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Musikalische Folter mit vier Toten im Kino Murten

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Nein, ein Vergnügen ist der Abend nicht. Die Oper Tosca von Giacomo Puccini ist schwere Kost. Vier Tote und eine Folterszene haben die Zuschauer am Ende der gut zweistündigen Vorführung im Kino Murten gesehen.

Die Kinos von Murten, Laupen und Ins zeigen in diesem Winter erneut mehrere Inszenierungen von Opern auf der Leinwand. In Murten stehen in den nächsten Monaten der «Nussknacker» von Pjotr Iljitsch Tschaikowski, «Carmen» von Georges Bizet sowie «Ernani» von Puccini auf dem Programm. «Ich habe es halt gerne dramatisch», erklärt Operateur André Chevalier, welcher die Opern ausgewählt hat. Er wolle nicht immer nur die allseits bekannten Mozartopern zeigen. Da passt «Tosca» als Auftakt ideal.

Ein brutaler Polizeichef

«Tosca» spielt in Rom um 1800. Der politische Gefangene Angelotti ist aus der Haft entflohen. Er trifft in einer Kirche auf den Maler Mario Cavaradossi, der ihm helfen will. Als der Polizeichef Scarpia in die Kirche eindringt, kann sich Angelotti verstecken. Dafür geraten der Maler und seine Geliebte Floria Tosca ins Visier des brutalen Scarpia. Der Maler wird verhaftet, gefoltert und später hingerichtet. Währenddem ersticht Tosca zuerst den Polizeichef und bringt sich am Ende, nach der Hinrichtung ihres Geliebten, selber um. Der geflohene Angelotti hatte sich bereits früher im Stück das Leben genommen.

Die Handlung klingt zuerst einmal nach Hochspannung. Doch die Oper ist vor allem im ersten Akt dramaturgisch enorm zähflüssig. Das zeigt sich beispielsweise in einer langwierigen Eifersuchtsszene zwischen dem Maler Cavaradossi und seiner Geliebten Tosca. In der ersten Hälfte des Films passiert so wenig, dass sich ein Gähnen kaum unterdrücken lässt. Einige Zuschauer fanden offenbar wenig Gefallen an diesem ersten Akt: Von den gut 20 Zuschauern zu Beginn waren im zweiten Teil nicht mehr alle im Saal.

Auch musikalisch ist die Oper keine leichte Kost. Die Musik vermag zwar in den dramatischen und den intimen Momenten zu berühren. Mühsam sind vor allem die «Gesprächsarien», welche die Darsteller mit viel Vibrato und Dramatik singen. Normale «Gespräche» wirken so auf den heutigen Betrachter überdreht und unnatürlich. Dass in mehreren dramatischen Szenen–so etwa während der Folter und der Erschiessung Cavaradossis–aus den hinteren Reihen ein Lachen zu hören war, wirkte befremdlich. Es liess aber die Frage aufkommen, ob die Oper auf heutige Betrachter nicht zu absurd wirkt, um zu berühren. Klar ist: Tosca ist keine Einstiegsoper. Wer bisher nicht gerne Opern hörte, ist mit den populären Werken Mozarts oder Rossinis besser bedient als mit dem fast schon modernen Puccini.

Die Oper als Kinoerlebnis

Im Vorfeld durfte man gespannt sein, ob es gelingt, im kleinen Kino Murten Opernatmosphäre zu vermitteln. Es gelang teilweise. Die Nahaufnahmen der Darsteller vermitteln eine lebendige Mimik, wie sie in einem Theater durch die Entfernung von der Bühne kaum zu sehen ist. Andererseits kann ein Kinosaal musikalisch natürlich nicht mit einem Stadttheater mithalten. In der Akustik eines Theaters kommen auch feine Schattierungen des Orchesters und der Sänger noch heraus. Die Lautsprecher des Kinos vermittelten hingegen einen kräftigen Orchesterklang, in dem Feinheiten, wie der Klang einzelner Register oder Instrumente, untergingen.

Trotzdem: Eine Oper lässt sich auch im Kino eindrücklich erfahren. Musikalisch bietet sie nicht das gleiche Erlebnis wie ein Theatersaal mit Orchestergraben. Wer aber eine Oper einmal als Kinofilm erleben möchte, ist beim Opern-Kino am richtigen Ort.

Informationen zum Spielplan unter: http://www.kino-murten.ch.

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