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Nach der Hitze bleibt die Trockenheit

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Vor sieben Wochen kamen die Verantwortlichen des kantonalen Führungsorgans, des Zivilschutzes und der Armee ein letztes Mal zusammen, um Bilanz über die Übung Helios zu ziehen – die Versorgung der Alp­betriebe mit Wasser durch Helikopter. Das kantonale Führungsorgan gab die Koordination ab; die kantonalen Ämter arbeiten seither wieder selbstständig in ihren Kompetenzbereichen.

Doch die Trockenheit dauert an. Der letzte Regentag liegt genau vier Wochen zurück. Im Oktober fielen vielerorts im Kanton nur ein paar wenige Millimeter Niederschläge, wo sonst 100 Millimeter der Normalfall sind. Meteo Schweiz vermeldet das heisseste Sommerhalbjahr seit Messbeginn.

Wasserentnahme verboten

Entsprechend gibt es für die kantonalen Ämter keine Entwarnung. Ununterbrochen gilt seit dem 17. Juli ein generelles Wasserentnahmeverbot aus den Fliessgewässern des Kantons. Ausgenommen sind die Saane und der Broyekanal mit ihren grossen Wasserläufen, sowie provisorisch die Sense und der Düdingerbach, so Alexandre Fahrni, Verantwortlicher für die Sektion Gewässer beim Amt für Umwelt. Wie er sagt, werde die Situation ein bis zwei Mal pro Woche wieder neu angeschaut.

Kritisch ist die Situation punkto Wassermenge vor allem in den Fliessgewässern der Broye und des Seelands, so Fahrni. Dies bekommen die Fische zu spüren. Immerhin leiden diese nun nicht mehr zusätzlich unter den warmen Wassertemperaturen wie bei der Sommerhitze.

Erhebliche Waldbrandgefahr

Anfang dieser Woche hat das Amt für Wald, Wild und Fischerei die Waldbrandgefahr von Stufe 2 auf Stufe 3 erhöht. Dies bedeutet eine erhebliche Waldbrandgefahr. Stufe 3 galt bereits im Sommer rund um den Nationalfeiertag.

Gemäss Willy Eyer, stellvertretender Dienstchef und Chef im Sektor Schutz vor Naturgefahren, ist diese Heraufstufung allerdings nicht mit einem Feuerverbot im Freien gleichzusetzen. «Es ist eher ein Kommunikationsinstrument», so Eyer. «Es ist uns wichtig, die Bevölkerung zu sensibilisieren.» Etwa, dass man im Wald nur eingerichtete Feuerstellen benützen sollte, und dass Bauern keine Äste verbrennen.

Die Waldbrandgefahr gilt für den ganzen Kanton, so wie dies andere Kantone auch handhaben. Freiburg besitzt aber ein verfeinertes System zur Einschätzung der Lage. «Im Broye­bezirk ist die Trockenheit ex­trem», so Eyer. Weniger akut ist sie im Voralpengebiet.

Im Gegensatz zum Sommer würden nun tiefere Temperaturen und die Morgenfrische etwas lindernd wirken, so Eyer.

Die Auswirkungen der nun schon sechs Monate andauernden Trockenheit sind gemäss Eyer bei den Bäumen unterschiedlich. Bei älteren Bäumen sei das Wurzelwerk tiefgründiger, so dass diese besser Wasser anzapfen können. Schwieriger sei dies bei trockeneren Standorten in Hügellage. «Das kann zu Stress bei den Bäumen führen», so Eyer. Standortgerechte Bäume würden die jetzigen Verhältnisse besser überstehen, andere würden aber geschwächt. «Zum Beispiel Fichten im Mittelland sind anfälliger auf Borkenkäfer. Wir stellen schon grössere Schäden fest.»

Weniger Sorgen macht sich Eyer um die Tierwelt im Wald: «Vierbeiner finden fast immer Wasser. Sie sind nur indirekt betroffen, wenn einzelne Nahrungsquellen ausfallen.»

Alpwirtschaft reagiert

Eine Schlussfolgerung der Übung Helios war, dass sich die Alpbetriebe besser auf weitere Trockenheiten vorbereiten müssen, sagte Jean Denis Chavaillaz, Chef des kantonalen Führungsorgans. Er sieht eine Lösung im Installieren von Wasserleitungen und von grös­seren Reservoirs.

