Asiatischer Laubholzbockkäfer 08.07.2015

Vorläufig keine Spur mehr vom Käfer

Wer diesen Käfer sieht, sollte unverzüglich den kantonalen Pflanzenschutzdienst informieren.Bild Aldo Ellena/a
Kletterer und Spürhunde haben diesen Frühling keine neuen Anzeichen vom Asiatischen Laubholzbockkäfer gefunden. Für eine Entwarnung ist es aber noch zu früh: Bis 2018 muss der Kanton jährlich zwei Kontrollen durchführen.

«Wir haben bis jetzt nichts Verdächtiges gefunden», sagt André Chassot. Wie der Verantwortliche des kantona- len Pflanzenschutzdiensts per Communiqué mitteilte, ist nun die erste halbjährliche Suche nach dem Asiatischen Laubholzbockkäfer in Marly und Brünisried abgeschlossen. Von März bis Juni haben Hunde und Kletterer über 2000 Bäume nach dem gefährlichen Käfer, der Laubbäume innerhalb weniger Jahre zum Absterben bringen kann, abgesucht. Dies in einem Umkreis von 200 Metern rund um die drei Befallsherde (siehe Kasten). Das Resultat ist ermutigend: Keine frische Spur ist entdeckt worden; weder ausgewachsene Käfer noch Larven, Eier oder andere Spuren.

Noch keine Entwarnung

 Dies sei positiv, sagt André Chassot. «Für eine Entwarnung ist es aber noch zu früh.» Damit eine einst befallene Zone offiziell als käferfrei deklariert werden kann, verlangt der Bund während vier Jah- ren zweimal jährlich Kontrollen. Die nächste Suche steht im Herbst von Ende August bis November an. «Bis ein Käfer komplett entwickelt ist, braucht er zwei Jahre», erklärt André Chassot. Es sei deshalb möglich, dass sich in manchen Bäumen unter der Rinde Eier befänden. «In diesem Stadium sind Spuren kaum sichtbar. Ist dies der Fall, haben wir in einigen Monaten grössere Chancen, den Schädling zu entdecken.» Wichtig sei, dass die Käfer gefunden und vernichtet würden, noch bevor sie flugreif seien und so andere Bäume befallen könnten.

 2014 hat der Kanton Freiburg für die Bekämpfung des Käfers insgesamt 1,2 Millionen Franken ausgegeben. Auch künftig stehen hohe Kosten an: Die aktuellen Kontrollen kosten rund 700 000 Franken pro Jahr, auch 2016 rechnet Chassot mit diesem Betrag. Für die beiden folgenden Jahre hofft er, dass die Intensität der Kontrollen etwas abnehmen wird, «zumindest, wenn wir bis dahin keine neuen, ausgewachsenen Käfer finden. Sonst explodieren die Kosten.» Ganz alleine muss der Kanton diese aber nicht tragen. Wie der Staatsrat im Februar mitteilte, hat der Bund eine Beteiligung von 40 Prozent an den Kosten in Marly zugesichert. Dies, weil in Marly auch Schutzwälder vom Käfer bedroht sind (die FN berichteten).

Augen offen halten

Trotz des positiven Resultats appelliert André Chassot an die Bevölkerung, ein wachsames Auge zu behalten. «Wir können unmöglich das ganze Kantonsgebiet überwachen.» Sobald jemand einen verdächtigen Käfer sieht, solle er diesen einfangen oder zumindest fotografieren und sich dann beim kantonalen Pflanzenschutzdienst melden.

Auch auf die Mitarbeit der Anwohner in der sogenannten Pufferzone, einem Umkreis von zwei Kilometern rund um die Befallsherde, ist Chassot angewiesen. Diese dürfen keine Laubbäume fällen und aus der Zone entfernen, sondern müssen gefällte Bäume häckseln. «Der Käfer selbst fliegt nicht weit, kaum weiter als einige Hundert Meter. Die Verbreitung in einem grösseren Gebiet ist immer gebunden an menschliche Tätigkeiten.»

Ein Verdacht kann unter den Nummern 026 305 58 65 oder 079 263 21 37 gemeldet werden.

Chronologie

Erster Schweizer Fundort in Brünisried

Im Oktober 2011 wurden erstmals in der Schweiz Asiatische Laubholzbockkäfer entdeckt–und dies in der Gemeinde Brünisried. Im September 2013 stiess der kantonale Pflanzenschutzdienst in Brünisried erneut auf Käfer und Larven, worauf 360 Bäume gefällt wurden. Seither gab es dort keine Spuren mehr vom Käfer. Im Juli 2014 meldeten mehrere Personen, dass sie in Marly einen verdächtigen Käfer gesehen hatten. Neben Hunderten von Käfern im Rittes-Quartier wurden die Schädlinge auch am über einen Kilometer entfernten Chemin du Publiet entdeckt. Über 700 Bäume wurden daraufhin in Marly gefällt. Vermutlich war der Schädling mit Holzpaletten aus Asien nach Marly importiert worden und hatte sich dort eingenistet. 2011 hatten Arbeiter in Marly Ahornbäume gefällt und diese als Brennholz nach Brünisried transportiert. Mittlerweile sind auch Fälle aus anderen Kantonen bekannt. Der schädliche Käfer mit den hellen Flecken mag insbesondere Ahorn, Pappeln, Weiden, Birken und Buchen aber auch Obstbäume. Bei einem Befall können diese innert weniger Jahre absterben.rb