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Nach dem Desaster nun die Depression?

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Das von Uli Hoeness zum «Highlight der Geschichte» erklärte Heimspiel endete mit der schlimmsten Niederlage dieser mächtigen Organisation. Die Gäste erfüllten ihre Rolle nicht wie von Münchner Hand geplant. Sie verweigerten zwar abermals einen angemessenen Beitrag zur Unterhaltung, aber Drogbas Schlusspointe im 100. CL-Spiel in der Ägide von Roman Abramowitsch war im FCB-Wunschprogramm definitiv nicht vorgesehen.

Selbstkritischer Heynckes

Ein paar deutsche Aussen-stehende verloren ob des «unpassenden» Resultats mehr als nur die Contenance. Matthias Sammer verunglimpfte Chelseas Strategie. Die Art und Weise goutiert der neue Chef-Anwalt des gepflegten Fussballs so gar nicht. Auch dem TV-Team von «Sky» missfielen die Londoner Partykiller. Rot-Weiss hätte besser zur stundenlangen Inszenierung eines gloriosen Abends gepasst.

Die Direktbetroffenen demonstrierten mehr Klasse. «Wir haben diese Niederlage selber verschuldet. Wir waren permanent im Vorwärtsgang, haben aber die Chancen nicht verwertet», analysierte Jupp Heynckes die ungemütliche Situation sachbezogen und nicht wie der «Feuerkopf» aus der DFB-Zentrale. «Wir sollten jetzt nicht unsere Verantwortung auf den Spielstil von Chelsea abschieben.»

Heynckes wirkte gefasst und altersmilde. Der 67-Jährige brachte im Nachgang auch Verständnis für Arjen Robben auf. Die Nummer 10 mutete sich nach dem verschossenen Foulpenalty keinen weiteren Elfmeter mehr zu. «Es ist nachvollziehbar, dass er nicht mehr die Sicherheit und das Vertrauen hatte, im Penaltyschiessen erneut anzutreten», erstickte Heynckes eine erneute Polemik um den holländischen Egozentriker gleich im Keim.

Bayern ohne Nimbus?

In den kommenden Tagen, Wochen oder sogar Monaten muss Bayern mit dieser verfehlten Punktlandung klarkommen. Die Hege der angeschlagenen Künstler steht im Vordergrund. Zur Tagesordnung geht kein Bayer über. Zumindest ein paar Grundsatzfragen wird die Münchner Leitung zu klären haben. Wie war es möglich, dass Bayern trotz eigener Festgeldabteilung und teuerster Infrastruktur auch national auf allen wichtigen Ebenen seit zwei Jahren nur die Nummer 2 ist. Die Demütigungen und Erniedrigungen häufen sich. Die zweite Reihe ist für das Image der früheren Meister-Abonnenten eine Belastung.

«Alles verloren», titelte die FAZ. Dem Kürzest-Résumé ist im Prinzip nichts hinzuzufügen. Es stimmt in jeder Beziehung. Im Spiel der Wenden und gefühlten zehn Chancen stand Bayern am Ende komplett ohne Ertrag da – so wie in der Bundesliga und im Cup. Die «Bild» trauerte mit der Bayern-Gemeinde: «So bitter. So grausam. So unnötig.»

Depression hin, Frust her – die «goldene Generation» steht trotz tiefschwarzer Momentaufnahme nicht vor dem unweigerlichen Ende einer Ära wie Chelsea. Bayern hat nach wie vor Zukunft. Eine Identitätskrise bahnt sich (noch) nicht an. Aber die neuen «Vize-Bayern» müssen künftig mutmasslich auch mit markigen Sprüchen der Konkurrenz leben. Ohne Spitzenstellung verliert der Musterknabe des deutschen Fussballs seinen ominösen Nimbus.Si

Nach der Champions-League-Niederlage «dahoam» im eigenen Stadion bleiben die Bayern in diesem Jahr ohne Titel.Bild Keystone

Telegramm

Bayern – Chelsea 1:1 n.V.; 3:4 n.P.

München. – 62500 Zuschauer (ausverkauft).Tore: 83. Müller 1:0. 88. Drogba 1:1. – Penaltyschiessen: Lahm 1:0, Mata (Neuer wehrt ab); Gomez 2:0, Luiz 2:1; Neuer 3:1, Lampard 3:2; Olic (Cech wehrt ab), Cole 3:3; Schweinsteiger (Pfosten), Drogba 3:4.

Bayern München: Neuer; Lahm, Timoschtschuk, Boateng, Contento; Kroos, Schweinsteiger; Robben, Müller (87. Van Buyten), Ribéry (97. Olic); Gomez.

Chelsea: Cech; Bosingwa, Cahill, Luiz, Cole; Mikel, Lampard; Kalou (84. Torres), Mata, Bertrand (73. Malouda); Drogba.

Bemerkungen: Bayern ohne Badstuber, Luiz Gustavo und Alaba, Chelsea ohne Meireles, Terry, Ramires und Ivanovic (alle gesperrt). 95. Cech hält Foulpenalty von Robben.

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