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Murtner Katholiken feiern ihre Kirche

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Seit dem 16. Jahrhundert ist Murten das Zentrum der Reformation im mehrheitlich katholischen Freiburg. Das zeigt sich an der beeindruckenden Deutschen Kirche in der Stadt. Nur wenige Luftmeter entfernt–aber ausserhalb der Ringmauern–steht seit 1887 die neugotische katholische Kirche St. Mauritius.

Dennoch: Er fühle sich nicht ausgeschlossen, hält Pfarrer Thomas Perler fest. Die Katholiken seien zwar eine Minderheit, «und das hat seine schönen und weniger schönen Seiten». Die Ökumene funktioniere aber gut. Man organisiere gemeinsame Gottesdienste, Meditationen und helfe sich aus; zum Beispiel, wenn die Katholiken für einen Anlass eine grössere Kirche brauchen.

Damals war das Leben hart

Früher aber, und das sei gar noch nicht lange her, sei es zum Beispiel kaum infrage gekommen, dass ein Katholik eine Reformierte heirate, sagt Clemens Locher, Co-Autor der Festschrift (siehe Kasten). In einem konkreten Fall aus den Akten nahm ein ehemaliger Pfarrer den Arbeitgeber eines «Abtrünnigen» ins Gebet. Das sei heute anders. Vor allem für die Jungen seien konfessionelle Unterschiede nicht zentral.

Locher hat Zweifel an der Toleranz der damaligen Murtner Obrigkeit. Die Katholiken durften zwar ihre Kirche errichten, aber eben: ausserhalb. Die Stadtoberen stellten sich quer, als die Minderheit die Französische Kirche auf der Nordseite des «Städtli» kaufen wollte–eine Kapelle, die noch vor der Reformation erbaut worden war. «Die Reformierten wollten wohl nicht, dass die Kirche wieder in katholische Hände käme», mutmasst Locher, und er stellt fest: «Das waren andere Zeiten.»

Die Mitgliederzahlen der Pfarrei steigen langsam, aber stetig an: von etwa 4200 (2000) auf heute 5350. Auch wegen der Einwanderung aus dem Ausland. Der gebürtige Sensler Perler hofft, dass die Gemeinde trotz ständig drohendem Priestermangel und erhöhtem Bedarf an ehrenamtlicher Arbeit weiter gedeihen kann. «Die Gemeinden können auch leben ohne einen Priester, der die volle Verantwortung trägt», ist Perler überzeugt. «Sie können sich in vielen Bereichen selbst organisieren.»

Allerdings sei die Arbeit für alle intensiv, so Perler, und erfordere viel Koordination–mit der reformierten Partnerkirche, aber auch mit den sprachlichen Minderheiten innerhalb der Gemeinde. «Das ist eine Bereicherung, braucht aber mehr Aufwand.»

Jubiläums-Festschrift: 125 Jahre katholisches Leben in Murten auf 42 Seiten

B is zur vollen Religionsfreiheit in der Schweiz 1874 waren die Konfessionen in Freiburg regional strikt getrennt. «Damals war nur die Region Murten reformiert, praktisch der ganze Rest des Kantons war katholisch», sagt Clemens Locher, Co-Autor einer Festschrift zum Jubiläum. Dann zogen viele Sensler sowie Ausländer nach Murten. «Es war für diese Leute schwierig. Sie hatten lange keinen Ort für Gottesdienste.» Zuerst erhielten sie die Möglichkeit, in Gurwolf ihre Gottesdienste abzuhalten, dann im heutigen Hotel Murtenhof. Der erste Pfarrer reiste aufwendig von Guschelmuth an. Erst um 1870 erhielt die Gemeinde ihren ersten eigenen Priester. Wenig später schenkte ein Ehepaar, ein katholischer Zweig der Berner Patrizierfamilie von Graffenried, der Gemeinde eine Parzelle auf dem alten Stadtrebberg Bellevue. Dort wurde die Kirche erbaut und am 30. August 1887 geweiht.

Die Idee zur reich bebilderten Festschrift stammt von Pfarrer Thomas Perler. Er hatte festgestellt, dass die Gemeinde zum 100-Jahr-Jubiläum nichts Grosses gemacht hatte. Locher und Pfarreirat Peter Huber haben ein Dutzend Texte gesammelt. Unter den Autoren sind mit Dominique Guenin und Andreas Hess auch zwei reformierte Pfarrer. Sie beschreiben die gelebte Ökumene in Murten.

Das Buch ist zweisprachig erschienen. Das war den Verantwortlichen ein Anliegen. Locher und Huber wollen mit ihrer Festschrift zugleich das Andenken bewahren und einen Überblick über die Gegenwart geben. fca

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