Staatsrat 25.01.2014

Miller-Fisher-Syndrom bei Erwin Jutzet diagnostiziert

Erwin Jutzet geht es wieder besser.Bild Charles Ellena/a
Ab Montag wird Justizdirektor Erwin Jutzet seine Arbeit schrittweise wieder aufnehmen. Er musste seit dem 7. Januar pausieren, da er unter dem Miller-Fisher-Syndrom, einer seltenen Erkrankung des peripheren Nervensystems, leidet.

Schwindelgefühle und leichte Gleichgewichtsstörungen: Deswegen hat sich Staatsrat Erwin Jutzet vor knapp 20 Tagen ins Spital begeben. Nun ist klar, woran der Justizdirektor leidet: Die Ärzte haben bei ihm das Miller-Fisher-Syndrom (siehe Kasten) diagnostiziert. Dies teilte die Freiburger Staatskanzlei gestern mit.

Eine Stunde im Büro

Er habe mit Erwin Jutzet Kontakt gehabt, sagte Staatsratspräsident Beat Vonlanthen auf Anfrage. «Es geht ihm wieder besser.» Erwin Jutzet sei so weit genesen, dass er ab Montag seine Arbeit schrittweise wieder aufnehmen wolle; ab Dienstag wird er auch wieder an den Staatsratssitzungen teilnehmen.

Natürlich müsse Jutzet zunächst noch Sorge zu seiner Gesundheit tragen, sagte Vonlanthen. So dürfe er zunächst nur eine bis anderthalb Stunden im Büro arbeiten, danach müsse er sich wieder ausruhen. «Er wird sich vorerst nur den wichtigsten Geschäften widmen.» Auch in den Sitzungen werde die Exekutive Rücksicht auf den rekonvaleszenten Staatsrat nehmen, sagte Vonlanthen: «Wir werden die Traktandenliste so anpassen, dass seine Geschäfte als erstes erledigt werden.»

Mehrarbeit für Ropraz

Wie schnell Erwin Jutzet aufstocken und wann er wieder voll einsatzfähig sein wird, sei schwierig einzuschätzen, meint Vonlanthen. Jedoch sei sichergestellt, dass das Tagesgeschäft normal weiterlaufen werde und die Dossiers weitergeführt würden.

Bereits während seines Spitalaufenthalts sei Erwin Jutzet stets in Kontakt mit seiner Direktion und seinem Stellvertreter Maurice Ropraz gestanden. Man sei gut organisiert und ein eingespieltes Team, sagt Vonlanthen, räumt aber ein: «Für Maurice Ropraz bedeutet die jetzige Situation etwas Mehrarbeit.»

Syndrom: Antikörper greifen System an

Das Miller-Fisher-Syndrom ist eine seltene Autoimmunerkrankung des peripheren Nervensystems. Der Körper bildet dabei Antikörper, die nicht der korrekten Abwehr von Bakterien oder Viren dienen, sondern fälschlicherweise mit dem eigenen Nervengewebe reagieren und dadurch eine Entzündung auslösen. Die Symptome sind Augenbewegungs- und Gleichgewichtsstörungen sowie fehlende Muskeleigenreflexe. Zur Behandlung werden während einiger Tage Immunglobulin-Infusionen durchgeführt. Bleibende Schäden hinterlässt die Krankheit in der Regel nicht. rb