaurierung, Grabmale und freie Arbeiten. EineSchnupperecke «für Kinder und andere Könner» lädt mit Steinhauen und -schleifen, Arbeiten mit Speckstein, Modellieren undGipsen zu kreativem Tun ein. Zehn Bildhauerkollegen aus der Schweiz und Deutschland zeigen freie Arbeiten.

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