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Nach innen schauend

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Französische Kammermusik souverän interpretiert

Im Mittelpunkt des Abends stand Messiaens Kultstück «Quartett auf das Ende der Zeit». Interessanterweise hatte das Publikum die seltene Gelegenheit, dieses Werk innerhalb von drei Wochen zweimal in der Aula zu hören. Anfang April interpretierten es Freiburger Musiker, die sich eigens für die aussergewöhnliche Besetzung dieses Quartetts zusammengefunden hatten. Bei den Franzosen war der Anstoss vom Pianisten Cassard gekommen. Mit der Cellistin Gastinel gewann er eine international bekannte Musikerin. Nun fand in Freiburg sogar die Premiere der Tournee statt. Begonnen hatte alles vor 60 Jahren, als Messiaen in trostloser deutscher Kriegsgefangenschaft das «Dennoch» gegen eine hoffnungslose Welt setzte. Drei Mitgefangene waren zufällig Musiker, ein Geiger, ein Cellist, ein Klarinettist. Für diese Besetzung komponierte der tiefgläubige Katholik Messiaen die acht Sätze transzendentaler Musik, die auf der Offenbarung des Johannes beruhen. Er selber spielte bei der Uraufführung im Januar 1941 den Klavierpart.

Diese Musik war anders. Sie drang in existentielle Dimensionen vor, die keiner Effekthascherei bedürfen. Sie war ernst, aber nicht verzweifelt. Sie schaffte eine Ebene, auf der der Mensch nichts mehr zu fürchten hatte. Mit feiner, verinnerlichter Klarheit erzählten die Instrumente von dieser Erfahrung. Wunderschön, wie die Klarinette in ihrem Solosatz «Abgrund der Vögel» unmerklich anhub und die Töne zu tragenden Bögen festigte. Ergreifend, wie das Cello seinen weitgespannten «Lobgesang auf die Ewigkeit Jesu» auf den ostinaten Akkorden des Klaviers verhauchte. Mit wildem Nachdruck wurde der «Tanz der Wut» gestampft, das Bild vom «Gewirr der Regenbögen» in einer grossartigen Vision entwirrt. Das Werk schloss mit dem «Lobgesang auf die Unsterblichkeit Jesu», und die Musik war der Welt entrückt.
Debussys «Rhapsodie für Klarinette und Piano» war der farbige Einstieg. Guyo, ein Meister seines Blasinstrumentes, der feinste Nuancen und eindringliche Akzente gegenüberstellen konnte. Mit Ravels Klaviertrio setzten Cassard, Zuber und Gastinel den Weg des eleganten, nie dick aufgetragenen Klanges fort. Das technisch herausfordernde Werk erfuhr eine überlegene Widergabe. AssymetrischeRhythmen steigerten die koboldhafte Unruhe, geschlossene Tonschritte gaben Raum zu ernsten Stimmungen und intimen Räumen. Und das Finale? Pulsierend markant.

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