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«Muss es erst Tote geben?»

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«Muss es erst Tote geben?»

Jugendliche reichen Petition gegen Gewalt ein

Die Freiburger Politiker sollen endlich etwas gegen die zunehmende Gewalt im Kanton unternehmen. Dies fordert eine Gruppe Jugendlicher aus dem Sensebezirk. Am Donnerstag haben sie der Staatskanzlei eine Petition mit über 10 000 Unterschriften überreicht.

Von CAROLE SCHNEUWLY

Sieben junge Männer aus dem Raum Tentlingen, alle im Alter zwischen 19 und 20 Jahren, treffen sich regelmässig zum gemeinsamen Ausgang in der Stadt Freiburg. Immer wieder werden sie Zeugen von gewalttätigen Auseinandersetzungen, Beschimpfungen und Provokationen zwischen verfeindeten Jugendbanden. Als sie eines Abends selbst von einer solchen Bande angegriffen und bedroht werden, beschliessen sie zu handeln. Wehren wollen sie sich allerdings nicht mit Gegengewalt, sondern mittels einer politischen Initiative.

So wurde im vergangenen Januar die Gruppe «Gemeinsam gegen Gewalt» (G hoch drei) gegründet. Nachdem sie selbst Opfer der wachsenden Gewaltbereitschaft geworden waren, wollten die sieben Jugendlichen selber aktiv werden, anstatt sich immer nur zu beklagen. Die Idee einer Petition «gegen jede Form von Gewalt und rassistischer Diskriminierung» war geboren (FN vom 13.2.).

10 072 Unterschriften gegen Gewalt

Ursprünglich hatte es sich die Gruppe zum Ziel gesetzt, mit einer Petition von mindestens 5000 Unterschriften an den Grossen Rat zu gelangen. Das Päckchen, welches gestern Staatskanzler René Aebischer überreicht werden konnte, fiel mit über 10 000 Unterschriften schliesslich mehr als doppelt so stark aus. Wie Thierry Clerc und Sandro Jenny stellvertretend für die Initianten betonten, war dies jedoch nicht nur Grund zur Freude.

Ein wichtiger Auslöser für die erhöhte Aufmerksamkeit, die der Petition gerade in den letzten Wochen zuteil wurde, war nämlich die Messerstecherei am Bahnhof Freiburg gewesen, bei welcher Anfang März ein Mann tödlich verletzt worden war. Die jungen Leute erhielten damit eine traurige Bestätigung für die Wichtigkeit ihres Anliegens. Immerhin mutet ein Satz aus dem Petitionsschreiben angesichts der Umstände schon beinahe hellsichtig an: «Muss es erst Tote geben, damit etwas unternommen wird?»

Der Ball liegt jetzt beim Grossen Rat

Seit dem Zwischenfall jedenfalls seien sie mit ihrem Projekt sowohl in der Öffentlichkeit als auch bei den Politikern plötzlich auf offene Ohren gestossen, so die Jugendlichen weiter. Jetzt hoffen sie, dass ihre Forderungen nach verbesserter öffentlicher Sicherheit, intensiverer Präventionsarbeit und effizienterer Durchsetzung der bestehenden Gesetze vom Grossen Rat möglichst bald aufgenommen werden. Behandelt wird die Petition im Kantonsparlament möglicherweise bereits in der Juli-, spätestens aber in der Septembersession.
«Prügeljugend –
Opfer oder Täter?»

Mit dem Einreichen ihrer Petition hat die Gruppe «Gemeinsam gegen Gewalt» ihr primäres Ziel erreicht. Einzelne ihrer Mitglieder wollen sich aber weiterhin engagieren. Sie tun dies etwa in der so genannten «Kerngruppe Gewalt von und an Jugendlichen», die auf Initiative des Oberamts des Sensebezirks entstanden ist. Am Samstag, dem 23. August, organisiert die Gruppe in der Eishalle Düdingen eine Hip-Hop-Veranstaltung mit einer Podiumsdiskussion zum Thema «Prügeljugend – Opfer oder Täter?». cs

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