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Musiker, Mensch und Priester

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Musiker, Mensch und Priester

Am Sonntag, 5. Juni, ist offizieller Gedenktag Abbé Pierre Kaelin

Er war immer in Eile, hatte tausend Dinge im Kopf und konnte Kritik von Seiten ehemaliger Schüler schlecht ertragen. Das sagt Rémy Goumaz, Arzt und Präsident des «Choeur symphonique», über seinen einstigen Freund Abbé Pierre Kaelin: Erinnerungen zum offiziellen Gedenktag vom Sonntag, 5. Juni.

Von IRMGARD LEHMANN

«Da Musik mein Leben ist, wird mir Gott wohl noch etwas Zeit lassen.» Diesen einen Satz habe Pierre Kaelin ausgesprochen, als ihm sein Arzt und Freund Rémy Goumaz im Jahre 1980 den Befund «Leukämie» mitzuteilen hatte. Pierre Kaelin, der damals 67 Jahre alt war, habe sein Schicksal ohne Murren angenommen und über die Krankheit lange Jahre geschwiegen. Nicht einmal seine Familie habe Bescheid gewusst, erzählt Goumaz. Erst acht Jahre später als Kaelin den «Choeur symphonique» abgeben musste, habe er Freunde und Bekannte über sein Krebsleiden informiert.

Nie habe man ihn klagen hören, bemerkt Goumaz, der während rund 30 Jahren Vertrauensarzt und Präsident des «Choeur symphonique» war. Unter der Kritik seiner ehemaligen Schüler habe Pierre allerdings sehr gelitten.

Ein Mensch mit 1000 Dingen
im Kopf

Und wie war Abbé Kaelin als Mensch? «Ungeduldig und immer in Eile», meint Goumaz. Ein Mann mit 1000 Dingen im Kopf. Kaum sei ein Konzert festgelegt worden und schon habe Pierre die Sache an die Hand genommen und Solisten kontaktiert – auch wenn dies nicht seine Aufgabe war. «Manchmal musste ich ihn zur Vernunft bringen und hie und da ein klares Nein aussprechen», gesteht Goumaz. «Doch Pierre war ein ausserordentlicher und bescheidener Mensch, einer der öffentlichen Ehrungen lieber aus dem Weg ging.»

Ein Priester mit dem Brevier
im Gepäck

Freunde wie Rémy Goumaz haben nicht nur den Musiker und Menschen Pierre Kaelin gekannt, sondern auch den Priester: «Wie oft bin ich mit ihm zwecks Konzertaufführungen nach Monaco gefahren. Ich am Steuer, er auf dem Rücksitz mit dem Brevier in der Hand.» Nachdem er sein Gebet gesprochen habe, sei er dann meistens eingeschlafen. «In vollem Vertrauen auf den Chauffeur», schmunzelt Goumaz.

Abbé Kaelin sei auch nie verreist ohne die Partituren einer Messe bei sich zu haben. Im Reisegepäck befanden sich ebenso Utensilien, um überall und zu jeder Zeit die Messe lesen zu können.

Ein Brief zum Abschied

Pierre Kaelin, ein Mensch ohne Makel und Schwächen? Rémy Goumaz behält ihn jedenfalls in liebevoller Erinnerung und rundet das Bild ab, nicht ohne auf den «grossartigen Abschiedsbrief» hinzuweisen, den Kaelin ihm drei Wochen vor seinem Tod geschrieben habe. «Er hat darin Bilanz gezogen. Hat für Ungereimtes um Verzeihung gebeten, dankte Ärzten und Freunden, die für ihn und mit ihm gearbeitet haben.» Im Brief habe er aber auch seine Hoffnung ausgedrückt, mit seiner Musik doch ein Stück Lebensfreude in die Welt gebracht zu haben.

Offizieller Tag

Anlässlich des offiziellen Tages im Gedenkjahr «10. Todestag Abbé Pierre Kaelin» wird am Sonntag, dem 5. Juni, um 10.00 Uhr in der Kathedrale von Freiburg die «Messe du Sacré» von Abbé Pierre Kaelin aufgeführt. Ausführende sind rund 300 Sängerinnen und Sänger (Gemischter Chor St. Niklaus, Leitung Pierre-Georges Roubaty; Jubiläumschor, Leitung Pierre Huwiler, und das Musikkorps «Concordia»).

Zu einem späteren Zeitpunkt soll im Dreieck «Manor – ref. Kirche – Freiburg Center» eine Strasse auf den Namen Pierre Kaelin eingeweiht werden. Am offiziellen Festtag wird am vorgesehenen Platz dem Publikum ein Apéro serviert. il

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