Fri-Son 31.08.2016

Die Musik in den Mittelpunkt gerückt

Zwei von zahlreichen Höhepunkten im Herbstprogramm des Fri-Son: Rapperin Kate Tempest (links) und die Alternative-Rocker von Nada Surf.Bilder zvg
Lauter Gitarrensound, Rap-Einlagen in Zungenbrecher-Tempo und durchtanzte Nächte: Die Verantwortlichen des Freiburger Konzertlokals Fri-Son bereiten sich auf eine vielfältige Saison vor. Diese beginnt am 10.September.

Seit 1983 macht das Fri-Son mit energiegeladenen Auftritten bekannter nationaler und internationaler Künstler von sich reden. Auch in den vergangenen Monaten sorgte das traditionsreiche Freiburger Konzertlokal immer wieder für Schlagzeilen. Ob Konflikte mit potenziellen neuen Nachbarn, die Gründung eines Unterstützungskomitees oder das Scheitern möglicher Umzugspläne–die Verantwortlichen des Konzertlokals blicken auf turbulente Monate zurück. «In letzter Zeit wurde viel über das Fri-Son gesprochen. Leider nicht der Musik wegen», sagte Generalsekretär Emilien Rossier gestern bei Bekanntgabe des Programms der anstehenden Saison: «Das soll sich ändern.»

 Metal trifft Blasmusik

Sie freue sich auf einen Musikherbst mit Konzerten verschiedener Stilrichtungen und auf vielversprechende Künstler, erklärte Anya della Croce. Alleine für die Monate September und Oktober präsentierte die Programmchefin zwei Dutzend Veranstaltungen. Die neue Saison startet am 10. September mit einer Eröffnungsparty bei freiem Eintritt.

 Der Startschuss für die Konzertveranstaltungen fällt dann eine Woche später: In zwei exklusiven Shows bespielt die Trash-Metal-Band The Burden Remains (17./18. September) den Konzertsaal an der Giessereistrasse. Der Clou: Die vier Sensler erhalten dabei Unterstützung von 50 Blasorchestermusikern aus der Region, die unter der Leitung von Manfred Jungo zu Höchstleistung aufspielen werden. Auch bei den Autritten der schwedischen Psychedelic-Rocker von Graveyard (21. Oktober), der beiden Metalcore-Formationen Bullet for my Valentine und Killswitch Engage (7. November) sowie der New Yorker Alternative-Rocker von Nada Surf (19. November) dürften Liebhaber lauter Gitarrenmusik auf ihre Kosten kommen.

Aber auch für Freunde von energiegeladenem Zungenbrecher-Staccato hält das Fri-Son-Programm diesen Herbst einige Leckerbissen bereit. So kommt es am 27. Oktober etwa zum Wiedersehen mit der britischen Rapperin Kate Tempest, die bei ihrem letzten Gig im Fri-Son im April 2015 nicht nur bei Szenekennern einen nachhaltigen Eindruck hinterliess. Zum Wiederholungstäter in Sachen Fri-Son-Auftritten wird am 9. Dezember auch der englische Rapper Mike Skinner, der 2001 praktisch aus dem Nichts Berühmtheit erlangte und nun mit seinem Clubbing-Konzept «Tonga» auf Tour ist.

 Um elektronischer Musik im eigenen Programm mehr Gewicht zu verleihen, haben die Verantwortlichen des Fri-Son das Komitee «Gute Nacht» ins Leben gerufen. «Die Mitglieder verfolgen das Ziel, elektronische Musik zu fördern und in den Vordergrund zu rücken», erklärte Anya della Croce. Am 22. Oktober stehen so bis in die frühen Morgenstunden Elektrokünstler aus dem In- und Ausland im Einsatz. Höhepunkt des Abends ist der Auftritt des Briten Max Cooper.

Auf gute Nachbarschaft

Während sich lange Dancefloor-Nächte in den nächsten Jahren zur Fri-Son-Tradition entwickeln sollen, haben andere Veranstaltungen diesen Status bereits inne. So wird die Rollerdisco ebenso eine Fortsetzung finden wie die beinahe schon legendären Ping-Pong-Abende. Neues Leben wird denn Château-Rösti-Abenden eingehaucht. Die Anlassreihe, die das Ziel verfolgt, nationales Musikschaffen zu fördern, wird zum Mini-Festival ausgebaut. «Damit erhält der Anlass mehr Gewicht», erklärte della Croce. Das erste Rösti-Fest geht am 29. Oktober über die Bühne.

 Eine Neuerung ergibt sich zudem auf der Ebene der künstlerischen Zusammenarbeit, wie Emilien Rossier festhielt: «Man darf auf einige gemeinsame Projekte mit unseren Nachbarn von der Berufsfachschule für Gestaltung Eikon gespannt sein.»

Weitere Infos:www.fri-son.ch

Umzug: Kurzfristig keine Option

W eil die Verantwortlichen des Fri-Son eine Flut von Lärmklagen befürchteten, wehrten sie sich im vergangenen Jahr vehement gegen ein geplantes Überbauungsprojekt auf der Butte de Pérolles. Nach monatelangem Kräftemessen haben sich die städtischen Behörden, die Initianten der Überbauung und die Betreiber des Konzertlokals im Juli auf einen Kompromiss bezüglich Lärmschutz geeinigt, der dem Fri-Son kurzfristig Planungssicherheit gibt (die FN berichteten). Für die mittel- und langfristige Planung sei ein Umzug – auch auf das Bluefactory-Areal – aber noch immer im Bereich des Möglichen, erklärte Komiteemitglied Lionel Walter: «Das Dossier ist für uns noch aktuell. Aber im Moment gibt es dazu keine laufenden Verhandlungen.» mz