Dieser Appell hat bereits Wirkung gezeigt. Konkret gebe es nun im Breccaschlund ein Projekt für eine Kanalisation und Wasserbecken. Auch im Greyerzbezirk tut sich einiges. Für Chavaillaz gilt es vor allem zu klären, wer dafür bezahlt. Frédéric Ménétrey, Direktor der Landwirtschaftskammer, sieht dies weniger problematisch: «Wenn die Bauern 20 bis 30 Prozent aufbringen, gibt es in der Regel auch Geld von Bund und Kanton.»

Landwirtschaft

«Wissen nicht, wie die Kulturen reagieren»

«Eine Situation wie in diesem Jahr hat hier noch nie jemand erlebt.» Frédéric Ménétrey, Direktor der Freiburger Landwirtschaftskammer, verweist auf die trockenen Sommer in den Jahren 1976, 2003 und 2015. Dort habe es danach im Herbst geregnet. Nun dauert die Trockenheit aber schon von April bis Oktober, und die langfristigen Auswirkungen auf die Landwirtschaft sind ein Grund zur Besorgnis. «Weil wir die Situa­tion nicht kennen, wissen wir auch nicht, wie die Kulturen auf diese Trockenheit reagieren», sagt Ménétrey.

Akut ist das Problem derzeit vor allem bei den Futtermitteln für die Tiere. Es herrscht ein Mangel an Heu, und auch die Weidewiesen geben nicht mehr viel her. «Der Futtermangel wird noch lange ein Problem sein, sicher bis in die Monate Januar, Februar und März», so Ménétrey. Wie er sagt, gibt es zwei Lösungen: Entweder Futter kaufen oder Tiere verkaufen. Der Kauf von Futter ist aber problematisch, weil der Sommer auch in den meisten Regionen des benachbarten Auslandes trocken war.

So müssen die Bauern mehr Tiere als sonst in den Schlachthof bringen. «Es hat genügend Tiere», so Ménétrey. Allerdings drohen durch diese Massnahme die Fleischpreise unter Druck zu geraten. «Es ist wichtig, den Preis zu stärken», sagt der Direktor der Landwirtschaftskammer. Aus diesem Grund habe die Branchenvereinigung Pro Viande kürzlich entschieden, derzeit keine Kühe mehr zu importieren. «Und doch zeigt der Trend beim Fleischpreis nach un­ten», sagt er.

Zuckerrüben und Kartoffeln

Neben den Bauernbetrieben mit Tierhaltung sind auch die Ackerbaubetriebe durch die Trockenheit unter Druck geraten. Gerade bei den Zuckerrüben seien die Verluste gross. «Wir haben Einbussen bis zu 50 Prozent», sagt Ménétrey. Und die Zuckerrüben, die dennoch wuchsen, hätten oft einen geringeren Zuckergehalt als normal.

Etwas weniger dramatisch, aber dennoch vergleichbar präsentiere sich die Situation bei den Kartoffeln. Gemäss Ménétrey stimme da zwar wahrscheinlich die Menge noch einigermassen – nicht zuletzt aufgrund von Bewässerung – dafür sei der Stärkegehalt problematisch, und es habe Drahtwürmer. Besser sehe es dagegen beim Mais aus.

Gefahr für die Saat

Durch die immer noch andauernde Trockenheit stellt sich für die Landwirte die Saat als Problem dar. Laut Frédéric Ménétrey gebe es beim Raps jetzt schon Verluste, und es stelle sich die Frage, wie diese bis im Frühling kompensiert werden können.

Bei der Gerste sei die Lage einigermassen akzeptabel, jetzt stehe aber die Saat beim Weizen an. «Wenn es jetzt Regen gibt, wäre das positiv für die Keimung des Weizens», so Ménétrey. «Es darf aber auch nicht gleich gefrieren.» Würde es bis in den Frühling trocken bleiben, wäre das für die Saat eine Katastrophe, betont er.

Die finanziellen Folgen der Trockenheit seien jedenfalls für zahlreiche Landwirte spürbar. Verluste haben jetzt schon jene Bauern, die Futter kaufen müssen oder zu wenig Zuckerrüben oder Raps verkaufen können. Wer jetzt Vieh verkauft, werde die Verluste im nächsten Jahr spüren.

uh

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