Freiburg 01.04.2014

Alt-Staatsrat Ferdinand Masset ist gestorben

Vielfältiges Engagement: Ferdinand Masset im Mai 2007.Bild aw/a
Seine Qualitäten als Politiker waren unbestritten: Nun ist Alt-Staatsrat Ferdinand Masset, der von 1977 bis 1986 für die FDP im Freiburger Staatsrat war, am Montagmorgen mit 93 Jahren an den Folgen eines Sturzes verstorben.

Mit Ferdinand Masset ist am Montagmorgen ein Mann gestorben, der im Kanton Freiburg über einen breit gefächerten und imposanten Leistungsausweis verfügt. Wie sein Sohn, Claude Masset, erklärte, stürzte sein Vater am vergangenen Donnerstag und erlitt dabei einen Oberschenkelhalsbruch. «Nach der anschliessenden Operation stellten sich Komplikationen ein, die dazu führten, dass mein Vater am Montagmorgen gestorben ist.»

Ferdinand Masset hat sich nicht nur um die Freiburger Politik verdient gemacht, sondern hat sich auch für die Freiburger Wirtschaft, für Sport und Kultur engagiert.

Spät zur Politik gekommen

In die Politik ist der Vater von zwei Kindern relativ spät eingestiegen. Im Alter von 41 Jahren wurde er 1961 für die FDP in den Freiburger Grossen Rat gewählt, dem er drei Legislaturperioden lang angehörte. Dabei setzte er sich für die Gründung der Freiburger Wirtschaftsförderung ein, ebenso für den Tourismus. 1962 wurde der umtriebige Politiker zudem in den Freiburger Generalrat gewählt, bevor ihn die Freiburgerinnen und Freiburger vier Jahre später in die Stadtregierung wählten. Im Jahr 1976 konnte Ferdinand Masset zusammen mit Hans Bächler zwei Sitze im Staatsrat erobern. Masset übernahm die Raumplanungs-, Umwelt und Baudirektion und war zwei Mal Präsident des Staatsrates. Sein Leistungsausweis war auch hier beeindruckend: Masset legte dem Grossen Rat über hundert Gesetzestexte zur Lesung vor. Sechs Mal wurden Vorlagen aus seiner Direktion zur Finanzierung des kantonalen Strassennetzes dem Volk vorgelegt. Vier Mal kann der FDP-Politiker die Abstimmungen jeweils für sich entscheiden.

Engagiert für die Wirtschaft

Ferdinand Masset war aber auch ausserhalb der Politik stark engagiert. So war er im Jahr 1947 Mitbegründer des Freiburgischen Arbeitgeberverbandes, dessen Direktion er bis im Jahr 1966 innehatte. Ebenso gründete er das Comptoir Freiburg. Daneben arbeitete er in der Privatwirtschaft, namentlich für die Pharmaindustrie. Auch in den Bereichen Kultur, Soziales und Sport hinterliess Ferdinand Masset deutliche Spuren. So war er Präsident der Phototriennale Freiburg, des Museums für grafische Kunst (Gutenberg-Museum), des Museums Charmey, aber auch des Altersheims Les Mésanges.

Ein Herz für Olympic

Massets Herz schlug auch für den Sport. Er war der erste Präsident von Freiburg Olympic und wurde später Ehrenpräsident des Klubs. Solange es seine Gesundheit zuliess, war er regelmässiger Gast in der Basketball-Halle. Zudem präsidierte er den Leichtathletikklub Freiburg

Geboren wurde Ferdinand Masset am 23. November 1920 als zweites von insgesamt vier Kindern in Courtion. In Farvagny und Siviriez besuchte der die Primarschule, bevor er eine kaufmännische Lehre absolvierte, die er später mit einer eidgenössischen Meisterprüfung als Buchhalter ergänzte. Zusätzlich erwarb er einen eidgenössischen Fähigkeitsausweis für die höhere Steuerverwaltung.  bearbeitet von hw/FN