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Musikalisches Ringen mit dem Schicksal

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Musikalisches Ringen mit dem Schicksal

Galakonzert des Musikcorps «Landwehr»

Mit grossen Werken der Romantik beschwor die «Landwehr» am Samstag in der Aula der Uni die Macht des Schicksals. Das Sängerpaar Rachel und Gilles Bersier bereicherte das unterhaltsame Programm mit bekannten Opernmelodien.

Autor: Von HERIBERT BAECHLER

Einen gelungenen Auftakt zum Konzert lieferte die junge Garde der Landwehr. Zum Höhepunkt ihres Auftritts gestaltete sie das Märchen «Von dem Fischer und seiner Frau». Der Komponist Jean Balissat, Ehrendirigent der «Landwehr», übernahm den Part des Erzählers. Auf der grossen Leinwand illustrierten zauberhafte Bilder von Erstklässlern des Vignettaz-Schulhauses das märchenhafte Geschehen. Vom ersten Takt an merkte man, dass die junge Garde ihr Handwerk nicht nur technisch korrekt ausübt. Dirigent Jérôme Schumacher formte die jungen Musiker zu einem Korps, wo alle aufeinander hören.Zu Beginn seines Werkes «Music for Prague» entwirft der zeitgenössische tschechische Komponist Karel Husa die düstere Seelandschaft seines Volkes. Im Schicksal der Geschichte wurde es immer wieder zum Spielball mächtiger Nachbarn. Über disharmonischen Akkorden entwickeln Muster in der Zwölftontechnik die Gemütslage des notleidenden Volkes. Nur der flüchtige Einwurf des meisterhaft gespielten Piccolos lässt ein Funke Hoffnung.

Prager Frühling

Im dritten Satz des monumentalen Werkes beschwören die Schlaginstrumente die Dubjek-Ära. Das war Perkussion in Vollendung. Da wurden Geräusche zum Klang. Die Welt hielt im Prager Frühling für kurze Zeit den Atem an. Das tschechische Volk stand auf der Kippe von Freiheit und Knechtschaft. Aber das militärische Signal der Trommel führt zurück zur Realität. Die Truppen des Warschauer Paktes walzen den Freiheitsrausch der Tschechen nieder.Das 83 Mitglieder zählende Korps steigerte den schicksalshaften Kampf bis zur Schmerzgrenze. Nur der ins Getümmel eingewobene Choral der Hussiten bestärkt alle in der Hoffnung, dass der Glaube stärker ist als der Tod. Karel Husa durfte sein Werk nach dem Zusammenbruch des Kommunismus 1990 in Prag aufführen.Mit einem Türkischen Marsch von L. v. Beethoven verabschiedete sich Vizedirigent Albert Zapf vom Dirigentenpult. Schon mehr als 50 Jahre dauert die Schicksalsgemeinschaft mit seinem Korps. Das Urgestein bleibt seinem Register als begnadeter Hornist erhalten. Als Marschoffizier hat er den Auftritt der Landwehr massgeblich mitgestaltet. Seine perfekt choreografierten Paraden festigten den Ruf der «Landwehr» über die Landesgrenzen hinaus.

Schicksale aus der Welt der Oper

Nach der Pause kamen die zahlreich erschienenen Zuhörer zu schicksalhaften Begegnungen aus der Welt der Oper. In der Ouvertüre zur Oper «Die Macht des Schicksals» von G. Verdi pocht das Schicksal schon in den ersten Takten mit unerbittlicher Strenge fanfarenartig an die Tür. Missverstandene menschliche Beziehungen führen in triste Ausweglosigkeit. Zurück bleibt tiefstes Leid. Die Holzblasinstrumente meisterten die elegischen Passagen mit grosser dynamischer Präsenz. Verdis gross angelegte Melodik erfuhr in seinen volksliedhaften und tänzerischen Weisen eine klangvolle Wiedergabe. Mit seiner Musik sprang der Funke über!Damit war der Weg bereit für den Auftritt des Sängerpaares Bersier. Mit der Arie der Leonora aus der Oper «Die Macht des Schicksals» sang sich die Sopranistin Rachel Bersier in die Herzen der Zuhörer. Die Sängerin gestaltete die Bitte an den Allmächtigen, bevor das Schicksal sie selbst, ihren Geliebten und ihren Bruder im Blutrausch verschlingt, mit glaubhafter Würde. Mit der Arie «Una furtiva lagrima» von G. Donizetti beklagte der Tenor Gilles Bersier seine zutiefst verletzte Männlichkeit. Seine Verzweiflung über die verschmähte Liebe wurde spürbar. Der Sänger gestaltete die volksliedhafte Melodik mit einem ergreifenden Belcanto.Nach so viel Herzeleid fand sich das Sängerpaar zum Duett «Libriamo» aus der Oper «La Traviata» von G. Verdi. Das Publikum entliess die Vertreter der singenden Zunft mit tosendem Applaus.

Dem Schicksal entkommen

Das Korps konnte das Publikum nicht mit schwermütigen Klängen entlassen. Mit «Cabaret» von John Kander kamen neue Elemente ins Spiel. Die Musiker interpretierten die swingenden Partien des Musicals mit einem Duft von Leichtigkeit.Zu einem Höhepunkt des Abends wurde das Solo des Saxophonisten Frédéric Zosso in «Granada» von Augustin Lara. Er bewies, dass man mit dem Klappen des Saxophons die stampfenden Hufe des Stieres darzustellen vermag. Das Korps begleitete ihn mit begeisternden andalusischen Rhythmen. Mit tosendem Applaus bedankte sich das Publikum beim meisterhaften Interpreten.

Von den Fesseln befreit

Den Schluss machte Wagners «Prozession der Elsa zur Kathedrale». Der Landwehr gelang eine bildhafte Darstellung der würdigen Figuren in ihren wallenden Gewändern. Meisterhaft, wie die Motive mit grosser Geste durch die Register rauschten.Nach zwei Zugaben, «Ungarische Tänze» von H. Bérlioz und dem Duett «Due Gatti» von G. Rossini, wurden die beglückten Zuschauer entlassen. Die beiden Katzen hatten sie endgültig aus den Fesseln des teuflischen Schicksals befreit.

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