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Musik als Türöffner zu fremden Welten

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«Willkommen im Reich der Freiburger Exilmusiker», sagt Simon Althaus mit einem Schmunzeln, als er die Tür zu seinem Probelokal öffnet. Seit einigen Monaten teilt sich der 30-jährige Musiker aus St. Antoni beim Güterbahnhof in Bern eine alte Industriehalle mit mehreren anderen Berufs- und Bandmusikern, die ursprünglich allesamt aus dem Kanton Freiburg stammen, nun aber ennet des Sensegrabens wohnen und arbeiten. Inmitten einer Gewerbezone gelegen, eigne sich die Lokalität perfekt für einen Proberaum, erklärt Simon Althaus: «Wir können hier so oft und so laut spielen, wie wir wollen – ohne dass dabei die Nachbarn bleibende Schäden davontragen.»

Erst faul, dann ehrgeizig

Wie gross das musikalische Spektrum der Künstler ist, die in der alten Industriehalle proben, lässt sich anhand der darin aufbewahrten Instrumente erahnen: Eine Vielzahl an akustischen und elektronischen Saiten-, Per­kus­sions- und Tasteninstrumenten scheint nur darauf zu warten, bespielt zu werden. Ihn selber ziehe es natürlich am meisten in die Ecke mit den Ta­sten­in­stru­men­ten, sagt Simon Althaus. Der Sensler hat im Alter von acht Jahren mit dem Klavierspielen begonnen und steht nun kurz vor dem Abschluss seines Jazzpiano-Studiums an der Musikhochschule Luzern.

Dass die Musik dereinst sein Lebensinhalt werden würde, sei aber nicht von Anfang an festgestanden. «In jungen Jahren war ich kein ehrgeiziger Klavierschüler», gesteht Simon Althaus. Im Gegenteil: Er sei sogar ziemlich faul gewesen. «Den Ärmel reingezogen» habe es ihm erst, nachdem er beim Stöbern in der Plattensammlung seines Vaters auf eine Jazzplatte gestossen sei, die ihn dazu bewogen habe, sich tiefer mit der Musik und ihrem Reichtum zu befassen. «Ich habe realisiert, dass ich da auf eine Sache gestossen bin, in die ich viel von mir investieren kann.»

Es folgten erste kleinere Bandprojekte und der Besuch des Jazzunterrichts am Konservatorium Freiburg. Während seiner Ausbildung zum Klavierbauer habe er dann weniger Zeit gehabt, um selber zu musizieren. «Das war für mich mit einigem Frust verbunden. Ich hatte zwar viele Ideen, konnte aber kaum etwas davon umsetzen», sagt Simon Althaus. Nach der Lehrzeit habe er deshalb erst das Arbeitspensum reduziert und sich dann dazu entschieden, ein Musikstudium in Angriff zu nehmen.

In fremde Kulturen eintauchen

In seiner Zeit an der Musikhochschule lernte Simon Althaus auch die Musik Mittel- und Südamerikas kennen und lieben. Im Frühjahr 2014 reiste er deshalb für drei Monate nach Kuba, um vor Ort in die faszinierende Welt der kubanischen Rhythmen und Klänge einzutauchen und die eigenen Fähigkeiten zu schulen (die FN berichteten). «In der lateinamerikanischen Kultur hat die Musik einen ganz anderen Stellenwert als bei uns», erzählt der Pianist von seinen Erlebnissen und Eindrücken. «Musik ist im öffentlichen Leben der Menschen von Süd- und Mittelamerika allgegenwärtig. Es gibt praktisch keine Situation, in der das Musizieren keine Rolle spielt. Für einen Musiker aus der Schweiz ist das natürlich ein Paradies.»

Die Musik als Türöffner zu fremden Welten verstehen – ein Gedanke, der Simon Althaus gefällt und sein eigenes musikalisches Schaffen prägt. Neben dem Engagement für das Studium und die vier Formationen, in denen er derzeit fix engagiert ist, steht Simon Althaus auch immer wieder als Gast- und Projektmusiker für verschiedene Künstler und Formationen auf der Bühne. Berührungsängste mit neuen Stilrichtungen kennt er dabei keine. «Vor kurzem war ich für die Aufnahmen von Volksmusikliedern im Studio. Das hatte ich nie zuvor gemacht, fand es aber extrem spannend.»

In wenigen Monaten neigt sich die Zeit des Senslers an der Musikhochschule Luzern ihrem Ende zu. Simon Althaus steckt derzeit mitten in den Prüfungsvorbereitungen und arbeitet intensiv an seinem Masterprojekt, welches er am 22. Mai in Konzertform in der Jazzkantine Luzern vor Publikum präsentieren wird und das sich ebenfalls mit kubanischer Musik befasst.

Nach dem Abschluss seiner Ausbildung möchte der Jazzpianist zum einen unterrichten und zum anderen wieder vermehrt für diverse – auch eigene – musikalische Projekte in die Tasten greifen. «Ich habe bereits viele Ideen im Kopf, lasse mich aber auch immer gerne von anderen Musikern für deren Ideen begeistern.» Nur eines werde er auch in Zukunft bestimmt nicht tun: «Mir Scheuklappen anlegen, die meinen musikalischen Horizont beschneiden könnten.»

FN-Serie

Eine Stafette mit Porträts

In einer losen Serie stellen die FN Menschen vor, die etwas Spannendes erlebt haben, über viel Lebenserfahrung verfügen, einen interessanten Beruf oder ein spezielles Hobby haben oder die an ihrem Wohnort das Dorf- oder Stadtbild prägen. Die Serie funktioniert wie eine Stafette: Es ist der jeweils Porträtierte, der das nachfolgende Porträt bestimmt. Das nächste Mal: Bernhard Skupin aus Kleinbösingen.

mz

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