Share on facebook
Share on twitter
Share on linkedin
Share on print

Mutter Afrika – zwei Schweizer Kinder

Share on facebook
Share on twitter
Share on linkedin
Share on print

Das ist ein bezahlter Beitrag mit kommerziellem Charakter. Text und Bild wurden von der Firma Muster AG aus Musterwil zur Verfügung gestellt oder im Auftrag der Muster AG erstellt.

Autor: Ueli Strasser

Freiburg «Junior – wer?», dürfte sich angesichts der Vorband manch einer gefragt haben. Dabei ist der Neuenburger Junior Tshaka bereits seit mehr als zehn Jahren musikalisch aktiv und hat sich dieses Jahr als Sieger beim European Reggae Contest gegen 445 Spartenkollegen aus ganz Europa durchgesetzt. Tshaka vertritt den Roots-Reggae, die melodiöse, pop-afine Spielart, wie sie von Bob Marley, Jimmy Cliff oder Peter Tosh in die Welt getragen wurde, zwar in französischer Sprache, aber mit den bekannten Themen von den Wurzeln bei Mutter Afrika bis zur allumfassenden Liebe. Junior wirkt bei allem politischen Engagement sympathisch zurückhaltend, die Band sattelfest und eingespielt. Der Offbeat vermischt sich mit wunderschönen Melodien und vermittelt eine angenehme Abwechslung zwischen ruhigeren und schnelleren Stücken. «Switzerland 12 points», kann man da nur sagen.

Musik als Hochleistungssport ist eher das Ding des Denis Furrer alias «Phenomden». Er pflegt den Reggae-Abkömmling «Ragga», der viel mit Hip-Hop gemeinsam hat. Das Wiediker Weissbrot toastet als Style-Generator seine züridütschen Riddims wie Maschinengewehr-Salven ins Publikum. Er vertont persönliche Erfahrungen und Themen, die ihn aus den Zeitungen anspringen. Während die alltäglichen Texte erfrischend daher kommen, bleiben die politischen Aussagen leider meist auf dem Niveau einer Gratiszeitung stecken.

Seine Stimme ist sehr markant (mehr Kermit als Marley), wirkt aber in den melodischen Passagen extrem limitiert. Der Grat zwischen Marotte und Markenzeichen ist bei Phenomden schmal; die «yo-yo-yo»’s, die «ja, genau»’s wirken auf die Dauer ermüdend. Und trotz der Dichte des vorgetragenen Textes schafft er immer noch Platz für platte «Sind ihr da, Fribourg?»-Animationen.

Gänsehaut

Die «Scrucialists» aus Basel sind eine grosse Nummer in der Schweizer Szene, begleiten ihren Meister aber ohne grosse Variationen und verleihen der Musik kaum Dynamik. Einen Gänsehautmoment gibts lediglich bei «Gangdalang», dem Titeltrack des aktuellen Albums, wo die Pace etwas zurückgeschraubt wird und der Chor der drei Backgrounddamen zum Tragen kommt. Man soll Äpfel nicht mit Birnen vergleichen, und Roots-Reggae ist nicht Ragga. Aber dennoch: In Sachen «gueti Musig» könnte sich Phenomden bei seinen welschen Kollegen die eine oder andere Lektion abholen.

Mehr zum Thema