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Musik und Menschen

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Daniel Fontana schliesst die Tür des Kulturlokals Bad Bonn auf, tritt ein und geht hinter die Bar. Dort stellt er zuerst die Musikanlage an, dann macht er Kaffee. «Wir stecken mitten in den Vorbereitungen für die Kilbi», sagt der Programmator des Bad Bonns, der von den meisten einfach Duex genannt wird. Draussen vor dem Lokal sind Arbeiter damit beschäftigt, zwei übergrosse weisse Büsten abzubauen – Relikte der letzten Kilbi. «Wir stellen für die Kilbi jeweils ein grösseres Kunstwerk auf, das dann ein Jahr lang stehen bleibt.»

Kunst und ein bisschen experimentieren, das gehört zur Kilbi. Vor allem aber die Musik: Sie läuft am Donnerstag, Freitag und Samstag nonstop vom Nachmittag bis spät in die Nacht auf drei Bühnen. «Hier zählt nur die Musik. Ich will die Menschen ein bisschen dazu zwingen, Konzerte anzuhören», sagt Daniel Fontana und grinst. «Essen kann man am Montag wieder.» Und die Besucherinnen und Besucher vertrauen auf Fontanas Musik-Auswahl: Die Kilbi-­Tickets sind jeweils innerhalb weniger Stunden nach der Programm­ankündigung ausverkauft.

Über die Menschen eingestiegen

Daniel Fontana ist aber nicht über die Musik selbst ins Musik-Business eingestiegen, sondern über die Menschen, wie er selber sagt. «Als Teenager hatte ich keine Ahnung von Musik, ich war ein Mitläufer.» Erst mit 19  oder 20 habe er angefangen, sich tiefer mit Musik zu beschäftigen. Fontana ist in Düdingen aufgewachsen, in einem «Büezermilieu», wie er es bezeichnet. Er besuchte zwar das Kollegium Gambach, machte danach aber keine weitere Ausbildung. «Nach der Schule arbeitete ich eine Weile in einem Treuhandbüro. Danach hatte ich das Gefühl, dass ich ein Geschäft führen kann», erzählt er. Mit einem Freund übernahm er ein Pub im Dorf. Die beiden führten es von 1988 bis 1990, dann kam Fontana zum Bad Bonn. «Das war damals eine Landbeiz.» Die Lage habe ihm sofort gefallen. Daniel Fontana blickt aus dem Fenster zu den Handwerkern auf dem Feld und fügt an: «Der Ort hier ist stark, wie eine Kanzel über dem Tal, das jetzt der Schiffenensee ist.» Das Bad Bonn ist Konzertlokal, aber auch Beiz. «Viele Leute kommen schon seit Jahren hierher, und wir haben auch Platz für Randgruppen.» Den Austausch mit den Menschen schätze er.

«Wir haben zuerst ziemlich planlos Konzerte organisiert, diverse Bands aus der Region traten auf», erzählt Daniel Fontana. Er hält kurz inne und sagt dann: «Eigentlich sind wir noch heute ziemlich konzeptlos.» Es ginge ihm nicht darum, mit seinem Programm zu gefallen oder eine bestimmte Zielgruppe anzusprechen. «Es war auch nie das Ziel, dass die Kilbi zu einem so grossen Festival wird», sagt er. «Wir wollen ein Festival machen für Leute, die Freude an der Musik haben.» Das Kilbi-Publikum ist eine einzigartige Mischung aus Hipstern aus der ganzen Schweiz, jungen und auch älteren Leuten aus dem Sense­bezirk. «Das Bad Bonn steht ­irgendwo in der Mitte.»

«Anecken ist mein Motor»

Fontana ist ein Querkopf, sowohl im Dorf als auch in der Musikszene. «Ich ecke gerne an, behaupte das Gegenteil, das ist mein Motor», erzählt er. Das kann auch zu Konflikten führen. Nach einigen Jahren des Betriebs des Bad Bonns gab es Pro­bleme mit den Nachbarn. «Es war laut, und wir wollten das nicht immer einsehen.» Da habe es etwas Vernunft und Respekt gebraucht – und schliesslich bauliche Massnahmen, um die Lärmimmissionen zu senken. Nach einer kurzen Pause fügt Daniel Fontana an: «Eigentlich bin ich ein sehr harmonischer Mensch und ein Menschenfreund. Ich will mit Inhalten anecken, aber nicht angriffig sein.»

Das gelte auch für das Musikbusiness. «Manchmal sagen die Leute, es sei extrem speziell, was ich mache. Das ist mir unangenehm.» Wenn er das höre, werde ihm bewusst, dass er eigentlich lieber mit seiner Familie und seinen Nachbarn zusammen sei als den Leuten aus dem Musikbusiness – Fontana lebt mit seiner Frau in Bösingen und hat zwei erwachsene Kinder. «Wir sollten nie vergessen, woher wir kommen.» In Fontanas Fall aus dem Sensebezirk. «Ich glaube, das Bad Bonn passt gut hierher, weil wir Traditionen pflegen, eine gewisse Haltung bewahren, auch wenn es mal schwierig ist, – und trotzdem offen für Neues sind.» So erlebe er auch die Senslerinnen und Sensler.

Originelle Musik

Mit dieser Mischung aus Haltung bewahren und Offenheit findet er auch die musikalischen Perlen, die das Publikum so begeistern. Da­niel Fontana ist ein guter Netzwerker, setzt dabei aber auf Qualität und nicht Quantität. «Ich tausche mich lieber mit wenigen Leuten aus, die den gleichen Anspruch an die Musik haben wie ich, als dass ich mit hundert verschiedenen spreche.» Mit diesem Anspruch meint er, dass Musik originell sein müsse. Nicht selten treten Bands an der Kilbi oder im Bad Bonn auf, bevor sie so richtig gross werden – etwa die Queens of the Stoneage, die bereits 1999 in Düdingen gespielt haben. Fontana glaubt aber nicht, dass er ein besonderes Näschen für zukünftige Stars hat. «Wenn man so viele Bands bucht wie wir und auf originelle Musik setzt, sind zwangsläufig Künstler darunter, die durchstarten.»

Daniel Fontana blickt in die inzwischen leere Kaffeetasse, dann aus dem Fenster über den Vorplatz. Eine der grossen Büsten ist bereits abgebaut. Vor der anderen stellt sich gerade eine Schulklasse auf Schulreise für ein Gruppenfoto auf. Die Kilbi-Kunst gefällt nicht nur Hipstern, sondern auch Primarschulkindern. Dem Querkopf und Menschenfreund Daniel Fontana dürfte das gefallen.

«Manchmal sagen die Leute, es sei extrem speziell, was ich mache. Das ist mir unangenehm.»

Daniel Fontana

Programmator Bad Bonn

Programm

Drei Tage und mehr als sechzig Bands

Von Donnerstag bis Samstag findet die Bad-Bonn-Kilbi in Düdingen statt. Mehr als sechzig Bands treten auf drei Bühnen auf, darunter die Schweizer Überfliegerin Sophie Hunger am Donnerstag, der türkische Klarinettist Cüneyt Sepetçi am Freitag und die australische Singer-Songwriterin Courtney Bartnett. Das Festival ist ausverkauft.

nas

 

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