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Musikalisches Ereignis hinter Kirchenpforten

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Murten: Offenbachiade in der Deutschen und Alte Musik in der Französischen Kirche

Autor: Von IRMGARD LEHMANN

Da spielt die Stargeigerin Anne-Sophie Mutter im renommierten Kulturtempel von Luzern Mozarts Violinsonaten und kein einziger Bravoruf ertönt aus den Reihen des Publikums im vollbesetzten Konzertsaal (Konzert vom vergangenen Donnerstag).Ganz anders die Stimmung am Samstag in der Deutschen Kirche von Murten. Bravorufe noch und noch. Sie galten Jirí Barta, dem jungen Cellisten aus Prag, und Jeannette Fischer, der Schweizer Mezzosopranistin, die man hierzulande kaum kennt. Mit Verve und Pfiff sang sich Fischer mit Offenbachs Arien aus bekannten Operetten wie «La Périchole», «La vie parisienne» oder «La Grande Duchesse de Geroldstein» in die Herzen der Zuhörerinnen und Zuhörer. In der inspirierten Zusammenarbeit mit dem Bieler Sinfonieorchester unter der Leitung des jungen österreichischen Dirigenten Thomas Rösner ergab sich ein künstlerisches Ereignis der Sonderklasse.

Cellist mit Ausstrahlung

Eine Entdeckung auch Jirí Barta, ein Cellist von Weltformat. Der Solist interpretierte das «Concerto militarie» für Cello und Orchester von Jacques Offenbach in der Erstausgabe der Originalversion (Schweizer Erstaufführung). Ein interessantes Werk und man fragt sich, warum dieses bis jetzt noch nie aufgeführt wurde. Als Zugabe spielte Barta die 3. Suite von Bach.Dem Musiker gelang es immer wieder, dem Publikum seine aussergewöhnlichen Fähigkeiten in subtil-sublimer Weise zu demonstrieren. Einzigartig seine nuancierte Phrasierung und Ausstrahlung, der sich kaum jemand entziehen konnte.Für Ausgewogenheit zwischen Orchester und Solisten sorgte Dirigent Rösner. Er betonte die grossen Bögen, liess die Musik atmen und sich entwickeln, schreckte aber auch vor Ausbrüchen nicht zurück, wenn die Dramaturgie es erforderte – wie etwa in Offenbachs Ouvertüren.Dieses Konzert hätte man wahrlich lieber im Schlosshof gehört als in einer Kirche (Schlechtwettervariante).

Kleines Team – grosses Engagement

Jedes belebte und erfüllte Musizieren verlangt den ganzen Menschen. Die Körpersprache versteht sich ohnehin bei Sängerinnen und Sängern. Dass aber ein Orchestermusiker durchaus physisch fordernde Arbeit leistet, zeigt etwa ein Blick in die Orchesterreihen. Das Spiel eines Violinisten am Sonntag in der Französischen Kirche von Murten jedenfalls muss Schwerarbeit gewesen sein. War doch sein Einsatz stets von höchst angespannten Gesichtszügen begleitet.Mit Körpersprache kommuniziert aber auch der Dirigent. Wenn Bernhard Pfammatter leichtfüssig dastand, mit ein bisschen Distanz zum Dirigentenpult, dann wusste man, dass Musik nach seinem Willen fliesst. Wenn er aber gefährlich nah ans Dirigentenpult rückte, dann war Unbehagen in der Luft – wie etwa während der ersten Takte von Charpentiers «Filius prodigus».Doch Pfammatter stand fast immer leichtfüssig da. Es war eine Freude, der CappellAntiqua bei der Arbeit zuzusehen. Mit grosser Einsatzfreudigkeit interpretierten die 14 Mitglieder die «Historia di Esther», die «Historia di Deborah» von Giacomo Carissimi und «Filius prodigus» von Marc’Antoine Charpentier. Pfammatter war auf transparente Darstellung bedacht, spielte gekonnt mit dem Wechsel von Spannung und Entspannung und artikulierte jedes Motiv konsequent.Die CappellAntiqua schuf in der akustisch hervorragenden Französischen Kirche eine wunderschön geheimnisvolle Stimmung. Stellten sich die Mitglieder des Ensembles doch als engagierte Interpreten Alter Musik vor, allen voran die Sopranistinnen Kristine Jaunalksne und Franziska Hegi.Die Werke aus dem Frühbarock sang das Vokalensemble in lateinischer Sprache. Von den Worten nichts zu verstehen war kein Unglück – im Gegenteil. Unbeeinflusst konnte man sich der puren Musik hingeben.

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