Expo Bulle 28.03.2015

Die Miss-Schweiz-Wahl unter Kühen

Beste Gene: Gestern Abend konnten die Züchter in Bulle wertvolle Zuchtkälber ersteigern.Bild Charly Rappo
Heute zeigen sich Holstein- und Red-Holstein-Kühe aus der ganzen Schweiz an der Expo Bulle von ihrer besten Seite. Die Schau ist die grösste ihrer Art in der Schweiz. Mit einem neuen Programm will sie noch mehr Publikum anziehen.

Die Expo Bulle, die bedeutendste nationale Ausstellung von Holstein- und Red-Holstein-Kühen, wartet in diesem Jahr mit einigen Neuerungen auf: Der eigentliche Wettbewerb findet an einem einzigen Tag, nämlich heute Samstag, statt. Bisher dauerte der Anlass das ganze Wochenende; an einem Tag fand der Wettbewerb für die schwarzgefleckten Holstein-Kühe und am anderen jener für die rotgefleckten Red-Holstein-Kühe statt. «Wir hoffen nun auf mehr Publikum», sagte Jean-Charles Philipona, Geschäftsleiter der Expo Bulle, gestern an einer Pressekonferenz. Bisher zog die Schau jeweils rund 5000 Besucher an.

 260 Kühe

 Ab heute Morgen um 9 Uhr präsentieren nun also die Züchter ihre Prachtexemplare. Bis um 20 Uhr werden die vier Siegerinnen, die Schweizermeisterinnen, feststehen: Es gibt pro Rasse eine im Junioralter (Kühe, die erst ein Kalb hatten) und eine im Erwachsenenalter. Pro Alterskategorie und Rasse gibt es zudem eine Gewinnerin im Euter-Wettbewerb. Insgesamt nehmen 260 Kühe am Wettbewerb teil. Kantonstierarzt Grégoire Seitert lobte, dass das Reglement gleich sei wie jenes der Swiss Expo. «Es ist gut, wenn dieselben Anforderungen gelten.»

Ein Einzelrichter

Das Zusammenlegen auf einen Tag hat zur Folge, dass nur ein Richter für sämtliche Kategorien im Dienst steht. «Das macht den Wettbewerb einfacher», sagte Jean-Charles Philipona. Der Richter ist ein bekannter Züchter aus Vuadens, François Morand. «Er wird einen langen Tag haben», so Philipona, denn die Wettbewerbe finden im Halbstundentakt statt. Dass der Richter aus dem Greyerzerland stamme, habe keinen Einfluss auf dessen Unabhängigkeit. «Es ist ein nationaler Wettbewerb. Ausserdem ist die Holstein-Welt sowieso klein; jeder kennt jeden.» Für Morand bedeute das Richter-Sein, darauf zu verzichten, selbst auszustellen.

Neues Drumherum

Das Rahmenprogramm der Schau ist auch neu: Gestern öffneten drei landwirtschaftliche Betriebe im Kanton, die alle qualitativ hochstehende Holstein- und Red-Holstein-Kühe züchten, ihre Tür. «Jeder Hof hatte rund 200 Besucher», so Philipona. Qualitativ hochstehende Zucht gab es zudem am «Swiss National Sale» gestern Abend zu kaufen. Züchter konnten dort Kälber aus den bekanntesten Kuhfamilien der Schweiz erwerben.

Auch beim Geselligen gibt es Neues: Statt des bisherigen Fondueessens treten gleich nach der Siegerehrung um 20 Uhr die Stromstoss-Örgeler auf. Züchter und Publikum können so die Kuh-Missen bis in die Nacht hinein feiern.

Roland Rothenbühler. Bild mir

OK-Präsident: «Der Aufwand wird für die Züchter etwas kleiner»

Roland Rothenbühler, Landwirt in St. Ursen und Mitglied der Verwaltung von Swissherdbook, ist zum zweiten Mal OK-Präsident der Expo Bulle.

 

Roland Rothenbühler, welche Erwartungen haben Sie an die Expo Bulle 2015?

Ziel ist es wie immer, die besten Kühe nach Bulle zu bringen. Mit den Neuerungen im Programm wollen wir dieses Jahr aber auch mehr Züchter und ein grösseres Publikum anziehen.

 

Neu findet die Schau an einem statt an zwei Tagen statt. Weshalb?

Der Aufwand wird für die Züchter so etwas kleiner. Alle sind am Samstagabend fertig, es ist also einfacher, ein Rahmenprogramm zu organisieren, da am nächsten Tag niemand an den Wettbewerb muss. Der Anlass bleibt aber relativ lang; die Kühe sind seit Donnerstagabend da und gehen erst am Sonntagmorgen. Denn die Tiere müssen sich nach der Reise an die neue Umgebung gewöhnen können, damit sie in Form sind für den Wettbewerb.

 

Die Tiere und ihre Züchter kommen aus der ganzen Schweiz nach Bulle. Welche Bedeutung hat die Schau für den Kanton Freiburg?

Sie hat in Freiburg Tradition, es gibt sie seit über 40 Jahren. Die Freiburger Zucht ist in gewissen Bereichen führend, das hat sich vor zwei Jahren am europäischen Wettbewerb der Holstein- und Red-Holstein-Rassen gezeigt, an dem etliche Freiburger Kühe gewannen. mir