Infoveranstaltung 31.01.2013

Ortsplanung sorgt für rege Diskussion

Der Spielplatz unterhalb des Schlosses soll dem neuen Verkehrskonzept weichen.Bild Aldo Ellena
An der Infoveranstaltung zur neuen Ortsplanung von Laupen vom Dienstag in der Turnhalle des Oberstufenschulhauses haben über 350 Bürger teilgenommen und sich für den Kauf des Bahnareals ausgesprochen.

Die Orientierungsversammlung in Laupen ist auf reges Interesse gestossen: Fast alle Stühle in der Turnhalle des Oberstufenschulhauses waren am Dienstag besetzt. Gemeindepräsident Urs Balsiger zeigte sich erfreut über die hohe Beteiligung und eröffnete die Infoveranstaltung zur neuen Ortsplanung des Stedtlis mit den Worten: «Ortsplanungen gehen landauf, landab bachab, das wollen wir hier nicht.»

Zentraler Bestandteil der neuen Verkehrsplanung sei die Verschiebung des Bahnhofs, betonte der Gemeindepräsident (die FN berichteten). Und dafür sei ein Landtausch zwischen Gemeinde und Sensetalbahn nötig. Die Kaufpreisdifferenz beträgt 1,52 Millionen Franken zulasten der Gemeinde Laupen. Da der Betrag die Kompetenz einer Gemeindeversammlung übersteigt, können die Bürger von Laupen am 3. März an der Urne über den Kauf des Bahnareals, beziehungsweise den Landabtausch, entscheiden. «Wie das zentral gelegene Stück Land dereinst genutzt werden soll, steht noch offen», so Balsiger. Klar sei jedoch, dass die Bürger von Laupen darüber entscheiden könnten.

«Erster Schritt ist die Übernahme des Bahnareals. Wenn wir diesen Schritt nicht machen, geht lange nichts», sagte ein Bürger in der offenen Diskussionsrunde. «Wir müssenuns überlegen, was wir für diekommenden Generationen machen. Ich als Grossvater bin dafür, das Bahnhofareal zu kaufen, damit unsere Enkelkinder entscheiden können, was damit passiert», ist auch die Meinung eines anderen Laupners.

Umfahrung als Option

Dieser beanstandete jedoch die Stelle im neuen Baureglement, wo die Resultate des Studienauftrags für die Verkehrssanierung als wegleitend bezeichnet werden. Zwar sei er nicht für eine Umfahrung, sagte der Bürger, aber er wolle, dass diese bereits diskutierte und andere Optionen auch bei einer Annahme der neuen Ortsplanung offen blieben und diese Stelle deshalb aus dem Reglement verschwinde. «Wir werden im Gemeinderat darüber diskutieren», versprach der Gemeindepräsident. «Es kann sein, dass wir diese Passage streichen, wenn sie Stein des Anstosses ist.» Über das neue Baureglement werden die Stedtli-Bürger am 21. März an einer ausserordentlichen Gemeindeversammlung entscheiden können.

«In welchem Zustand wird das Bahnhofareal übergeben?», fragte ein Anwesender, und «Was ist im Boden des Bahnhofareals?» war eine weitere Frage. Alle bahntechnischen Anlagen würden entfernt, so Balsiger. Und sowohl der Boden des Bahnhofareals als auch jener der Tauschparzelle seien überprüft worden: «Experten haben Bohrungen durchgeführt und keinen Sondermüll gefunden.» Aber natürlich handle es sich dabei nicht um Humus für den Garten. Der ölhaltige Schotter müsse entsorgt werden.

«Ihr sprecht von Millionen, vergesst aber die Fussgänger», beanstandete ein Bürger, der an der Murtenstrasse wohnt. Wenn der Bahnhof von Laupen um 250 Meter Richtung Neuenegg verlegt werde, gebe es mehr Fussgänger in dieser Zone. Zwar würden durch die Verschiebung des Bahnhofsdie Bahnschranken verschwinden, der Verkehr würde aber nicht wie versprochen flüssiger, da zahlreiche die Strasse überquerende Fussgänger den Verkehr behindern würden. Experten sehen dies anders: Da eine Mittelzone mit Überbreite geplant sei und es verschiedene Möglichkeiten gebe, die Strasse zu überqueren, werde die Planung sowohl den Fussgängern als auch den Autofahrern gerecht. Sowohl die Distanz von Laupen-Nord zum Bahnhof als auch die Auflösung des Spielplatzes und der Weiher waren Kritikpunkte der Anwesenden. «Es ist richtig, der Spielplatz und ein Teil des Weihers werden der neuen Planung geopfert», sagte der Gemeindepräsident. Aber es gebe ja neue Zonen für die öffentliche Nutzung.

Dass sich diese weiter weg vom Zentrum befänden und so der sozialen Kontrolle entzogen würden, war eine weitere Sorge einer Bürgerin.

Verkehrsregeln einhalten

Doch das Verkehrsproblem könnte schon heute vermindert werden, vermerkte ein Bürger zum Schluss der Veranstaltung: «In jedem Auto sitzt jemand. Es sind nicht die Autos, die zu schnell kommen, es sind jene, die drinsitzen.»

«Als Grossvater bin ich dafür, das Areal zu kaufen, damit unsere Enkelkinder entscheiden können, was damit passiert.»Bürger von Laupen