Kerzers/Kallnach 06.03.2014

Aus für das Freiluft-Bahnmuseum

Weil die Giesserei Camponovo das Gelände selbst beansprucht, muss die Familie Wymann ihr Freiluft-Eisenbahnmuseum in Kallnach in drei Jahren geräumt haben.

Dass sie das Gelände mit den alten Bahnwagen an der Fabrikstrasse in Kallnach irgendwann räumen müssen, wussten die Betreiber des Eisenbahnmuseums Kerzers/Kallnach. Nun steht fest: Die Familie Wymann aus Kerzers muss das Bahnmuseum bis 2017 auflösen. Das Gelände, auf dem die Bahnwagen derzeit stehen, gehört der Giesserei Camponovo. Und diese braucht das Land künftig selber, wie das «Bieler Tagblatt» berichtet.

Auf dem Gelände stehen rund 50 Fahrzeuge auf Schienen, sagt Rolf Wymann den FN. Zusammen mit seinem Sohn sammelt der passionierte «Eisenbähndler» seit rund 15 Jahren alte Wagen und Lokomotiven. Seit dem letzten Jahr sind Wymanns auf der Suche nach einem neuen Standort. Gefunden haben sie ihn in einem Museum in Nordhausen, einer Stadt im ostdeutschen Thüringen. Über die Schienen wollen Wymanns ihre alten Bahnwagen in den nächsten Jahren an den neuen Standort führen.

«Alles Einzelstücke»

Wymanns hätten ihr Freiluft-Eisenbahnmuseum lieber weniger weit gezügelt. Aber neben dem grossen Platzbedarf scheiterte das Vorhaben auch an ungenügenden finanziellen Mitteln. «Uns bleibt nichts anderes übrig, als die Wagen nach Deutschland zu bringen», sagt Rolf Wymann. Er begreife, dass die Giesserei das Land wieder selber brauche. Trotzdem tut es ihm weh, die Sammlung aufzulösen. «Alle Wagen sind Einzelstücke.»

Vier Einzelstücke bleiben Wymanns erhalten–und zwar direkt vor ihrem Haus. In ihrem Garten in Kerzers stehen zwei Lokomotiven und zwei Triebwagen.

Das private Museum in ihrem Haus soll weiterhin der Öffentlichkeit zugänglich sein. Im Estrich hat die Familie ein grosses Archiv, und in einem Raum lagern etliche Gegenstände der Bahngeschichte, etwa Signalglocken und Routentafeln. hs