Freiburg 26.07.2016

Ein grüner Garten zwischen grauen Wohnblöcken

Die drei Initiantinnen des Projekts in ihrem gedeihenden Garten.Bild Charles Ellena
Eine Gruppe des Kollektivs Fribourg Demain beschäftigt sich seit dem Frühjahr mit urbanem Gartenbau. Sie hat im Beaumont-Quartier in der Stadt Freiburg einen Gemeinschaftsgarten angelegt. Später sollen sich auch die Bewohnerinnen und Bewohner daran beteiligen.

Hohe Wohnblöcke, graue Strassen und kurz geschnittene Rasenflächen prägen das Beaumont-Quartier. Mittendrin baut eine Gruppe von Fribourg Demain seit dem Frühjahr nun Tomaten, Erdbeeren, Bohnen, Lauch, Kürbis, Zwiebeln, Basilikum, Spinat «und momentan eine einzelne Karotte» an, wie Gloria Clivaz witzelt. Sie ist verantwortlich für das Generationenhaus (Maison des Générations futures) in Freiburg, das als Treffpunkt verschiedener Kulturen und Generationen dient und zu dessen Grundstück der kleine Garten gehört.

Natur in die Stadt bringen

Die Ziele von urbanem Gartenbau seien vielfältig, weiss Claudia Glannaz, eine der Initiantinnen des Projekts. «Einerseits geht es um die Selbstversorgung, um nicht ausschliesslich von Supermärkten abhängig zu sein.» Andererseits wolle urbaner Gartenbau die Natur in die Stadt zurückbringen. Für Xiaoyan Peter steht die Freude an der Gartenarbeit im Vordergrund: «Beim Gärtnern ist man wieder in Kontakt mit der Natur», erklärt die Projektinitiantin. Vier bis fünf Personen würden sich aktuell um den Garten kümmern, so Glannaz. Dazu gehöre vor allem Pflanzengiessen, Unkraut jäten und Schädlinge bekämpfen. Viel Erfahrung im Gartenbau hatte zuvor keine der drei Frauen. «Ich habe die Informationen vor allem vom Internet und aus Büchern», erklärt Peter. Jede von ihnen habe zudem Verwandte und Bekannte, bei denen sie auch schon im Garten mitgeholfen hätten.

 Als Erstes wollen die drei Frauen Erfahrungen sammeln. «In einem zweiten Schritt werden wir dann die Nachbarn ins Projekt integrieren», erklärt Clivaz. Dafür wollen sie im Oktober die Hausmeister der umliegenden Wohnblöcke einladen: «Diese haben direkten Kontakt zu den Bewohnerinnen und Bewohnern», so Clivaz. Ein Plakat soll zudem die Leute informieren und dazu bewegen, sich zu beteiligen.

Mehr Projekte im Quartier

Ein weiteres Ziel sei es, vor den Blöcken Gartenkästen anzubringen, welche die Bewohner dann selbst bestellen können. «Das Beaumont-Quartier ist riesig, da reicht unser kleiner Garten nicht», sagt Clivaz. Den dreien ist bewusst: Die Quartierbewohner zum Mitmachen zu bewegen wird eine Herausforderung. «Menschen für eine gemeinnützige Sache zu motivieren ist immer schwierig», so Clivaz. «Doch wenn die Leute motiviert sind, läuft es», beteuert Xiaoyan Peter.

 

In der Sommerserie «Demain» präsentieren die FN ökologische und soziale Projekte im Kanton Freiburg.